Blowatz

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Wappen Deutschlandkarte
Blowatz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Blowatz hervorgehoben

Koordinaten: 53° 59′ N, 11° 32′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Neuburg
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 30,3 km2
Einwohner: 1106 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23974
Vorwahl: 038427
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 007
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 10a
23974 Neuburg
Website: Blowatz auf amt-neuburg.de
Bürgermeister: Tino Schmidt (SPD)
Lage der Gemeinde Blowatz im Landkreis Nordwestmecklenburg
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Blowatz ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Neuburg mit Sitz in der Gemeinde Neuburg verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über den Breitling zum Festland bei Blowatz

Das Gemeindegebiet von Blowatz liegt nördlich der Hansestadt Wismar auf dem Festland gegenüber der Insel Poel. Getrennt wird die Insel von den jeweils etwa einen Kilometer breiten Boddengewässern Breitling und Zaufe. Im Breitling liegen die Inseln Ahrendsberg, Baumwerder, Grot Deil und Weidenschwanz, die zum Gemeindegebiet gehören. Nach Osten steigt das Gelände allmählich auf bis zu 35 m ü. NN an. Zum Gemeindegebiet gehört ein Teil des Farpener Stausees.

Umgeben wird Blowatz von den Nachbargemeinden Boiensdorf im Norden, Neuburg im Osten, Krusenhagen im Süden sowie Insel Poel im Westen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Blowatz gehören die Ortsteile

  • Alt Farpen
  • Damekow
  • Dreveskirchen
  • Friedrichsdorf
  • Blowatz
  • Groß Strömkendorf
  • Heidekaten
  • Robertsdorf
  • Wodorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blowatz taucht 1296 erstmals in einer Urkunde auf. Im 8. und 9. Jahrhundert war das Gebiet von slawischen Obotriten besiedelt, deren Zentrum der alte Seehandelsplatz Reric war, in dem auch Franken, Friesen, Sachsen und Skandinavier lebten. Neuere Ausgrabungen lokalisierten die frühe Handelsstadt Reric westlich des Ortsteils Groß Strömkendorf, im 17. Jahrhundert Stromikendorp genannt, im nordöstlichen Bereich der Wismarbucht.[2] Durch die Beseitigung einer Panzersperre gegen die vorrückende Rote Armee Anfang Mai 1945 haben Hermann Wulff und Georg Scharfs mit der Unterstützung durch befreite Kriegsgefangene die militärische Einnahme des Ortes und damit Opfer unter der Bevölkerung verhindert.[3]

In Damekow bestand auch ein Gutsbesitz, in früher Zeit im Besitz[4] der nicht so bekannten Familie von Grell, nachmals 231 ha groß. Eigentümer wurde um 1900 der Gymnasiallehrer Dr. F. Hillmann,[5] dann Walter Hillmann.

Der Ortsteil Dreveskirchen war ursprünglich ein altes Gutsdorf, welches der Familie von Oertzen gehörte.[6] An letzter Stelle blieb es in der Hand der mecklenburgischen Uradeladelsfamilie von Viereck. Dreveskirchen blieb freies Eigentum, ein Allodialgut. Etwa Ende der 1920`er Jahre beinhaltete dieser relativ große landwirtschaftliche Betrieb eine Fläche von 335 ha Fläche, davon waren 36 ha Wald.[7] Letzter Eigentümer war ein Familienverbund.[8] Diesem gehörten an der spätere Generalleutnant zu Weimar Hans von Viereck (1872–1943), verheiratet mit Elisabeth Kramer, sowie der Bruder Hardenack von Viereck mit Sitz in Dreveskirchen. Des Weiteren waren nominell Inhaber die Neffen Adam Otto, Matthias und Gustav von Viereck, Söhne des gefallenen Oberleutnants Maximillian (Max)[9] von Viereck.[10]

Am 1. Juli 1950 wurde die bisher eigenständige Gemeinde Wodorf eingegliedert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Bürgermeister wurde Tino Schmidt (SPD) am 26. September 2021 gewählt, nachdem sein Vorgänger Tino Schomann am 17. Juni 2021 zum Landrat vom Landkreis Nordwestmecklenburg ernannt worden ist und deshalb das Amt des Bürgermeisters aufgab.

Die Gemeindevertretung setzt sich aus 10 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister zusammen.

Die CDU hat bei der Kommunalwahl 5 Sitze, die Wählergemeinschaft "Bürger für Blowatz" 3 Sitze, die LINKE 1 Sitz und eine Einzelbewerberin 1 Sitz bekommen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Blowatz
Blasonierung: „Geteilt durch einen Wellenschnitt; oben in Gold auf der Teilung zwei grüne Weiden mit schwarzem Stamm nebeneinander; unten in Blau ein oberhalbes, springendes silbernes Pferd zwischen zwei goldenen Ähren.“[11]
Wappenbegründung: In dem Wappen verweist der Wellenschnitt auf die angrenzende Ostsee. Während die Weiden als typisches Merkmal der Landschaft in der Gemeindeflur gelten, steht das Pferd für die traditionelle Pferdezucht und den Pferdesport. Die Ähren deuten auf den Haupterwerbszweig hin, die Landwirtschaft, insbesondere auf den Getreideanbau.

Das Wappen wurde von dem Weimarer Michael Zapfe gestaltet. Es wurde am 11. November 1996 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 117 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Dienstsiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE BLOWATZ • LANDKREIS NORDWESTMECKLENBURG“.[12]

Staudamm des Stausees Farpen
Brücke von Groß Strömkendorf auf dem Festland zur Insel Poel

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blowatz liegt an der östlichen, parallel zur B 105 verlaufenden Verbindungsstraße von Wismar nach Neubukow. Vom Ortsteil Groß Strömkendorf gelangt man über eine Straßenbrücke auf die Insel Poel. Der nächste Bahnhof befindet sich im acht Kilometer entfernten Neuburg an der Bahnstrecke Wismar–Rostock.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Blowatz ist Trägerin einer Kindertagesstätte in Dreveskirchen (Kita „Ostseekrabben“). In der Kita ist Platz für 79 Kindern, von der Krippe bis zum Hort. Die Gemeinde Blowatz verfügt ebenfalls über eine Grundschule und hat die Zulassung als „kleine Grundschule auf dem Lande“. Hier werden zurzeit 63 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse beschult. Die Gemeinde Blowatz beginnt ab August 2016 mit dem Bau eines Mehrgenerationenzentrums in Blowatz (Fertigstellung Oktober 2017). In diesem Zentrum werden 9 altengerechte Wohnungen, ein Friseur, ein Lebensmittelmarkt, eine Arztpraxis, ein Saal sowie das Büro des Bürgermeisters entstehen. Die Gemeinde bekommt für dieses Projekt 400.000 Euro Fördermittel aus dem LEADER Programm der EU. Damit baut die Gemeinde die Daseinsvorsorge für ihre Bürger massiv aus. Dieses Projekt ist auf Platz 1 als Leitprojekt des Landkreises Nordwestmecklenburg gelandet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. Die Amtsgerichtsbezirke Hagenow, Wittenburg, Boizenburg, Lübtheen, Dömitz, Grabow, Ludwigslust, Neustadt, Crivitz, Brüel, Warin, Neubukow, Kröpelin und Doberan. III. Band. Schwerin 1899, S. 491–496 (Digitalisat im Internet Archive [abgerufen am 30. Juli 2015]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Blowatz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2021 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Vgl. Frank Wietrzichowski: Untersuchungen zu den Anfängen des frühmittelalterlichen Seehandels im südlichen Ostseeraum unter besonderer Berücksichtigung der Grabungsergebnisse von Gross Strömkendorf. Wismar 1993, S. 47f.
  3. Alfred Harendt: Der Mann, der sich selbst sucht. in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 73
  4. Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der preussischen Monarchie. Erster Band. A - K, G. Ludwig Rauh, Berlin 1855, S. 285 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 10. Januar 2022]).
  5. H. Polstorff: XXXVI. Jahresbericht des Städtischen Gymnasiums zu Waren. 1905. Waren 36. 1905. Progr. - Nro. 791. Druck von C. Quandt, Waren 1905, S. 14 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 10. Januar 2022]).
  6. G. C. F. Lisch: Urkundliche Geschichte des Geschlechts von Oertzen. Vom Jahre 1600 bis zum Jahre 1725. In: Urkundliche Geschichte des Geschlechts von Oertzen. Drittel Theil. Vierte Abtheilung. Neuere Geschichte. 1570 — 1707 folgend, I. Die meklenburgische Linie. Das Haus Roggow. In Commission der Stiller`schen Hofbuchhandlung (Carl Bolhoevener), Schwerin 1866, S. 182 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 10. Januar 2022]).
  7. Ernst Seyfert, Hans Wehner, W. Baarck: Niekammer`s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher, Band IV. Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe von Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts mit Angabe der Gutseigenschaft, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. In: Mit Unterstützung vieler Behörden und der Landbünde zu Güstrow und Neubrandenburg (Hrsg.): 4. Letzte Ausgabe. 4. Auflage. IV Reihe Paul Niekammer. Verlag von Niekammer`s Adreßbüchern G.m.b.H., Leipzig 1928, S. 233 (g-h-h.de [abgerufen am 10. Januar 2022]).
  8. Sebastian Joost: Wege durch die Jahrhunderte. Die Adelsfamilie Vieregge, Vieregg, Viereck. In: Familien-Chronik. 1. Auflage. Aufbruch in die Moderne (1806–1918). W. Kohlhammer, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-17-036761-6, S. 137–138 (google.de [abgerufen am 10. Januar 2022]).
  9. Programm des Groszherzoglichen Gymnasium Friderico-Francisceum zu Doberan. Ausgegeben zu Ostern 1895 von Dr. W. Kühne, Director. In: Schulnachrichten. 4. Verzeichnis der Schüler (Nach der Ordnung von Weihnachten 1894), 1895. Progr. Nr. 674. Herm. Rehse & Co, Doberan 1895, S. 18 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 10. Januar 2022]).
  10. Hans Friedrich v. Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser / A Uradel/ (vor 1400 nobilitiert) 1955. In: Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): GHdA, 1951 bis 2014; Nachfolger "des Gotha". Band II, Nr. 11. C. A. Starke, 1955, ISSN 0435-2408, S. 444–445 (d-nb.info [abgerufen am 10. Januar 2022]).
  11. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 155/156.
  12. Hauptsatzung § 1 (PDF; 143 kB).