Blume

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Dieser Artikel befasst sich mit der Blume als Teil einer Blütenpflanze. Für weitere Bedeutungen, siehe Blume (Begriffsklärung).
Blumen mit Schmetterling und Biene
Eine Blumenwiese

Eine Blume bezeichnet in der Alltagssprache entweder eine "Pflanze, die größere, ins Auge fallende Blüten hervorbringt",[1] oder eine "einzelne Blüte einer Blume mit Stiel"[1] oder wird als Kurzform für "Blumenstock"[1] verwendet. Sie dient oft als Schmuck, z. B. als Schnittblume in einem Blumenstrauß, als Blumenkranz oder Blumengebinde. In der Bildenden Kunst sind Blumen als florales Motiv ein häufig dargestelltes Thema.

In der Botanik ist der Begriff Blume dagegen klar definiert und wird insbesondere vom Begriff Blüte getrennt. Während die Blume über ihre Funktion bei der Bestäubung definiert ist, ist eine Blüte ein durch die Morphologie eindeutig definierter Begriff.

Definition in der Botanik und Abgrenzung zur Blüte

Eine Blume ist die bestäubungsbiologische Einheit der Blütenpflanzen. Es ist ihre Aufgabe, Bestäuber anzulocken oder sie bildet eine technisch-funktionelle Einheit. Blume ist also ein ökologisch-funktional definierter Begriff. So werden von Tieren bestäubte Blumen nach ihren Bestäubern eingeteilt, etwa die Vogelblumen oder die Käferblumen.

Eine Blüte wird als Spross begrenzten Wachstums im Dienste der sexuellen Vermehrung definiert. Ihr Aufbau ist klar gegliedert in Blütenhülle, Staubblätter und Fruchtblätter. Tulpen- oder Rosenblüten sind hierfür gute Beispiele. Dabei müssen sie keineswegs auffällig gebaut oder gefärbt sein, auch Gräser besitzen Blüten.

Zusammenhang zwischen Blüte und Blume

  • Eine Blüte kann mehrere Blumen beinhalten, so bei den Irisarten. Hier ist jede der drei Seiten eine Anlockungseinheit (Meranthium) für die Bestäuber.
  • Eine Blume kann aus mehreren Blüten zusammengesetzt sein (Pseudanthium), zum Beispiel die Körbchen bei Korbblütlern wie der Sonnenblume. Hier fungieren alle Blüten zusammen als Anlockungseinheit und dienen als Landeplatz für die Bestäuber.

Blumentypen

Nach der Gestalt der Blumen werden verschiedene Blumentypen unterschieden. Der Blumentyp steht dabei in enger Verbindung zum jeweiligen Bestäuber:[2][3]

  • Scheiben- und Schalenblume sind flach, der Zugang zur Blumenmitte ist nicht eingeschränkt. Sie werden vorwiegend von pollenfressenden Käfern besucht. Ein Beispiel ist der Klatsch-Mohn.
  • Die Becher- oder Glockenblumen sind zunehmend verengt und bilden einen Trichter oder Becher. Beispiel sind Krokusse.
  • Röhrenblumen sind noch enger wie die Becher- oder Glockenblumen.
  • Stieltellerblumen besitzen eine schmale Röhre, auf der eine flache Scheibe sitzt, Beispiele sind die Nelken.
  • Bei den Spornblumen ist der Nektar in einem Sporn versteckt, Beispiel ist das Veilchen.
  • Bei der Revolverblume gibt es mehrere Zugänge zum Nektar, Beispiel ist Gentiana acaulis.
  • Bei Rachenblumen kriechen die Bestäuber durch einen relativ großen Blütenschlund tief in die Blüte hinein.
  • Bei Lippenblumen ist die Blüte deutlich zweigeteilt, wobei die Unterlippe als Landefläche für die Bestäuber dient. Beispiel sind die der Lippenblütler und Lippenblütlerartigen. Wenn die große Unterlippe der Blüte über die Oberlippe gestülpt und dadurch der Schlund verschlossen ist spricht man von einer
    • Maskenblume (oft gleichzeitig auch Rachenblume): der Verschluss (die Maske) muss durch das Gewicht des Bestäubers geöffnet werden in dem er auf der großen Unterlippe landet und diese niederdrückt. Beispiele sind Echtes Leinkraut und Großes Löwenmaul.
  • Bürsten- und Pinselblumen besitzen zahlreiche Staubblätter, die bürsten- oder pinselförmig aus der Blüte gestreckt werden. Beispiele sind die Blütenstände der Akazien und Weiden.
  • Fallenblumen schließen die Bestäubenden zeitweilig ein. Untertypen sind Klemmfallen (Asclepias) und Gleitfallen (Arum).
  • Bei Fahnenblumen ist die adaxiale Seite der Blütenhülle auffällig, stark vergrößert, eine Fahne. Ein Beispiel ist die Schmetterlingsblüte
  • Spezielle Formen:
    • Scheinblumen (Pseudanthium)
      • Bei den Körbchen-, Köpfchenblumen sind mehrere Einzelblüten in einem rundlichen oder scheibenförmigen Blütenstand so dicht zusammengefasst, dass der Blütenkorb optisch wie eine Einzelblüte wirkt
      • Bei den Kolbenblumen sitzen die kleinen Einzelblüten einer dicken, fleischigen, keulenförmigen Achse auf, so dass eine kolbenartige Infloreszenz entsteht.[4]
    • Die Schirmblumen (Doldenblüten) tragen den Namen aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit einem Regenschirm.[5]
    • Pollenblumen besitzen Blüten die ausschließlich oder vorwiegend Pollen als Nahrung für Blütenbesucher anbieten. Sie besitzen viele Staubbeutel, die reichlich Pollen produzieren, dieser ist dann meist leicht zugänglich.
    • Nektarblumen; Pflanzen, die für die bestäubenden Tiere in den Honigdrüsen ihrer Blüten Nektar ausscheiden.
    • Täuschblumen sind Blüten die den Besuchern (Bestäubern) etwas vortäuschen, was diese zum Besuch verlockt, in Wirklichkeit aber gar nicht vorhanden ist. Indem sie entweder deren Futtersuch-, Eiablage- oder sexuelles Verhalten ausnutzen.

Entsprechend der Anpassung an die Bestäuber bilden die Blumen Merkmalssyndrome, die als Blumenstile bezeichnet werden. Sie werden unter den einzelnen Bestäubungsformen näher besprochen. Beispiele sind Vogelblumen, Bienenblumen etc.

Größe

Die größte Blume der Erde wird von der Titanenwurz (Amorphophallus titanum) gebildet und wird über zwei Meter hoch, die größte Blüte der Erde (Rafflesia arnoldii) wird dagegen von einer Pflanzenart der Familie der Rafflesiengewächse gebildet und wird etwa einen Meter breit.

Übertragenes

  • Bei der Blumensprache werden in einem Strauß Blumen so nach Farbe und Form arrangiert, dass eine Botschaft enthalten ist.
  • Durch die Blume gesagt bezeichnet eine Form der Verhüllung einer negativen Aussage durch beschönigende Wortwahl.
  • Die Kunstblume ist ein aus synthetischem oder natürlichen Material gefertigtes Schmuckelement, das als Gesteck geformt länger haltbar ist als ein Blumenstrauß.
  • Die Bierblume ist eine Blume im übertragenen Sinn, wobei der obere cremig-weiße Anschluss über dem gelben Getränk mit der schönen (botanischen) Form verglichen wird.

Einzelnachweise

  1. a b c Blume, die. Duden, abgerufen am 18. November 2016.
  2. P. Sitte, E. W. Weiler, J. W. Kadereit, A. Bresinsky, C. Körner: Strasburger – Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 35. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1010-X, S. 773; Peter Leins: Blüte und Frucht. Morphologie, Entwicklungsgeschichte, Phylogenie, Funktion, Ökologie. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2000, ISBN 3-510-65194-4, S. 182–187.
  3. Blumentypen - Blumenformen - Gestalttypen auf garten-treffpunkt.de, abgerufen am 14. September 2017.
  4. Hans Kugler: Blütenökologie. 2. Auflage, Urban & Fischer, 1970, 1990, ISBN 978-3-437-20037-3 (Reprint), S. 32.
  5. Johann Georg Krünitz: Oeconomische Encyclopädie. Band 144, Pauli, 1826, S. 621.

Weblinks

 Commons: Blume – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Blume – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Blume – Zitate