Blekendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Blekendorf
Blekendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Blekendorf hervorgehoben
Koordinaten: 54° 17′ N, 10° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Amt: Lütjenburg
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 38,34 km2
Einwohner: 1741 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 24327,
24321 (Tivoli)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 04381, 04382
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 007
Adresse der Amtsverwaltung: Neverstorfer Straße 7
24321 Lütjenburg
Webpräsenz: www.gemeinde-blekendorf.de
Bürgermeister: Andreas Köpke (CDU)
Lage der Gemeinde Blekendorf im Kreis Plön
Karte

Blekendorf ist eine Gemeinde im Kreis Plön in Schleswig-Holstein. Die Gemeinde besteht aus den Dörfern Blekendorf, Friederikenthal, Futterkamp, Kaköhl, Nessendorf, Rathlau, Sechendorf und Sehlendorf. Innerhalb des Amts Lütjenburg ist Blekendorf die flächenmäßig größte Gemeinde und nach der Stadt Lütjenburg die Gemeinde mit den meisten Einwohnern. Im Ortsteil Sehlendorf gibt es Landschafts- und Naturschutzgebiete. Der fast vier Kilometer lange Sehlendorfer Strand und diverse dort befindliche Fremdenverkehrseinrichtungen machen die Gemeinde überregional bekannt.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blekendorf liegt an der Bundesstraße 202 etwa 4 km östlich von Lütjenburg an der Hohwachter Bucht. Geprägt durch die Endmoränenlandschaft erreichen die Hügel der acht Dörfer Höhen bis zu 110 m ü. N. N.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Claren-Kirche in Blekendorf

Blekendorf wurde 1259 erstmals als Blegkendorpe erwähnt (später belegte Schreibweise Bleckendorp). Der Name kommt vermutlich aus dem Mittelniederdeutschen und bedeutet blickendes oder glänzendes Dorf. Seit dem 13. Jahrhundert war Blekendorf das kirchliche Zentrum für die umliegenden Dörfer Futterkamp, Friederikenthal, Sechendorf, Sehlendorf, Rathlau und Kaköhl. 1855 lebten 258 Einwohner im Dorf Blekendorf selbst[2].

Als politische Gemeinde existiert Blekendorf jedoch erst seit dem 30. September 1928. Bis dahin gehörte Blekendorf wie Friederikenthal, Sechendorf und Sehlendorf zum Gutsbezirk Futterkamp. Die zahlreichen Gutsbezirke (die bis 1867 amtsfrei waren, also nur dem Landesherrn und dem jeweiligen Gutsbesitzer unterstanden) verloren in Schleswig-Holstein erst 1928 die Funktion der untersten Verwaltungseinheit. Die Gemeinden Kaköhl und Nessendorf mit Rathlau wurden am 1. Oktober 1938 nach Blekendorf eingemeindet[3]. Zunächst war der Name und Sitz der neuen Gemeinde, die durch einen Erlass des Oberpräsidenten entstand, offenbar umstritten. Entgegen dem beantragten Namen Kaköhl entschied der Oberpräsident mit der folgenden Begründung zu Gunsten von Blekendorf: "Ich habe der neuen Gemeinde den Namen Blekendorf gegeben, weil er vom heimatkundlichen Standpunkt aus betrachtet den niederdeutschen Charakter der Landschaft und ihrer Bewohner schöner bezeichnet als `Kaköhl`."[4]

Seit 1968 gehört die Gemeinde Blekendorf zusammen mit 13 weiteren Gemeinden zum Amt Lütjenburg-Land. Am 1. Januar 2008 wurde dieses Amt nach ein Gliederung der Stadt Lütjenburg in Amt Lütjenburg umbenannt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze und die SPD sechs[5].

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Blau und Silber bogenförmig nach oben geteilt. Oben ein zu einer liegenden Acht verschlungenes silbernes Seil, unten ein rotes Buch mit silbernem Schnitt und aufgenageltem silbernen Lilienkreuz.“[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft Blekendorfs ist landwirtschaftlich geprägt, hinzu kommt der Fremdenverkehr mit etwa 250.000 Übernachtungen pro Jahr. Der auf dem Gemeindegebiet gelegene Sehlendorfer Strand in der Hohwachter Bucht ist das Zentrum des örtlichen Fremdenverkehrs.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Blekendorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale, von denen das bedeutendste die im 13. Jahrhundert erbaute St.-Claren-Kirche ist.

Im Gemeindegebiet liegen die Langbetten auf dem Ruserberg sowie die archäologischen Überreste der Burgen Kleiner Schlichtenberg, Großer Schlichtenberg und Hochborre. Bei Buschkate befinden sich die Großsteingräber bei Kaköhl.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolph Valentiner (* 1803 auf Futterkamp; † 1868 auf Gjeddesdal, Greve Sogn) war ein deutsch-dänischer Landwirt und Landwirtschaftsreformer. Sein Bruder Wilhelm Heinrich Valentiner (* 1806 auf Futterkamp; † 1856 in Kiel), war Anatom und Stadtphysicus in Kiel.

Der Marineoffizier Oskar von Platen-Hallermund (1865–1957), Vizeadmiral der Kaiserlichen deutschen Marine und Hofmarschall des Kaisers Wilhelm II., wurde am 18. März 1865 in Sehlendorf geboren, das heute zu Blekendorf gehört.

Der Ehrenpräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Hans-Peter Kröger (* 1953) kommt aus dem Ortsteil Kaköhl.

Der ehemalige Chef des Amtes für Heeresentwicklung in Köln, Generalmajor Wolfgang Köpke, (* 1953) kommt aus dem Ortsteil Nessendorf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blekendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Johannes von Schröder/Hermann Biernatzki: Topographie der Herzogthümer Holstein und Lauenburg, des Fürstentums Lübeck und des Gebiets der freien und Hanse-Städte Hamburg und Lübeck, 2. Auflage, 1. Band, Oldenburg (Holstein) 1855, S. 224.
  3. Die Bevölkerung der Gemeinden Schleswig-Holsteins 1867-1970 (Historisches Gemeindeverzeichnis), herausgegeben vom Statistischen Landesamt Schleswig-Holstein , Kiel 1972, S. 128
  4. Die ersten Jahre der Großgemeinde Blekendorf.
  5. [1], dort auch detaillierte Daten zu dieser Kommunalwahl und allen Gemeindewahlen seit 1966
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein