Blauer Engel

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Umweltzeichen Blauer Engel. Zu weiteren Bedeutungen siehe Blauer Engel (Begriffsklärung).
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Der Blaue Engel (umgangssprachlich auch Blauer Umweltengel) ist ein in Deutschland seit 1978 vergebenes Umweltzeichen für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen.

Derzeit sind folgende Institutionen am Vergabeverfahren beteiligt:

Dieses Umweltzeichen wurde 1978 vom Bundesminister des Inneren und den für Umweltschutz zuständigen Ministern der Bundesländer ins Leben gerufen und soll dort, wo herkömmliche Produkte die Umwelt belasten, umweltfreundliche Entwicklungen und Alternativen erkennbar machen. Unsichtbares soll für Verbraucher, Handel und Hersteller sichtbar werden. Das Umweltzeichen wird an die Hersteller verliehen und diese können auf freiwilliger Basis ihre Produkte damit kennzeichnen.

Jeder kann beim Umweltbundesamt auszeichnungswürdige Produkte vorschlagen. Das hat 1990 dazu geführt, dass auch für Umweltschutz in der Seeschifffahrt, d. h. für besonders umweltfreundliche Schiffe der Blaue Engel vergeben wird.

Der Blaue Engel ist Mitglied im Global Ecolabelling Network (GEN), einem Interessenverband von 26 Umweltzeichen-Organisationen weltweit.

Würdigung und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Blaue Engel ist jedoch kein Zeichen, das die vollständige Unbedenklichkeit eines Produkts bescheinigt. Die so gekennzeichneten Produkte sind umweltfreundlicher als andere Produkte der jeweiligen Produktgruppe und stellen so das „geringste Übel“ in puncto Umweltbelastung dar, nach dem Motto: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Konkret bedeutet dies, dass der Blaue Engel kein Gütesiegel auf das Gesamtprodukt ist, sondern bestimmte Eigenschaften auszeichnet, die hauptsächlich den Umweltschutz betreffen. Der Verbraucher muss hierzu besonders den Untertitel des Logos beachten, der bspw. lautet „Der Blaue Engel, weil emissionsarm“, „Der Blaue Engel, weil Mehrweg“, „Der Blaue Engel, weil aus 100 % Altpapier“ usw. Dennoch erfüllt der Blaue Engel seine gewünschte Verbraucherlenkungsfunktion, weil er durch seine konzeptionelle Schlichtheit in vielen Branchen schnell allgemeine Marktstandards im Sinne der Umwelt anheben konnte. Für höhere Standards dienen andere Zeichen.

Umwelteigenschaften, die nicht in den Vergabekriterien genannt sind, werden nicht geprüft, beispielsweise beim Umweltzeichen für „Bleifreie Produkte“.[1]

Am Markt kann es Produkte geben, die keinen Blauen Engel tragen, obwohl sie die Kriterien erfüllen, da er nur auf Antrag vergeben wird.[1] Beispielsweise nutzt die Reifenbranche den Blauen Engel trotz qualifizierter Produkte nicht.[2][3]

Es werden nur Produkte mit gleichem Nutzungszweck verglichen (z. B. mechanischer und chemischer Abflussreiniger, eigenes und Car-Sharing-Auto). Fahrräder sind zwar umweltfreundlicher als Autos, erhalten deshalb aber keinen Blauen Engel, weil sie geringere Nutzungsmöglichkeiten bei Geschwindigkeit und Ladung haben.[4][1]

Der Blaue Engel liefert keine Aussage, welches von zwei ausgezeichneten Produkten umweltverträglicher ist.[1]

Wenn Hersteller auf Bezeichnungen wie Bio, Öko oder Natur im Produktnamen nicht verzichten wollen, tragen diese Produkte kein Umweltzeichen. Denn nach den Richtlinien für die Vergabe des Blauen Engels sind solche Werbeaussagen nicht zulässig. Das gilt auch für verharmlosende Angaben wie „nicht giftig“ oder „nicht gesundheitsschädlich“.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d umweltzeichen.de
  2. blauer-engel.de – Vergabegrundlagen
  3. umweltbundesamt.de – Autoreifen
  4. blauer-engel.de – FAQs für Verbraucher
  5. Stiftung Warentest: Wandfarbentest (2004) (online abgerufen am 4. Februar 2013)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]