Blessenbach

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Blessenbach
Gemeinde Weinbach
Koordinaten: 50° 24′ 41″ N, 8° 18′ 7″ O
Höhe: 242 m ü. NHN
Fläche: 6,66 km²[1]
Einwohner: 616 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 35796
Vorwahl: 06474

Blessenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Weinbach im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blessenbach liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus.
Nachbarorte sind Elkerhausen (nordwestlich), Laubuseschbach (südöstlich) und der Weiler Klein-Weinbach (südlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blessenbach wurde im Jahr 1267 erstmals urkundlich erwähnt und lag im Herrschaftsbereich der Grafen von Diez, deren Erbe die Herren von Runkel antraten. Der Ort gehört zur Grundherrschaft des Klosters St. Maximin zu Trier mit ihrem Mittelpunkt in Laubuseschbach. Bemerkenswerterweise war Laubuseschbach aber Filiale der Kirche zu Blessenbach. Zu Blessenbach gehört das schon 1325 als minore Wynbach erwähnte Kleinweinbach. Als Vögte des Klosters besaßen die Herren von Molsberg die Grundherrschaft und belehnten 1332 den Hiltwin von Elkerhausen mit dem Kirchsatz, Gericht, Höfen, großen und kleinen Zehnten und dem Wald Laubus. Nach dem Niedergang der Molsberger übernahmen die Erben des Hiltwin diese Besitzungen und Rechte als kurtrierisches Lehen. Spätestens 1517 wurden dann die Herren von Schönborn alleinige Besitzer. Diese veräußerten ausgangs des 17. Jahrhunderts ihre Rechte an die dänische Familie von Friesensee, die diese wiederum 1709 an die Grafen von Wied-Runkel abtraten.

Bereits seit 1495 war hier ein zunächst im runklischen Besitz befindliches Bergwerk in Betrieb. Schon 1502 war in Blessenbach Schieferbergbau, der sich vor allem im 19. Jahrhundert zu einer wichtigen Erwerbsquelle entwickelte, bezeigt. Anfang des 18. Jahrhunderts entstand eine kleine Schieferkäutnersiedlung. Eine um 1780 verfallene Silberschmelze erlebte Mitte des 18. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem kurzzeitigen Aufblühen der Weilburger Münze einen gewissen Aufschwung. Der zu Blessenbach gehörende 1334 erstmals erwähnte Hörderhof wurde von den Grafen Wied-Runkel Anfang des 19. Jahrhunderts an die Mennonitenfamilien Nafziger und Schwarztraub verpachtet, die bis um 1840 auf dem Hof blieben. Im Jahr 1806 kam Blessenbach zum Herzogtum Nassau und nach dessen Auflösung 1867 zum preußischen Oberlahnkreis.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Blessenbach im ehemaligen Oberlahnkreis schloss sich im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Dezember 1970 mit den Orten Weinbach, Freienfels und Gräveneck zur neuen Gemeinde Weinbach zusammen. Als Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Weinbach bestimmt.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Blessenbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blessenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
412
1840
  
436
1846
  
463
1852
  
481
1858
  
524
1864
  
570
1871
  
592
1875
  
530
1885
  
583
1895
  
600
1905
  
593
1910
  
550
1925
  
523
1939
  
455
1946
  
639
1950
  
643
1956
  
611
1961
  
629
1967
  
612
1970
  
627
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 559 evangelische (= 95,88 %), 6 katholische (= 1,03 %), 5 andere christliche (= 0,86 %), 13 jüdische (= 2,23 %) Einwohner
• 1961: 494 evangelische (= 78,54 %), 126 katholische (= 20,03 %) Einwohner

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportgemeinschaft (SG) 1908 e.V. Blessenbach
  • Kaninchenzuchtverein Blessenbach
  • Frauenchor Blessenbach
  • Gemischter Chor Blessenbach
  • Freiwillige Feuerwehr Blessenbach gegründet 1932 (seit dem 1. Dezember 1985 einschließlich Jugendfeuerwehr)
  • Sozialverband VdK Ortsgruppe Blessenbach
Gemeindehaus Blessenbach

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1932 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Blessenbach (ab 1. Dezember 1985 mit Jugendfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort. Es bestehen in Blessenbach ein Dorfgemeinschaftshaus zum Grund, ein Rasensportplatz im Grund, Kinderspielplätze und Wanderwege.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Blessenbach, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 14. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Zahlen, Daten - Fakten auf der Gemeindeseite, abgerufen im Februar 2017
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 372.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Blessenbach im Internetauftritt der Gemeinde Weinbach, abgerufen im Februar 2017.