Bleichenbach

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Bleichenbach
Wappen von Bleichenbach
Koordinaten: 50° 19′ 35″ N, 9° 2′ 52″ O
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 7,08 km²[1]
Einwohner: 1565 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 221 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 63683
Vorwahl: 06041

Bleichenbach ist ein Stadtteil von Ortenberg (Hessen) im Wetteraukreis in Hessen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bleichenbach liegt auf einer Höhe von 140 m über NN, 3 km südlich des Zentrums von Ortenberg, 6 km nordwestlich von Büdingen und ca. 35 Kilometer östlich von Frankfurt am Main im Bleichetal durch das der Bleichenbach fließt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Territoriale Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Bleichenbach stammt von ca. 1160/1170, als ein Gumprath de Bleichenbach im Codex Eberhardi genannt wird.[3]

Bleichenbach gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zum Amt Ortenberg, einem Kondominat, das von drei Landesherren aus dem Kreis der Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins gebildet wurde. Zu den Einzelheiten siehe: hier. 1601 kam es zu einer Realteilung des Kondominats, wobei das Dorf Bleichenbach an die Grafschaft Hanau-Münzenberg, ab 1642: Grafschaft Hanau, fiel. Die Grafschaft Hanau wiederum fiel 1736 beim Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., aufgrund eines Erbvertrages an die Landgrafschaft Hessen-Kassel. Das Hanauer, später hessische „Amt Ortenberg“ bildete dann ab 1810 einen Teil des großherzoglich-hessischen Amtes Ortenberg. 1821 bildete das Großherzogtum den Landratsbezirk Nidda, in den auch alle Teile des ehemaligen Amtes Ortenberg verschmolzen und der ab 1832 Kreis Nidda hieß. Mit der Revolution von 1848 wurde kurzzeitig der Regierungsbezirk Nidda gebildet, 1852 aber der Kreis Nidda wiederbelebt. 1874 kamen die Gebiete des ehemaligen Amtes Ortenberg zum Landkreis Büdingen, der mit der Gebietsreform in Hessen 1972 im Wetteraukreis aufging.

Bleichenbach wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen bereits am 1. Juli 1971 mit den Städten Ortenberg und Lißberg sowie vier weiterer kleinerer umliegender Gemeinden auf freiwilliger Basis zu neuen Stadt Ortenberg zusammengeschlossen.[4][5]

Kirchliche Verhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Bleichenbach aus dem Jahr 1219 nennt auch eine Kapelle im Ort, deren Patronat beim Kloster Konradsdorf lag. Im 15. Jahrhundert hatte das Patronat die Kurpfalz inne, die es 1477 den Herren von Bleichenbach zu Lehen gab. 1504 wurde es von Hanau gekauft. Vor der Reformation gehörte die Kirchengemeinde zur Diözese Mainz, kirchliche Mittelbehörde war das Archidiakonat des Propstes des Klosters Konradsdorf. Im Zuge der Reformation schlossen sich alle Landesherren des Ortenberger Kondominats der reformierten Richtung der Reformation an und damit auch Bleichenbach.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bleichenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2018
Jahr  Einwohner
1834
  
852
1840
  
928
1846
  
833
1852
  
809
1858
  
765
1864
  
763
1871
  
750
1875
  
759
1885
  
754
1895
  
748
1905
  
768
1910
  
756
1925
  
781
1939
  
812
1946
  
1.317
1950
  
1.265
1956
  
1.115
1961
  
1.118
1967
  
1.180
1970
  
1.222
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2008
  
1.321
2011
  
1.467
2014
  
1.564
2018
  
1.565
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]; Zensus 2011[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Oktober 1963 wurde der Gemeinde Bleichenbach im Landkreis Büdingen, Regierungsbezirk Darmstadt, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Blau ein goldener Schrägrechtswellenbalken, beseitet oben von einem silbernen Eichenblatt und unten von einer silbernen Roggenähre.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrgenerationenhaus in Bleichenbach
Evangelische Kirche in Bleichenbach
Dorfbrunnen Brauhausborn

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Kirche Bleichenbach aus dem 16. Jahrhundert in barockem Stil mit Malereien von Isaak Koch
  • Ehemalige Schule (Alte Schule)
  • historischer Brunnen am Brauhausborn aus dem 18. Jahrhundert
  • Brücken: Eine der Besonderheiten des Ortes sind die 12 Brücken, die über den gleichnamigen Bleichenbach führen.

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aussichtspunkt am Guten Born

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Pfarrhaus befindet sich ein Kinderspielplatz.
  • Am Dorfrand befindet sich die Rudolf-Höhn-Sportanlage.
  • Richtung Bergheim an der „Schönau“ gibt es zwei Angelteiche.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Stadtteils[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Höhn, Bleichenbach, eine heimatliche Umschau. In: Büdinger Geschichtsblätter IX/X, 1980–81, S. 241–300
  • Gerhard Kleinfeldt, Hans Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum = Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 16 (1937). ND 1984, S. 48.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 61.
  • Heinz Wionski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II. Stuttgart 1999, S. 384–392.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bleichenbach, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. März 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Einwohnerzahlen. In: Webauftritt der Stadt Ortenberg, abgerufen im April 2020.
  3. Heinrich Meyer zu Ermgassen (Herausgeber): Der Codex Eberhardi des Klosters Fulda, Band 1 (1995), Band 2 (1996), Band 3 (2007) und Band 4: Der Buchschmuck des Codex Eberhardi (2009), Marburg. ISBN 3770810449 (Bd. 1), ISBN 3770810597 (Bd. 2), ISBN 9783770813131 (Bd. 3), ISBN 9783863541378 (Bd. 4), Bd. 2, S. 334 f.
  4. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 12. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352.
  6. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;
  7. Hessischer Staatsanzeiger 44/1963, S. 1246

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]