Bo-Kaap

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Bo-Kaap
Bo-Kaap (Südafrika)
Bo-Kaap
Bo-Kaap
Koordinaten 33° 55′ S, 18° 25′ OKoordinaten: 33° 55′ S, 18° 25′ O
Basisdaten
Staat Südafrika

Provinz

Westkap
Metropole City of Capetown
Höhe 84 m
Einwohner 6000 (2010)
Gründung 18. JahrhundertVorlage:Infobox Ort/Wartung/Datum
Blick auf Bo-Kaap und den Tafelberg
Blick auf Bo-Kaap und den Tafelberg

Bo-Kaap (Afrikaans; deutsch etwa: „Über dem Kap“), auch Malay Quarter[1] („Malaienviertel“) oder Slamsebuurt[2] („Islamviertel“), offiziell Schotschekloof, ist ein Stadtteil von Kapstadt in der südafrikanischen Provinz Westkap (Western Cape). Er entstand als Siedlung von Kapmalaien, die bis heute die Mehrheit der Bewohner stellen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bo-Kaap liegt zwischen dem Stadtzentrum und dem Hang des Signal Hill[1] im Westen des Kapstädter Zentrums, etwa einen Kilometer vom Bahnhof Cape Town entfernt. Nördlich liegt der Stadtteil De Waterkant.

Bo-Kaap ist – historisch gesehen – etwa einen Quadratkilometer groß;[3] über 6000 Menschen leben dort.[2] Über 90 Prozent von ihnen sind Muslime, darunter wiederum 90 Prozent Schāfiʿiten.[4] Insgesamt gibt es zehn Moscheen im Bo-Kaap.[3] Der Stadtteil zeichnet sich durch enge, steile Gassen und in unterschiedlichen grellen Farben gestrichene Fassaden aus. Der Baustil ist eine Synthese aus kapholländischer und Edwardianischer Architektur.

Offiziell wird der Stadtteil als Sub Place Schotschekloof geführt und liegt zwischen Signal Hill und Buitengracht Street, dem Motorway M62. 2011 hatte er 3203 Bewohner.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bo-Kaap wurde im 18. Jahrhundert von Kapmalaien besiedelt, nachdem sie aus der Sklaverei entlassen worden waren. Ältestes erhaltenes Haus im Originalzustand ist das heutige Bo-Kaap Museum aus den 1760er Jahren. Tuan Guru gab von hieraus der Islamisierung der Sklaven und freigelassenen schwarzen Bevölkerung wichtige Impulse. In der Folge wurden mehrere Moscheen errichtet, 1794 die Auwal Mosque in der Dorp Street – die erste Moschee Südafrikas[6] –, ab 1811 die Palm Tree Mosque[7] in der Long Street, die historisch zu Bo-Kaap gehört, und 1844 die Nural Islam Mosque. 1886 sollte auf Anordnung der Behörden die 1805 eingerichtete muslimische Begräbnisstätte Tana Baru Cemetery geschlossen werden; der – letztlich erfolglose – Widerstand tausender Bewohner gilt als bedeutendste Aktion der Kapmalaien gegen die Obrigkeit.[8]

Nach dem Ende der Apartheid und der Aufhebung des Group Areas Act wurden viele Häuser instandgesetzt. Es setzte aber auch mit dem Zuzug reicher Bewohner und der Kündigung bestehender Mietverträge eine Gentrifizierung ein.[9] 2016 wurden Planungen für ein 17-stöckiges Hochhaus mit Luxusapartments bekannt.[10]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße in Bo-Kaap mit Moschee
Häuser in Bo-Kaap

Bo-Kaap gilt mit seinen grellbunt gestrichenen Häusern, den Moscheen, dem Bo-Kaap Museum und Straßen mit Kopfsteinpflaster als touristische Sehenswürdigkeit. Die Straße M62 führt durch Bo-Kaap.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robyn Wilkinson, Astrid Kragolsen-Kille: Bo-Kaap: inside Cape Town’s Malay Quarter. Struik, Cape Town 2006, ISBN 978-1770072817, Auszüge bei books.google.de.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bo-Kaap – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Beschreibung bei kapstadt.de, abgerufen am 17. Mai 2015
  2. a b Beschreibung bei bokaap.co.za (englisch), abgerufen am 17. Mai 2015
  3. a b Bo-Kaap bei kapstadt-entdecken.de, abgerufen am 17. Mai 2015
  4. Beschreibung bei bokaap.co.za (englisch), abgerufen am 17. Mai 2015
  5. Volkszählung 2011, abgerufen am 17. Mai 2015
  6. Auwal Moschee Internetseite (englisch), entnommen am 14. Juli 2016
  7. Alan Mountain: An Unsung Heritage: Perspectives on Slavery.. New Africa Books, 2004, ISBN 9780864866226, S. 94 (Zugriff am 14. Juli 2016).
  8. Tana Baru Cemetery uprising bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 17. Mai 2015
  9. Ronnie Donaldson, Nico Kotze, Gustav Visser, JinHee Park, Nermine Wally, Janaina Zen, Olola Vieyra: An Uneasy Match: Neoliberalism, Gentrification and Heritage Conservation in Bo-Kaap, Cape Town, South Africa. In: Urban Forum. Vol. 24/2, Juni 2013, S. 173–188 (Abstract), abgerufen am 17. Mai 2015
  10. Schauplatz Kapstadt – Der Fluch der bunten Häuschen. sueddeutsche.de vom 20. September 2016, abgerufen am 21. März 2017