Blockguss

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Stahl-Kokillenguß

Blockguss ist ein Verfahren zum Gießen von Halbzeug aus Metallen und ihren Legierungen. Vergossen werden Knetlegierungen, statt der Gießerei sonst üblichen Gusslegierungen.

Beim Blockguss wird das flüssige Metall in eine stehende Form (Kokille) gegossen und erstarrt in dieser als Block. Dieses kann sowohl von oben (fallender Blockguss) als auch über ein Zuführsystem von unten geschehen (steigender Blockguss). Nach einer Wartezeit wird der erstarrte Block aus der Kokille entnommen (umgangssprachlich "strippen").

Die Weiterverarbeitung des Gussblockes erfolgt im Walzwerk oder in einer Schmiede.

Das Ausbringen ist beim Blockguss deutlich schlechter als beim konkurrierende Strangguss. Daher wird der Blockguss für Produkte eingesetzt, die im Strangguss (noch) nicht produziert werden können, entweder weil die benötigten Abmessungen zu groß sind oder die Legierung nicht ausreichend homogen im Querschnitt erstarrt (speziell Seigerungen).

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittels Blockguss werden nur ca. 5 % der gesamten Stahlmenge hergestellt. Es werden Produkte hergestellt, die mittels Strangguss nicht hergestellt werden können, u. a. Turbinenwellen mit Einsatzgewichten bis 100to.

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der flüssige und gießbereite Stahl wird in einer Transportpfanne zum Gießplatz bewegt. Im Boden ist eine Öffnung vorhanden, die mittels hydraulischem Schieber geöffnet wird. Zum thermischen Schutz des Schiebers ist der Zulauf im Feuerfestmaterial mit einem speziellen Schiebersand verfüllt.

Zum Angießen wird die Pfanne über einer Angusskokille gefahren und der Schieber geöffnet. Eine gewisse Menge an flüssigem Stahl wird zu Anfang in die Angusskokille verklappt. Kommt nach dem Öffnen des Schiebers nicht direkt der flüssige Stahl, hat sich oberhalb des Schiebers ein fester Pfropfen gebildet, der mittels Sauerstofflanze aufgebrannt werden muss. Die Anzahl der Schieberöffnungen, bei denen ohne Aufbrennen direkt flüssiger Stahl austritt, wird Öffnungsrate genannt.

Nach dem Angießen wird mit der Pfanne nacheinander die Kokillen gefüllt. Beim fallenden Blockguss wird die Pfanne über die Kokille gefahren und mit dem flüssigen Stahl gefühlt. Beim steigenden Blockguss wird die Pfanne über einen Trichter gefahren. Dieser steht auf einer Gespannplatte, wo mit Feuerfeststeinen ein Verteilsystem gebaut ist, welcher den Stahl in die Kokille leitet, so dass der Stahl von unten in die Kokille fließt.