Blitzenrod

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Blitzenrod
Koordinaten: 50° 37′ 5″ N, 9° 23′ 30″ O
Höhe: 337 m ü. NN
Einwohner: 800 (31. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. April 1939
Postleitzahl: 36341
Vorwahl: 06641
Die evangelische Kirche in Blitzenrod
Der Wasserfall der Lauter in Blitzenrod
Das Gemeindehaus in Blitzenrod
Das Bildungszentrum Berghaus

Blitzenrod ist eine ehemals selbständige Gemeinde und ist seit dem 1. April 1939[2] ein Teil der Kreisstadt Lauterbach in Hessen mit derzeit etwa 680 Einwohnern. Der Ort gehört zur Kernstadt und ist kein eigener Stadtteil. Daher hat Blitzenrod auch keinen eigenen Ortsbeirat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort grenzt im Norden direkt an Lauterbach an und ist somit optisch kaum mehr von der eigentlichen Stadt zu trennen. Etwa 1 km westlich liegt Frischborn, im Süden in 1 km Entfernung liegt Eisenbach mit dem Schloss Eisenbach, 3 km im Osten liegt Angersbach und die gleiche Entfernung ist es nach Rudlos im Südosten. Der Lauf der Lauter geht durch den Ort und die den Stadtteil umgebenden Wiesen und Wälder östlich und südöstlich von Blitzenrod sind exemplarisch für die besondere Natur des Vogelsbergs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1428 unter dem Namen Blitzenrode.[3]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung des Namens Blitzenrod geht auf die Vermutung zurück, dass das Gebiet des Ortes ehedem durch Blitzeinschlag und Feuer gerodet wurde.

Hutfabrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt an der B 275 in Blitzenrod befindet sich die älteste Hut- und Mützenfabrik Deutschlands, das Unternehmen R&M Wegener. Das weitläufige Gebäude wurde am 1. März 1884 von R&M Wegener in Besitz genommen, nachdem das Gelände jahrelang als Spinnerei diente, die jedoch abgebrannt war.[4]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Blitzenrod unterstand im Überblick:[3][5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Blitzenrod verfügt über eine eigene evangelische Kirche. In ihr finden etwa 150 Personen Platz. Die dortigen Glasfenster schuf Alexander Linnemann aus Frankfurt. Das in geringer Entfernung dazu errichtete Gemeindehaus wird zu Veranstaltungen aller Art genutzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stromversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein auf dem Gelände der Hutfabrik fließender Wasserfall treibt schon seit Zeiten der Spinnerei eine Turbine zur Stromgewinnung an, die heute für die Stromversorgung von ganz Blitzenrod dient.

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alten- und Pflegeheim "Haus Margarete" im Sonnenweg
  • Pension & Bildungszentrum "Berghaus" im Sonnenweg
  • Café und Kneipe "Zentralstation", früher Haltestelle der Oberwaldbahn

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptverkehrsstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 275 verläuft als Teil der Deutschen Märchenstraße durch Blitzenrod und trägt innerhalb des Ortes den Namen Vogelsbergstraße.

Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ortsrand von Blitzenrod entlang verläuft der Vulkanradweg auf der Trasse der ehemaligen Oberwaldbahn.

Busverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blitzenrod ist über die Buslinie VB-20 an die Kernstadt Lauterbach angeschlossen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik Stadt Lauterbach mit Ortsteilen, abgerufen im September 2017 (PDF)
  2. Erlaß des Reichsstatthalters in Hessen über die Eingliederung der Gemeinden Blitzenrod und Rudlos in die Stadt Lauterbach vom 22. Februar 1939. (Hess. Reg.Bl. (PDF-Datei; 10,86 MB) S. 26)
  3. a b Blitzenrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 5. Januar 2017)
  4. R&M Wegener: Geschichte, abgerufen am 16. August 2012
  5. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990