Blowby

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Unter Blowby versteht man das bei der Kompression in einem Verbrennungsmotor oder Kolbenverdichter an den Kolbenringen vom Arbeitsraum in den Triebwerksraum vorbeistreifende Gas. Er beträgt selbst bei optimaler Abdichtung ca. 0,5 % bis 2 % des gesamten Gasvolumens.

Im Falle des Verdichters wird dabei der erreichbare maximale Druck und die geförderte Menge geringer.

Beim Verbrennungsmotor wird die Kompression am Ende des Verdichtungstaktes (geringfügig) geringer. Während des Verbrennungstaktes gelangt heißes und mit oft aggressiven Schadstoffen verunreinigtes Gas in das Kurbelgehäuse. Dadurch wird das Motoröl stärker belastet, und das Kurbelgehäuse muss entlüftet werden. Die Kurbelgehäuseentlüftung endet meistens im Luftfilterkasten bzw. der Airbox. Das entwichene Gas wird daher beim nächsten Arbeitstakt wieder angesaugt und entweicht so weitestgehend nicht direkt in die Umwelt. Zusätzlich zu den Schadstoffen werden bei der Entlüftung des Kurbelgehäuses auch Öltropfen mitgerissen. Durch die Einleitung des Blowbys in den Ansaugtrakt kann hierdurch eine starke Verschmutzung der Komponenten (Drosselklappe, Turbolader, Ventile usw.) hervorgerufen werden. Besonders der Turbolader und der Ladeluftkühler werden hiervon negativ beeinflusst, es kann zu Leistungseinbußen und Störungen kommen. Ein weiterer Nebeneffekt ist das Mitreißen von unverbrannten Kraftstoffresten, insbesondere beim Kaltstart, was zu Ölverdünnung führt.

Der Verlust durch Leckage (Leckageverlust) kann schrittweise in einer Motorprozessrechnung ermittelt werden und beträgt bei nicht verschlissenen und gut gewarteten Motoren weniger als 1 %.

Leckageverlust
Innerer Wirkungsgrad mit wirklichem Brennverlauf, ohne Leckage
Innerer Wirkungsgrad mit wirklichem Brennverlauf, mit Leckage
Innere Arbeit des Hochdruckprozesses mit Wandwärmeübergang, ohne Leckage, SI-Einheit: Joule
Innere Arbeit des Hochdruckprozesses mit Wandwärmeübergang, mit Leckage, SI-Einheit: Joule

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard van Basshuysen, Fred Schäfer (Hrsg.): Handbuch Verbrennungsmotor 1. Auflage. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 2002, ISBN 3-528-03933-7
  • Rudolf Pischinger, Manfred Klell, Theodor Sams: Thermodynamik der Verbrennungskraftmaschine. 2. überarbeitete Auflage. Der Fahrzeugantrieb. Springer, Wien / New York 2002, ISBN 3-211-83679-9