Bloomington School

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Die Bloomington School, auch Bloomington School of Public Choice oder Indiana School, ist eine Richtung der Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft. Ihre bekanntesten Vertreter sind Vincent Ostrom und die Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom.

Lehren (Überblick)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vermeidung simpler Dichotomien wie Kapitalismus und Sozialismus, nicht im Sinne eines dritten Weges, sondern im Sinne der Betonung vielfältigen Mischformen von „Markt“ und „Staat“,
  • Ablehnung einer Regierungs- oder Staatsauffassung, die diese als einheitliche zentrale „Befehlsstruktur“ begreift. Stattdessen werden die vielfältigen Formen von Selbstorganisation auf unterschiedlichsten Ebenen hervorgehoben (polyzentrisches Recht) in der Tradition Alexis de Tocquevilles und Friedrich von Hayeks.
  • Empirische Untersuchung

Theoriegeschichte und -entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970er Jahre: Metropolitan Reform Debate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bloomington School entstand aus einer Gegenbewegung zum Metropolitan Reform Movement der 1970er Jahre: Während dieses die Verwaltungsstrukturen und -einheiten von Metropolregionen zentralistisch neu planen wollte, setzten sich ihre Vertreter für die Erhaltung der bestehenden, vermeintlich ineffizienten redundanten Strukturen ein. Zur Untermauerung ihrer These führten beispielsweise Vincent Ostrom et al. empirische Untersuchungen durch[1].

Elinor Ostrom: Governing the Commons[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweite Beachtung erhielt Elinor Ostroms empirische Untersuchung des Allmende-Problems in Governing the Commons.[2] 2009 wurde ihr hierfür der Wirtschaftsnobelpreis zugesprochen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primärliteratur

  • Vincent Ostrom, Charles M. Tiebout and Robert Warren: The Organization of Government in Metropolitan Areas: A Theoretical Inquiry. In: The American Political Science Review. Vol. 55, Nr. 4, Dezember 1961, S. 831–842 (Online (PDF; 2,1 MB)).

Sekundärliteratur

  • William C. Mitchell: Virginia, Rochester, and Bloomington: Twenty-five years of public choice and political science. In: Public Choice. Band 56, Nr. 2, Februar 1988, ISSN 0048-5829, doi:10.1007/BF00115751.
  • Paul Dragos Aligica / Peter J. Boettke: Challenging Institutional Analysis and Development. The Bloomington School. Routledge, London 2009, ISBN 978-0-415-77821-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vincent Ostrom, Charles M. Tiebout & Richard Warren: The organization of government in metropolitan areas: a theoretical inquiry. In: American Political Science Review, Vol. 55, 1961, S.831-842, Artikel zum Download (PDF, 2.1 MB).
  2. Elinor Ostrom: Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action. Cambridge University Press, Cambridge 1990, ISBN 0-521-37101-5.