Bob Marley

Bob Marley [] (* 6. Februar 1945 in Nine Miles, Saint Ann Parish, Jamaika; † 11. Mai 1981 in Miami, USA;[1] eigentlich Robert Nesta Marley, ab März 1981 Berhane Selassie) war ein jamaikanischer Reggaemusiker, Gitarrist, Songwriter sowie Aktivist und gilt als bedeutendster Vertreter und Mitbegründer der Reggaemusik.
Musikalisch trat Marley in seiner Karriere fast ausschließlich als Teil der Wailers auf, deren Frontmann und Hauptautor Marley war. Die Band wurde ab Mitte der 1970er-Jahre international bekannt, zu ihren kommerziell erfolgreichsten Liedern gehören unter anderem: Stir It Up (1967), I Shot the Sheriff und Get Up, Stand Up (je 1973), No Woman, No Cry (1975), Could You Be Loved und Redemption Song (je 1980) sowie Buffalo Soldier (1983). Neben seinem musikalischen Werk verbreitete Marley die Botschaft der Rastafari-Bewegung, was sich auch deutlich in seiner Musik, dem sogenannten Roots-Reggae, widerspiegelt. Für deren Anhänger und für viele Menschen der Dritten Welt war und ist Marley eine wichtige Identifikationsfigur.
Privatleben und Familie
Kindheit und Jugend

Robert Nesta Marley wurde am 6. Februar 1945 um 2.30 Uhr morgens in dem Dorf Nine Miles in dem Parish (Gemeinde) Saint Ann in der britischen Kolonie Jamaika im Haus seines Großvaters geboren.
Seine dunkelhäutige Mutter, die Sängerin[1] Cedella Marley Booker, war bei seiner Geburt 18 Jahre alt, sein weißer Vater Norval Sinclair Marley (1885–1955), ein Hauptmann der britischen Armee,[1] dagegen schon etwa 60 Jahre. Die Hochzeit der beiden war ein Skandal und führte zum Ausscheiden von Captain Marley aus der Armee.
Marley äußerte sich später kaum über seinen englischen Vater. Mehreren Berichten zufolge dauerte dessen Beziehung zu seiner Mutter nur kurz. Nach anderen Berichten soll er die Familie mit einem Lebensmittelgeschäft mühsam über die Runden gebracht und erst Jahre später verlassen haben.
Marleys Kindheit war geprägt von der Kultur der schwarzen Mehrheitsbevölkerung, von magischen Vorstellungen, von Kobolden, der Vorstellung von Geistern und von unzähligen Geschichten, aber auch von der spezifischen Ausprägung des in der damaligen britischen Kolonie Jamaika gepflegten Christentums. Er verbrachte seine Kindheitsjahre in der ländlichen Kleinstadt Rhoden Hall. Er folgte seiner Mutter mit zwölf Jahren nach Trenchtown, einem Stadtteil der jamaikanischen Hauptstadt Kingston, in der sie hofften, Arbeit zu finden.
Mit 16 Jahren brach er die Schule ab, auf Wunsch seiner Mutter wurde er Mechaniker. Nach einigen Jahren gab er jedoch die Arbeit in einer Fahrradreparaturwerkstatt auf und verwirklichte seinen Traum, Musiker zu werden. In seiner Jugend verbrachte er viel Zeit in der Suppenküche seines engen Freundes Vincent Ford, der ihn zu mehreren seiner Lieder inspirierte und unter anderem als Autor von No Woman, No Cry geführt wird.[2]
Ehe, Familie und Kinder
Am 11. Februar 1966 heiratete Marley seine kubanische Jugendfreundin Rita Anderson. Schon am folgenden Tag brach er in die Vereinigten Staaten auf, um seine Mutter, die inzwischen in Delaware lebte, zu besuchen. Dort arbeitete er auch einige Zeit, um seine Musikerkarriere finanzieren zu können. Doch schon bald zog es ihn wieder in seine Heimat Jamaika. Mit seiner Frau Rita hatte er vier leibliche Kinder und ein Stiefkind, das er nach der Hochzeit adoptierte: Cedella (* 1967), David (Ziggy) (* 1968), Stephen (* 1972), Stephanie (* 1974) und Sharon (* 1964, adoptiert). Ziggy, Cedella, Stephen und Sharon traten gemeinsam als Reggaeband Ziggy Marley and the Melody Makers auf.
Marley hatte auch sieben uneheliche Kinder, als er mit Rita verheiratet war:
- Mit Janet Hunt: Rohan (* 1972)
- Mit Patricia Williams: Robbie (* 1972)
- Mit Janet Bowen: Karen (* 1973)
- Mit Lucy Pounder: Julian (* 1975)
- Mit Anita Belnavis: Ky-Mani (* 1976)
- Mit Cindy Breakspeare: Damian (* 1978)
- Mit Yvette Crichton: Makeda (* 1981)
Ebenso wie die mit seiner Ehefrau gemeinsamen Kinder starteten auch Ky-Mani, Julian und Damian erfolgreich Solokarrieren als Reggaemusiker.
Spiritualität
Ab Mitte der 1960er-Jahre identifizierte sich Marley mehr und mehr mit der Religion der Rastafari. 1967 konvertierte er vom Christentum zum Rasta. Die Rastafari berufen sich auf die Bibel, führen einen Kampf gegen die Unterdrückung der Schwarzen und hoffen auf ihre künftige Heimkehr nach Afrika. Sie tragen gedrehte, verfilzte Haare, die Dreadlocks, welche ihnen ein löwenähnliches Aussehen verleihen. Die Religion mit ihren spirituellen und mystischen Elementen hatte auch großen Einfluss auf Marleys Musik. Religiöse Rhetorik bestimmte seine Songs und verlieh ihnen eine hypnotische Ausstrahlung. In Interviews zitierte er gerne aus dem Alten Testament.
Acht Monate vor seinem Tod, am 4. November 1980, ließ er sich in Miami auf Drängen seiner Mutter und auch angesichts seiner fortgeschrittenen Erkrankung in der Kirche der äthiopischen Gemeinde nach christlich-orthodoxem Ritus taufen.[3]
Politik, Mordanschlag und Friedensinitiative
Im Dezember 1976 sollte in Jamaika auf Initiative der sozialdemokratischen People’s National Party (PNP) ein Friedenskonzert mit dem Titel Smile Jamaica veranstaltet werden, das ein Zeichen gegen die dramatisch zunehmende politische Gewalt auf der Insel setzen sollte. Marley, der sich immer ausdrücklich von der jamaikanischen Politik distanziert hatte, tendenziell jedoch als PNP-Sympathisant galt, stimmte einem Auftritt zu. Am 3. Dezember 1976, zwei Tage vor dem Konzert, drangen Unbekannte in sein Haus ein und verletzten durch mehrere Schüsse ihn, seine Frau Rita und seinen Manager Don Taylor. Taylor und Marleys Frau wurden schwer verletzt, konnten später aber vollständig genesen. Marley erlitt nur leichte Verletzungen an Brust und Arm und konnte bei dem 90-minütigen Konzert auftreten.
Der Hintergrund der Tat und die Täterschaft konnten nie vollständig geklärt werden. Zahlreiche Spekulationen ranken sich um das Ereignis. Viele Beobachter glauben an einen Zusammenhang mit Marleys Teilnahme an dem Friedenskonzert und vermuten die Auftraggeber des Attentats im Umfeld der rechten Jamaica Labour Party (JLP) oder gar der amerikanischen CIA.
2014 verarbeitete der jamaikanische Schriftsteller Marlon James den Mordanschlag auf Marley in seinem preisgekrönten Roman A Brief History of Seven Killings.
Nachdem es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der PNP und der JLP gekommen war, bat Marley 1978 beim One Love Peace Concert in Kingston den jamaikanischen Premierminister Michael Manley (PNP) und den Oppositionsführer Edward Seaga (JLP) auf die Bühne und veranlasste mit sanftem Nachdruck die zunächst widerstrebenden Kontrahenten zum öffentlichkeitswirksamen Händedruck. Die Anhänger beider Parteien stellten die gewalttätigen Auseinandersetzungen daraufhin weitgehend ein.[4]
Tod

Im Herbst 1980 sollte Marley im Rahmen einer Tournee mit der Gruppe The Commodores den endgültigen Durchbruch in den Vereinigten Staaten schaffen. Nach einer Fußverletzung, die sich der Fußballfan 1977 beim Spielen zugezogen hatte und die er aufgrund seiner Rastafari-Ideologie nicht behandeln ließ, verschlechterte sich sein körperlicher Zustand. Später wurde an einer seiner großen Zehen[5] ein metastasiertes Melanom diagnostiziert („schwarzer Hautkrebs“). Nach den ersten USA-Konzerten im September 1980 in Boston, Providence und im Madison Square Garden brach er beim Joggen im Central Park in New York zusammen. Die Diagnose lautete: Tumorbefall der Leber, der Lunge und des Gehirns. Sein letztes Konzert gab er am 23. September 1980 im Benedum Center im Stanley Theater in Pittsburgh, Pennsylvania.
Nachdem die Fachärzte des Sloan Kettering Cancer Centers in New York ihm nur noch wenige Wochen zu leben prognostiziert hatten, wandte sich Marley an den deutschen Arzt Josef Issels, der im bayerischen Rottach-Egern am Tegernsee eine Klinik für hoffnungslose Krebspatienten betrieb und Methoden anwandte, die von der Fachwelt nicht anerkannt wurden. Marley zog zur Behandlung dorthin und verlor durch die Chemotherapie seine Dreadlocks, was für ihn als religiösen Rastafari eine Katastrophe darstellte. Das Klima, insbesondere die für Marley ungewohnt niedrigen Temperaturen, waren eine zusätzliche Belastung.[6]
Während der Therapie ließ sich Marley als Mitglied der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche auf den Namen Berhane Selassie („Licht der Dreifaltigkeit“) taufen – in Anlehnung an den letzten äthiopischen Kaiser Haile Selassie, der von den Rastafaris als der in der Bibel angekündigte wiedergekehrte Messias angesehen wird. Am 8. Mai 1981 beschloss er, zum Sterben nach Jamaika zurückzukehren. Bei der Zwischenlandung in Florida in den frühen Morgenstunden des 11. Mai 1981 war er jedoch schon zu schwach für den Weiterflug. Er wurde in das heutige Jackson Memorial Hospital in Miami gebracht, wo er gegen 11:30 Uhr im Alter von 36 Jahren starb. Sein Sarg wurde in sein Heimatdorf Nine Miles auf Jamaika überführt. Im Rahmen einer nationalen Trauerfeier wurde er mit einer Bibel, seiner roten Gibson-Gitarre, einem Marihuanazweig und einem Ring, der ihm von Haile Selassie persönlich bei einer Privataudienz geschenkt worden sein soll, in einem Mausoleum beigesetzt.
Marleys Witwe Rita verwaltet bis heute den Nachlass, dessen Marktwert auf 600 Millionen US-Dollar geschätzt wird.[7] Zu seinem 60. Geburtstag gab es Verwirrung um eine angebliche Aussage der Witwe, wonach seine Leiche aus dem Mausoleum in Nine Miles exhumiert und in einer Gedenkstätte in Shashemene in Äthiopien beigesetzt werden sollte. Diese Meldungen lösten in Jamaika Aufregung und Empörung aus und wurden später dementiert.[8][9]
Karriere
Frühe Jahre
Das Leben in den Armenvierteln von Kingston war von Hoffnungslosigkeit und Gewalt geprägt. Musik war für viele Jugendliche oftmals die einzige Möglichkeit, der tristen Alltagswelt zu entfliehen. Einer dieser Jugendlichen war Jimmy Cliff, der schon mit 14 Jahren einige Lieder aufgenommen hatte. Cliff machte Marley mit Leslie Kong, einem örtlichen Musikproduzenten, bekannt. Mit Kong nahm er im Jahr 1962 seine erste Single Judge Not auf. Weder Judge Not noch seine ebenfalls im Jahr 1962 erschienen Singles One More Cup Of Coffee und Terror verkauften sich besonders gut, so dass Marley die Zusammenarbeit beendete.
Marley war von der Musik der US-amerikanischen Radiosender – von Country, Pop, Rock und Soul – fasziniert. Besonders liebte er Ray Charles und Fats Domino. Durch diese Vorliebe lernte er Bunny Wailer kennen und freundete sich mit ihm an. Gemeinsam besuchten sie einen Musikkurs, der vom berühmten jamaikanischen Sänger Joe Higgs abgehalten wurde. In diesem begegneten sie Peter Tosh und schlossen Freundschaft.
The Wailers

Die später als The Wailers – oft auch als Bob Marley & The Wailers – bekannte jamaikanische Musikgruppe wurde 1963 von Marley, Junior Braithwaite, Beverley Kelso, Cherry Smith und Peter Tosh gegründet. Nach mehreren Namensänderungen etablierte sich die Gruppe unter dem Namen The Wailers. Braithwaite, Kelso und Smith waren nur an den frühen Aufnahmen beteiligt und verließen die Band 1965.
Musikalisch waren die frühen Wailers zunächst stark vom Ska geprägt. In den späten 1960er-Jahren integrierte die Gruppe zunehmend Elemente jamaikanischer und afrikanisch beeinflusster Volksmusik. Die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Lee Perry führte zu einem langsameren Rhythmus und trug wesentlich zur Entwicklung des Reggae bei. Der wachsende Erfolg ermöglichte Marley auch finanziell bessere Lebensbedingungen und erste internationale Auftritte.
Ein weiterer bedeutender Schritt in der internationalen Karriere der Band war Eric Claptons kommerziell erfolgreiche Coverversion von I Shot the Sheriff. 1974 verließen Tosh und Wailer die Gruppe nach Differenzen mit Marley und begannen Solokarrieren. Marley setzte seine Karriere mit einer neu formierten Begleitband fort.[10] Das Vokaltrio I-Threes, bestehend aus Marcia Griffiths, Rita Marley und Judy Mowatt, übernahm dabei die Gesangsbegleitung.
Die von Marley geschriebene Musik verband häufig spirituelle, politische und sozialkritische Themen, die stark von der Rastafari-Religion beeinflusst waren. Werke wie Concrete Jungle (1972),War (1976) und Zimbabwe (1980) thematisierten politische und gesellschaftliche Fragen, während er zugleich Liebeslieder veröffentlichte. Charakteristisch war außerdem die zunehmende Verwendung des jamaikanischen Kreolischen (Patois) neben dem Englischen.[11] Marley trug damit dazu bei, dass diese Volkssprache auch unter anderen jamaikanischen Musikern größere Bedeutung erlangte.
1980 wurde Marley zur Unabhängigkeitsfeier Simbabwes eingeladen und trat dort offiziell auf. Er betrachtete diesen Auftritt als eine der größten Ehrungen seines Lebens.[12]
Bis zu seinem Tod veröffentlichte Marley 13 Studioalben mit der Band und ging neun Mal auf Welttournee. Die Band verkaufte über 75 Millionen Tonträger, womit sie zu den Interpreten mit den meisten verkauften Tonträgern weltweit zählt.[13] Ihre erfolgreichste Veröffentlichung ist die Kompilation Legend mit über 26,1 Millionen verkauften Einheiten. Dieses zählt damit nicht nur zu den weltweit meistverkauften Musikalben, sondern ist laut dem Guinness-Buch der Rekorde das meistverkaufte Reggaealbum weltweit.[14]
1987 wurden Peter Tosh und Wailers-Schlagzeuger Carlton Barrett in Kingston ermordet. Wegen der anhaltenden Gewalttätigkeiten verließ die Band schließlich Jamaika.
Diskografie
Solokarriere
Singles
| Jahr | Titel Album |
Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1962 | Judge Not – |
Erstveröffentlichung: 1962 als Robert Marley & Beverley’s All-Stars |
| One Cup of Coffee – |
Erstveröffentlichung: 1962 als Bobby Martell & Beverley’s All-Stars | |
| Terror – |
Erstveröffentlichung: 1962 als Bobby Martin |
Mit den Wailers
Studioalben
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen/‑monate, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen/Monate, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1966 | The Wailing Wailers Studio One (WIRL) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: 15. Oktober 1965 |
| 1970 | Soul Rebels Upsetter Records (BCM) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: Dezember 1970 |
| 1971 | Soul Revolution Part II Trojan Records (TTL) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: Juli 1971 |
| The Best of The Wailers auch bekannt als: Cheer Up, In the Beginning, Reggae!, Roots I, Shake Down oder Soul Captives Beverly’s Records (BLP) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: 23. August 1971 | |
| 1973 | Catch a Fire Island Records (CBS) |
— | — | — | UK— |
US171 (5 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 13. April 1973 Verkäufe: + 207.500 |
| Burnin’ Island Records (CBS) |
— | — | — | UK— |
US151 (6 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 19. Oktober 1973 Verkäufe: + 700.000 | |
| 1974 | Natty Dread Island Records (EMI) |
— | — | — | UK43 (5 Wo.)UK |
US92 (28 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 1974 Verkäufe: + 220.000 |
| 1976 | Rastaman Vibration Island Records (EMI) |
— | — | — | UK15 (13 Wo.)UK |
US8 (22 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 30. April 1976 Verkäufe: + 760.000 |
| 1977 | Exodus Island Records (EMI) |
DE58 a (2 Wo.)DE |
AT21 (1 Mt.)AT |
CH40 a (12 Wo.)CH |
UK8 ×2 (65 Wo.)UK |
US20 (24 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 3. Juni 1977 Verkäufe: + 1.880.000 |
| 1978 | Kaya Island Records (EMI) |
DE— |
— | — | UK4 (24 Wo.)UK |
US50 (17 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 23. März 1978 Verkäufe: + 1.760.000 |
| 1979 | Survival Island Records (EMI) |
DE40 (23 Wo.)DE |
— | — | UK20 (6 Wo.)UK |
US70 (14 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 1979 Verkäufe: + 590.000 |
| 1980 | Uprising Island Records (EMI) |
DE5 (67 Wo.)DE |
AT6 (7 Wo.)AT |
— | UK6 (17 Wo.)UK |
US45 (23 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 10. Juni 1980 Verkäufe: + 1.635.000 |
| 1983 | Confrontation Island Records (EMI) |
DE31 (16 Wo.)DE |
AT18 (1 Mt.)AT |
— | UK5 (19 Wo.)UK |
US55 (15 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 23. Mai 1983 Verkäufe: + 700.000 |
grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar
Rezeption
Nachhaltige Wirkung
Marleys musikalisches Erbe lebt als unvergänglicher Bestandteil der Musikgeschichte weiter. So widmete ihm der bedeutende brasilianische Sänger und Liedermacher Gilberto Gil sein Album Kaya N’Gan Daya. Marleys geschriebener Titel Get Up, Stand Up wurde zu einer inoffiziellen Hymne von Amnesty international. 1994 wurde Marley postum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[15] Zu seinem 60. Geburtstag wurden 2005 weltweit Gedenkkonzerte sowie große Jubiläumskonzerte in Addis Abeba und in Kingston veranstaltet.
Die Marke Marley durch Musikverkäufe, Merchandising und den Handel mit Devotionalien beträchtliche Summen, allein im Jahr 2014 ergab sich daraus ein Umsatz von über 20 Millionen US-Dollar.[7]
Auszeichnungen

- United Nations' Peace Medal of the Third World (1978)[12]
- Order of Merit (1981)[16]
- Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (2001)
Bestenlisten:
Der Rolling Stone listete Marley auf Rang elf der 100 größten Musiker sowie der 100 größten Songwriter und auf Rang 19 der 100 größten Sänger aller Zeiten.[17][18][19]
Ehrungen:
Im Jahr 2017 wurde die australische Spinnenart Desis bobmarleyi nach ihm benannt.[20] Die Autoren assoziierten den Lebensstil der Spinne, die in der Brandungszone auf Korallen und Steinen lebt, mit dem Song High Tide or Low Tide (deutsch: Flut oder Ebbe).
Mediale Verwendung
Marleys Musik wird gerne als Soundtrack oder Hintergrundmusik in Filmen verwendet. So wurde beispielsweise Three Little Birds als Soundtrack für den Film I Am Legend sowie als Hintergrundmusik in dem Film Strange Days verwendet. Im Film Haß (La Haine, 1995) wurde das Lied Burnin’ and Lootin’ verwendet. In der US-Serie Die Simpsons wird in der Folge Der tollste Hund der Welt (1997) das Lied Jammin’ gespielt. Jammin wurde auch im Film How High verwendet.
1982 erschien der Marley gewidmete Film Countryman, in den deutschen Kinos zu sehen unter Countryman – Verschollen im Dschungel. Marleys Worte und Musik lieferten die Inspiration zu diesem Film, der von Chris Blackwell, dem Gründer des Musiklabels Island Records, produziert wurde. Regisseur und Drehbuchautor war Dickie Jobson, 1973 bis 1974 Manager der Wailers. Neben Marley lieferten noch weitere bekannte Reggae-Interpreten die Musik zu Filmen, so unter anderem Aswad, Lee Perry und auch Steel Pulse.
Filmografie
- Kevin Macdonald: Marley.[21] 2012, 144 min.
- Bob Marley: One Love, 2024, 108 min.
Literatur
- Timothy White: Catch a fire. The life of Bob Marley. Holt, Rinehart and Winston, New York 1983 (deutsche Übersetzung: Bob Marley, Reggae, Rastafari. Ein kurzes, schnelles Leben. Heyne, München 1984. ISBN 3-453-35036-7); Neuauflage bei Hannibal, Höfen 2000.
- René Wynands: Do the Reggae. Reggae von Pocomania bis Ragga und der Mythos Bob Marley. Pieper Verlag und Schott 1995, ISBN 3-492-18409-X (Pieper), ISBN 3-7957-8409-3 (Schott).
PDF-Version frei herunterladbar unter - Bruce W. Talamon: Bob Marley, Spirit Dancer. Schirmer/Mosel, München 1995, ISBN 3-88814-781-6.
- Kwame Dawes: Bob Marley, der Ausnahmepoet (Biografie). PPVMEDIEN, Bergkirchen 2004, ISBN 3-932275-88-8.
- Adrian Boot und Chris Salewicz: Bob Marley, Songs of Freedom. Die Bildbiografie autorisiert von Rita Marley, Heyne, ISBN 3-453-08705-4.
- Robert Kopp: Bob Marley König des Reggae (Übersetzung einiger seiner explosivsten Songs in die deutsche Sprache). Raymond Martin Verlag, 1996, ISBN 3-88631-227-5.
- Alex Constantine: Tötet den Rock'n'Roll. Strange Verlag, Erkrath 2002, ISBN 3-89064-813-4.
- John Masouri: Wailing Blues: The Story of Bob Marley's „Wailers“. Wise Publications, 2007, ISBN 978-1-84609-689-1.
- Ian McCann, Harry Hawke: Bob Marley, Story und Songs kompakt. Bosworth Music GmbH, Berlin 2004, ISBN 3-936026-92-0.
- Rita Marley: No Woman No Cry. Mein Leben mit Bob Marley. Rockbuch Verlag, Schlüchtern 2005, ISBN 3-927638-07-2; auch ISBN 978-3-941376-18-2.
- Frank Laufenberg: Hit-Lexikon des Rock & Pop. H-R. Ullstein, Berlin 2007, ISBN 978-3-548-36920-4. S. 1387 ff.
Weblinks
- Literatur von und über Bob Marley im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Internetauftritt von Bob Marley (englisch)
- Teja Schwaner auf Tour mit Bob Marley, „Als der Messias mein Gras rauchte“, Benjamin Maack, Einestages, Mai 2011
- Bob Marley bei AllMusic (englisch)
- Bob Marley bei IMDb
- Thomas Pfaff: 11.05.1981 - Todestag des Musikers Bob Marley. WDR ZeitZeichen vom 11. Mai 2016 (Podcast, 15:20 min).
Einzelnachweise
- 1 2 3 Bob Marley. Munzinger Personen. munzinger.de, abgerufen am 17. Oktober 2018.
- ↑ Rob Kenner: Vincent Ford Dies at 68; Inspired Classic Bob Marley Songs. The New York Times, 3. Januar 2009, abgerufen am 19. April 2021 (englisch).
- ↑ O Μπομπ Μάρλεϊ βαπτίστηκε Χριστιανός Ορθόδοξος 8 μήνες πριν τον θάνατο τoυ… In: voicenews.gr vom 17. September 2019, abgerufen am 18. September 2019 (griechisch).
- ↑ Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: Vom Popstar zum Politiker: Eine Stimme der Hoffnung. Abgerufen am 17. Mai 2023.
- ↑ Skin colour: No hiding in the dark. In: Nature. Band 515, 2014, S121–S123, 2014, doi:10.1038/515S121a
- ↑ Stephan Kroener: Bob Marleys letzte Lebensmonate: »Man, Rottach-Egern! Der kälteste Ort, an dem ich je war«. In: Der Spiegel. 11. Mai 2021, ISSN 2195-1349 (Online [abgerufen am 12. Januar 2024]).
- 1 2 Zum 70. Geburtstag von Bob Marley ( vom 15. Mai 2015 im Internet Archive), Noe Noack, BR-Online, 6. Februar 2015, abgerufen am 20. Juli 2015
- ↑ Bob Marleys Sarg soll nach Äthiopien, Spiegel Online, 12. Januar 2005
- ↑ Marley-Witwe dementiert Exhumierung ( vom 15. März 2012 im Internet Archive), Netzeitung, 17. Januar 2005
- ↑ Marc Spitz: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. (Originaltitel: Jagger. Rebel, Rock Star, Rambler, Rogue, 2011) Aus dem Englischen von Sonja Kerkhoffs. Edel Germany, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8419-0122-4, S. 230.
- ↑ S. King, R. J. Jensen, R. J. (1995): Bob Marley's “Redemption Song”: The Rhetoric of Reggae and Rastafari. The Journal of Popular Culture, 29: S. 17–36. doi:10.1111/j.0022-3840.1995.00017.x
- 1 2 Marley's legend undiminished, BBC News vom 10. Mai 2001 (abgerufen am 26. Januar 2013)
- ↑ Patricia Meschino: The Music and Marketing Genius of Bob Marley, 34 Years After His Passing. In: billboard.com. Billboard, 11. Mai 2015, abgerufen am 5. September 2026 (englisch).
- ↑ Best-selling album of reggae music. In: guinnessworldrecords.de. Guinness-Buch der Rekorde, 1984, abgerufen am 5. September 2026.
- ↑ Rock and Roll Hall of Fame Bob Marley in der Rock and Roll Hall of Fame
- ↑ Jamaican honour for Marley home, BBC News vom 8. Februar 2006 (abgerufen am 26. Januar 2013)
- ↑ 100 Greatest Artists of All Time. Rolling Stone, 2. Dezember 2010, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2013; abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
- ↑ The 100 Greatest Songwriters of All Time. Rolling Stone, August 2015, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
- ↑ 100 Greatest Singers of All Time. Rolling Stone, 2. Dezember 2010, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
- ↑ Neue Spinnenart nach Bob Marley benannt : Forschung : Universität Hamburg. In: uni-hamburg.de. 26. Januar 2018, abgerufen am 31. Januar 2018.
- ↑ Jean-Martin Büttner: Der Sänger, der zum Heiligen wurde. In: Tages-Anzeiger vom 7. Mai 2012
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Marley, Bob |
| ALTERNATIVNAMEN | Marley, Robert Nesta |
| KURZBESCHREIBUNG | jamaikanischer Reggae-Musiker |
| GEBURTSDATUM | 6. Februar 1945 |
| GEBURTSORT | Nine Miles, Saint Ann Parish, Jamaika |
| STERBEDATUM | 11. Mai 1981 |
| STERBEORT | Miami, Florida, Vereinigte Staaten |