Blei(II)-iodid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Blei(II)-iodid
__ Pb2+     __ I
Kristallsystem

hexagonal

Raumgruppe

P3m1 (Nr. 164)

Allgemeines
Name Blei(II)-iodid
Andere Namen

Bleidiiodid

Verhältnisformel PbI2
CAS-Nummer 10101-63-0
PubChem 24931
Kurzbeschreibung

gelber, geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 461,05 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

6,16 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

402 °C[1]

Siedepunkt

954 °C[1]

Löslichkeit

0,756 g·l−1 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​332​‐​360​‐​373​‐​410
P: 201​‐​273​‐​308+313​‐​501 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 61​‐​20/22​‐​33​‐​62​‐​50/53
S: 53​‐​45​‐​60​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Blei(II)-iodid ist eine giftige chemische Verbindung bestehend aus den Elementen Blei und Iod.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Blei(II)-iodid wird durch eine Fällungsreaktion von Blei(II)-nitrat oder Blei(II)-acetat mit Kaliumiodid oder Natriumiodid gewonnen.[6][7]

\mathrm{Pb(NO_3)_2 + 2 \ KI \longrightarrow \ PbI_2 \downarrow + 2 \ KNO_3}

Es kann auf diese Art auch als Nachweisreaktion für Blei dienen.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Blei(II)-iodid

Blei(II)-iodid ist ein gelblicher bis orangefarbener Feststoff, der schwerlöslich in Wasser ist und bei 402 °C schmilzt.[1]

Er besitzt bei Normalbedingungen eine hexagonale Kristallstruktur mit der Raumgruppe P3m1 (Nr. 164). Bei 305 °C erfolgt ein Phasenübergang zu einer anderen Modifikation. Daneben sind mindestens drei Hochdruckmodifikationen bekannt.[8]

Verwendung[Bearbeiten]

In seiner kristallinen Form wird es als Detektormaterial für hochenergetische Photonen wie Röntgen- und Gammastrahlen verwendet.[9] Im 19. Jahrhundert ist es selten von Künstlern als gelber Farbstoff (Jodgelb) verwendet worden, wurde aber aufgrund seiner Giftigkeit und Instabilität gegenüber Licht bald von anderen Farbstoffen abgelöst.[10] Blei(II)-iodid wird verwendet für fotografische Emulsionen mit Thiolen, asbesthaltige Bremsbeläge, Batterien mit Iod[11], Quecksilberdampflampen[12], thermoelektrische Materialien, elektrosensitive Aufzeichnungsmaterialien und als Filter für die Infrarotastronomie.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Blei(II)-iodid bei AlfaAesar, abgerufen am 23. Januar 2010 (JavaScript erforderlich)..
  2. NIST-data review 1980
  3. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Bleiverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Bleiverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. April 2012 (JavaScript erforderlich).
  4. Datenblatt Blei(II)-iodid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 13. März 2011 (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist nur noch auf Altbeständen zu finden und von rein historischem Interesse.
  6.  John Moore, Conrad Stanitski: Chemistry: The Molecular Science. Cengage Learning, 2014, ISBN 978-1-285-19904-7, S. 105 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7.  John K. Gilbert, David Treagust: Multiple Representations in Chemical Education. Springer Science & Business Media, 2009, ISBN 978-1-4020-8872-8, S. 161 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8.  Evgeniĭ I︠U︡rʹevich Tonkov: High Pressure Phase Transformations A Handbook. CRC Press, 1992, ISBN 978-2-88124-759-0, S. 494 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9.  Safa Kasap, Peter Capper: Springer Handbook of Electronic and Photonic Materials. Springer Science & Business Media, 2006, ISBN 978-0-387-29185-7, S. 1129 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10.  Nicholas Eastaugh, Valentine Walsh, Tracey Chaplin, Ruth Siddall: Pigment Compendium: A Dictionary of Historical Pigments. Routledge, 2007, ISBN 978-1-136-37386-2, S. 228 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11.  P. J. Gellings, H. J. Bouwmeester: Handbook of Solid State Electrochemistry. CRC Press, 1997, ISBN 978-1-4200-4930-5, S. 387 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  12.  Willy J. Masschelein, Rip G. Rice: Ultraviolet Light in Water and Wastewater Sanitation. CRC Press, 2002, ISBN 978-1-4200-3217-8, S. 34 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  13. Eintrag zu LEAD IODIDE in der Hazardous Substances Data Bank, abgerufen am 27. Juli 2015.

Weblinks[Bearbeiten]