Blofeld (Reichelsheim)

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Blofeld
Koordinaten: 50° 21′ 47″ N, 8° 55′ 29″ O
Höhe: 170 (162–190) m ü. NHN
Fläche: 5,25 km²[1]
Einwohner: 441 (30. Jun. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1972
Postleitzahl: 61203
Vorwahl: 06035

Blofeld ist ein Stadtteil von Reichelsheim im Wetteraukreis in Hessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blofeld liegt in der Wetterau und ist der östlichste Stadtteil von Reichelsheim. Durch den Ort führt die Landesstraße 3187. Im Osten verläuft die Bundesautobahn 45.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt aus der Zeit um 1160 als Blafelt.[3]

Wieder erschien der Name bei einem Verkauf von Besitzungen derer "von Blafeld" an das Kloster Arnsburg. Die Kirche, heute die evangelische Pfarrkirche, erfuhr 1349 eine urkundliche Erwähnung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort verwüstet und entvölkert. Mitte des 17. Jahrhunderts kam der Ort unter die Herrschaft des Landgrafen Wilhelm Christoph (Hessen-Homburg) (1625–1681), der die Höfe wieder besiedeln und bewirtschaften ließ.[4]

Blofeld gehörte zum Amt Bingenheim. Die Ämter-Struktur wurde im Großherzogtum Hessen 1821 aufgelöst.

Die bisher von den Ämtern wahrgenommenen Aufgaben wurden Landräten (zuständig für die Verwaltung) und Landgerichten (zuständig für die Rechtsprechung) übertragen.[5] Blofeld kam so zum Landratsbezirk Nidda und zum Landgericht Nidda. Die gerichtliche Zuständigkeit wechselte 1879 zum Amtsgericht Nidda, die verwaltungsmäßige zum Altkreis Büdingen. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Blofeld zum 1. Februar 1972 mit der Gemeinde Heuchelheim, ebenfalls aus dem Kreis Büdingen, sowie den Gemeinden Beienheim und Dorn-Assenheim aus dem Altkreis Friedberg, mit der Stadt Reichelsheim zusammengeschlossen. Am 1. August 1972 kam noch Weckesheim hinzu.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesamtanlage Blofeld
  • Friedberger Straße 11, ehemaliges Schul- und Rathaus
  • Kirchstraße 4, evangelische Pfarrkirche
  • Niddaer Straße 1, 4, 5–7, 8, 9, 10, 13, 17, 19, 21, 23, 25
  • Brunnen in der Niddaer Straße
  • Deutschlands dickster und ältester Kirschbaum (siehe Liste der dicksten Obstbäume in Deutschland)

Daneben gilt „Der wilden Frau Gestühl“ als Sehenswürdigkeit. Dabei handelt es sich um einen 2,50 Meter langen und 1,50 Meter breiten Basaltblock mit drei künstlichen Vertiefungen im Wald am Hohen Berg zwischen Blofeld und Dauernheim.[6] Man vermutet dahinter einen altgermanischen Kultplatz oder den Sitz und das Heiligtum keltischer Priester.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die südwestlich des Ortes gelegene ehemalige Mülldeponie ist inzwischen rekultiviert. Mitten im Dorf steht die evangelische Pfarrkirche. In der Gemarkung Blofeld sind 177 ha Wald gelegen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der öffentliche Personennahverkehr wird durch die Buslinien FB03 und 210 sichergestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Blofeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Blofeld, Wetteraukreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 9. Juli 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Einwohner und Flächen. In: Webauftritt. Stadt Reichelsheim, archiviert vom Original; abgerufen im März 2019.
  3. Heinrich Meyer zu Ermgassen (Herausgeber): Der Codex Eberhardi des Klosters Fulda, Band 1 (1995), Band 2 (1996), Band 3 (2007) und Band 4: Der Buchschmuck des Codex Eberhardi (2009), Marburg. ISBN 3770810449 (Bd. 1), ISBN 3770810597 (Bd. 2), ISBN 9783770813131 (Bd. 3), ISBN 9783863541378 (Bd. 4), Bd. 1, S. 335 f.
  4. www.stadt-reichelsheim.de
  5. Verordnung Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 33 vom 20. Juli 1821, S. 403–415 (411f).
  6. Der wilden Frau Gestühl. In: fr-online.de. 24. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2014.