Bliesmengen-Bolchen

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Bliesmengen-Bolchen
Gemeinde Mandelbachtal
Wappen der ehemaligen Gemeinde Bliesmengen-Bolchen
Koordinaten: 49° 9′ 12″ N, 7° 6′ 50″ O
Höhe: 208 m
Einwohner: 1802 (Feb. 2016)
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66399
Vorwahl: 06804
Bliesmengen-Bolchen (Saarland)
Bliesmengen-Bolchen

Lage von Bliesmengen-Bolchen im Saarland

Blick aus östlicher Richtung über Bliesmengen-Bolchen, im Hintergrund rechts Blies-Schweyen, Ortsteil von Blies-Guersviller, Lothringen
Blick aus östlicher Richtung über Bliesmengen-Bolchen, im Hintergrund rechts Blies-Schweyen, Ortsteil von Blies-Guersviller, Lothringen

Bliesmengen-Bolchen ist ein Gemeindebezirk der Gemeinde Mandelbachtal im saarländischen Saarpfalz-Kreis. Er umfasst die ehemals selbstständigen Dörfern Bliesmengen und Bliesbolchen. Einheimische unterscheiden noch heute zwischen Menge und Bolche.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bliesmengen-Bolchen, Ortsteil der Gemeinde Mandelbachtal, liegt im südlichen Bliestal im Saarpfalz-Kreis im Saarland. Der Ort liegt an der Blies direkt an der französischen Grenze, und ist mittels einer Fußgängerbrücke über die Blies mit dem Ort Blies-Schweyen verbunden. Die Gemarkung ist stark hügelig und trägt landwirtschaftlichen Charakter.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima ist atlantisch beeinflusst. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 786 mm, die regenärmste Zeit liegt in den Frühjahrsmonaten. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9 °C. Das langjährige Temperaturmittel sinkt selbst im Januar nicht unter 0 °C. Die vorherrschende Windrichtung ist West/Südwest. Das Bioklima ist reizmild bis reizschonend.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Nachricht über die Besiedlung dieses Raumes bzw. Aufenthalt von Menschen in der vorrömischen Epoche gibt uns der Fund eines Brandgrabes der Urnenfelderzeit aus der Bronzezeit.

Nachweise über römische Besiedlung auf der Gemarkung von Bliesmengen-Bolchen sind reichlich vorhanden. Bei Bau- und Baggerarbeiten kamen Reste römischer Wohn- und Grabstätten sowie Münzen und Keramikfunde zum Vorschein. Eine intensive archäologische Grabung wurde bisher aber noch nicht durchgeführt. Auch das Vordringen der merowingisch-fränkischen Siedler im 7. und 8. Jahrhundert in diesem Raum sowie die Überlagerung der im Land verbliebenen gallo-romanischen Bevölkerungsteile sind durch Ortsnamen, Patrozinien und insbesondere auch durch archäologische Funde belegt. Die erste urkundliche Erwähnung fand durch die Schenkungserneuerung des Grafen Ludwig von Saarwerden an das Kloster Wörschweiler im Jahre 1180 statt.

Bliesmengen-Bolchen errang beim Bundeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden im Jahre 1969 die Goldplakette.

Am 1. Januar 1974 wurde Bliesmengen-Bolchen in die neue Gemeinde Mandelbachtal eingegliedert.[1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bliesmengen-Bolchen ist größtenteils katholisch. Die katholische Pfarrei St. Paulus gehört zum Pfarrverband Blieskastel des Dekanats Saarpfalz im Bistum Speyer[2]. Die evangelischen Christen gehören zur Protestantischen Kirchengemeinde Ensheim, die über eine Kirche in Ormesheim verfügt, in der mindestens einmal im Monat Gottesdienste stattfinden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Ortsrat[3]:

  • CDU 4 Sitze
  • SPD 4 Sitze
  • Freie Wähler (FWG) 1 Sitz

(Stand: März 2015)

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Hans Bernhard Faas (CDU)[4].

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Sains-Richaumont. Eine Straße trägt den Namen „Sains-Richaumont-Straße“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenansicht der Pfarrkirche „St. Paulus“
Innenraum der Pfarrkirche mit Hochaltar
Die alte Dorfkirche „St. Petrus in Ketten“ dient heute als Einsegnungshalle

Theater und Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nahegelegenen Gräfinthal befindet sich die Naturbühne Gräfinthal, getragen vom Kulturverein Bliesmengen-Bolchen. Das vom Heimatverein geführte „Haus der Dorfgeschichte“ beherbergt seit 1998 auf 300 m2 Ausstellungsfläche ein Heimatmuseum.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ganz in der Nähe von Bliesmengen-Bolchen befinden sich die Überreste des ehemaligen Wilhelmitenklosters Gräfinthal, gestiftet von der Gräfin Elisabeth von Blieskastel. Das Kloster ist ein Marienwallfahrtsort und beherbergt seit 1993 wieder Benediktiner.

Im Dorf gibt es zwei Kirchen: die alte Dorfkirche „St. Petrus in Ketten“ und die neue Pfarrkirche „St. Paulus“. Der Hochaltar wurde aus der alten Kirche in die neue übertragen. Es handelt sich ursprünglich um den früheren Gnadenaltar aus dem aufgelösten Kloster Gräfinthal, ein Werk des regional bedeutsamen Künstlers Johann Martersteck (auch Madersteck).[5][6] Auf ihm war einst das heute in Blieskastel befindliche Gnadenbild der „Madonna mit den Pfeilen“ aufgestellt.[7]

Südlich des Ortes an der Blies befinden sich geringe Überreste der Burg Mengen, einer Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirb (Kirchweihfest) am ersten Wochenende im September
  • Kappensitzung, Senioren-Kappensitzung und Kindermaskenball des Karnevalsvereins „Die Neandertaler“ Bliesmengen-Bolchen e. V.
  • Rot-Weiße Nacht des SV Bliesmengen-Bolchen 1927 e. V. am Fastnachtssamstag
  • Naturbühne Gräfinthal (Spielzeit zwischen Juni und August)
  • Reiterfest des Reit- und Fahrvereins Bliesmengen-Bolchen e. V.
  • Schleppjagd des Reit- und Fahrvereins Bliesmengen-Bolchen e. V.
  • Weihnachtsmarkt

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren ein Fußballverein, ein Schützenverein, ein Karnevalsverein, ein Reit- und Fahrverein, ein Tennisclub, ein Ortsverband des DRK, Ortsverbände der SPD und CDU, ein Wanderverein, ein Kulturverein, ein Lauf- und Walkingtreff, ein Jugendclub, eine Ortsgruppe des NABU, ein Natur- und Vogelschutzverein und die Freiwillige Feuerwehr.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bliesmengen-Bolchen ist eine ausgesprochene Wohn- und Pendlergemeinde. Die meisten Berufstätigen arbeiten als Auspendler in Saarbrücken.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bliestalhalle mit Turnhalle
  • Friedhof mit Einsegnungshalle
  • Naturbühne Gräfinthal
  • Kloster Gräfinthal
  • Haus Wulfinghoff (Gräfinthal)
  • Kath. Kirche St. Paulus
  • Kath. Pfarrheim mit Bücherei
  • DRK-Heim
  • Jugendclub
  • Reitplatz
  • Festplatz
  • Feuerwehrhaus
  • Sportanlage mit Kunstrasen-Fußballplatz
  • Tennis-Anlage
  • Nordic-Walking-Park
  • Saarwald-Vereinsheim
  • Haus der Dorfgeschichte (Dorfmuseum)
  • Schnapsbrennerei
  • Soldatenfriedhof

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bliesmengen-Bolchen ist über die L 105 mit den Nachbarorten Bliesransbach und Habkirchen verbunden. In Habkirchen erfolgt die Anbindung an die Bundesstraße 423. Des Weiteren zweigt im Ort die L 238 ab, die mit Ormesheim verbindet. Die Fährmannbrücke, eine Fußgängerbrücke, führt über die Blies in den französischen Nachbarort Blies-Schweyen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Gesund unterwegs: Nordic Walking in Mandelbachtal, Mandelbachtal, 1. Auflage 2007
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Zukunft gestalten: Mandelbachtal im Biosphärenreservat Bliesgau, Mandelbachtal 1. Auflage 2008
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Die Jakobswege: Historische Pilgerwege durch die Gemeinde Mandelbachtal neu entdecken, Mandelbachtal 1. Auflage 2009
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Der Tradition verbunden - Haus der Dorfgeschichte Bliesmengen-Bolchen, Mandelbachtal, 4. Auflage 2013
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Wir machen Theater – Die Naturbühne Gräfinthal, Mandelbachtal, 2009
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Die Jakobswege – Historische Pilgerwege durch die Gemeinde Mandelbachtal neu entdecken, Mandelbachtal, 2009
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Die Wappen der Gemeinde Mandelbachtal und ihrer acht Gemeindebezirke, Mandelbachtal, 2009
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Kanutouren auf der Blies, Mandelbachtal, 2. Auflage 2013
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Großzügig und modern: Die kath. Kirche St. Paulus in Bliesmengen-Bolchen, Mandelbachtal, 2017
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Von Natur aus schön: Mandelbachtal - Die Gemeinde mit Weitblick, Mandelbachtal, 2017
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Gräfinthaler Vierjahreszeiten im Haus Wulfinghoff, Mandelbachtal, 2017
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e. V. (Hrsg.): Großzügig und modern: Die kath. Kirche St. Paulus in Bliesmengen-Bolchen, Mandelbachtal, 2017
  • Klaus Nagel, Christel Stahl: Ortsfamilienbuch Bliesmengen-Bolchen, Mandelbachtal, 2014
  • Julia Stephan, Annika Nagel: Menger-Bolcher Kirb, Mandelbachtal, 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bliesmengen-Bolchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 809.
  2. Bliesmengen-Bolchen, St. Paulus Auf: cms.bistum-speyer.de, abgerufen am 19. Juli 2012
  3. Ortsräte Mandelbachtal (PDF; 263 kB), Auf: www.mandelbachtal.de, abgerufen am 13. März 2015
  4. [1] (PDF; 176 kB), Auf: www.mandelbachtal.de, abgerufen am 13. März 2015
  5. Zu Johann Martersteck
  6. Quelle zum Standort des ehemaligen Gräfinthaler Hochaltares in Bliesmengen
  7. Beschreibung und Foto des Gräfinthaler Hochaltars in der Kirche St. Paul zu Bliesmengen