Bobbahn Winterberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bobbahn Winterberg
Logo der Bobbahn Winterberg
Bobbahn Winterberg (Deutschland)
Red pog.svg
Winterberg Bobbahn-Streckenplan deutsch.svg
Plan der Bahn
Ort DeutschlandDeutschland Winterberg, Nordrhein-Westfalen
Inhaber Hochsauerlandkreis und Stadt Winterberg
Betreiber Erholungs- und Sportzentrum Winterberg GmbH
Inbetriebnahme 10. Dezember 1977
Bahndaten
Maximale Höhendifferenz 110 m
Start Länge Kurven
Bobstart 1330 m 14
Skeletonstart 1330 m 14
Rodelstart Herren 1324 m 14
Rodelstart Damen 1293 m 14
Doppelsitzerstart 945 m 11

51.1841666666678.5066666666667Koordinaten: 51° 11′ 3″ N, 8° 30′ 24″ O

Die Bobbahn Winterberg ist eine Kunsteisbahn für den Rodel-, Skeleton- und Bob-Sport in Deutschland und steht im Ort Winterberg. Sie ist die viertälteste Kunsteisbahn der Welt nach Königssee, Oberhof und Innsbruck-Igls.

Bahndaten[Bearbeiten]

Die Bobbahn hat eine Gesamtlänge mit Auslauf von 1609 m und hat insgesamt 14 Kurven. Man erreicht im Labyrinth zwischen der Kurve 12 und Kurve 13 eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 km/h. Die Eisoberfläche beträgt ungefähr 65000 m². Es stehen an der Bobbahn 25 bahneigene Kameras zur Überwachung der Fahrten.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 19. Mai 1910 wurde der Verein Sauerländischer Bobsleigh- und Automobilclub von Hessen und Westfalen e. V (heute: Bob- und Schlittensportclub Sauerland Winterberg e. V.) gegründet und errichtete noch im selben Jahr im Herbst eine Natureis-Bobbahn. Mit dem Start Auf der Kappe und dem Ziel bei der Dauerbermühle. 1910/1911 wurden die ersten Bobfahrten veranstaltet. Auf dem Gipfel baute der Verein 1911 ein Clubhaus im Jugendstil. Dieses erhielt den Namen Bobhaus und ist heute ein Bergrestaurant.

Die erste Bob-Europameisterschaft in Winterberg fand im Jahr 1914 statt. Von 1920 bis 1965 wurden zahlreiche nationale und regionale Bobrennen auf der alten Natureisbahn ausgetragen. Das letzte Bobrennen fand im Jahr 1965 statt. Der Versuch, die Bahn in den Folgejahren wieder aufzubauen scheiterte an der Witterung.

Nach der Eröffnung der weltweit ersten Kunsteisbahn am Königssee im Jahr 1969 bemühten sich Politik und Sport lange Zeit um eine zweite deutsche Kunsteisbahn, und Winterberg setzte sich schließlich gegen weitere Bewerber, unter anderem Garmisch-Partenkirchen durch. Nach den Eröffnungen in Oberhof und Innsbruck-Igls wurde in Winterberg am 10. Dezember 1977 die weltweit vierte Kunsteisbahn für Bob und Rodel eingeweiht. Bahnbetreiber wird die Erholungs- und Sportzentrum Winterberg GmbH, zusammen mit den beiden Gesellschaftern Hochsauerlandkreis (50 %) und der Stadt Winterberg (50 %).

Der erste Umbau der neuen Kunsteisbahn fand im Jahr 1986 statt und betraf den Bereich des Zielauslaufs. Die Auslaufkurve 15 sowie die alte Auslauftrasse, die in Richtung Stadt Winterberg führte, wurden abgerissen. Die Kurve 14 wurde verlängert in eine 180-Grad-Kurve. Bergauf wurde eine neue Auslauf-/Bremsstrecke gebaut.

zerstörtes Bobhaus 2009

Nach dem Brand eines Funktionsgebäudes wurde dieses im Jahr 2004 im Bereich der Starthöhe 2 neu gebaut. 2005/2006 hat man in den Bereichen der Kurven 2 bis 4 und 9 bis 14 Witterungsschutzdächer mit Rollos angebracht.

Der zweite Umbau erfolgte in den Jahren 2005/2006 und kostete 3,1 Mio. Euro, die zu 80 % von Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen getragen wurden; die übrigen 20 % zahlten die Stadt Winterberg und der Hochsauerlandkreis. Man hat das alte Starthaus I abgerissen und wieder neu aufgebaut. Auch die alte Starttrasse wurde abgerissen, sie wurde zur Talseite verlegt und man hat auch eine neue Startkurve gebaut. Die Abstellflächen und die Startgeraden für die Bob- und Skeletonschlitten wurden komplett überdacht. Für die Sportler wurde entlang des Gebäudes eine Warmlaufstrecke gebaut. Die Starthöhe der Rennrodel-Damen ist nun von der Startturm Kurve 4 nach oben auf das Untergeschossniveau des neuen Startgebäudes I verlegt. Für die Rennrodel-Herren wurde ein neuer Startturm gebaut.

In der Nähe des Zielhauses wurde 2006/2007 ein neues Werkstattgebäude errichtet. Ein Feuer hat am 6. Juni 2009 das auf der Winterberger Kappe gelegene historische Bobhaus zerstört. Die Kuppel des Bobhauses wurde abgerissen und wird derzeit restauriert.[2]

Im Januar 2015 kam es zu einem tödlichen Zwischenfall nachdem drei Männer auf das Gelände eingedrungen waren und die Bahn mit einem Kinderschlitten befuhren. Sie kollidierten mit einem am Ende der Bahn abgestellten Traktor, wobei einer der drei Männer getötet wurde. [3]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Nach dem Bau der neuen Kunsteisbahn fanden seit 1979 zahlreiche Großveranstaltungen statt, darunter Welt-, Europa- und Deutsche Meisterschaften sowie die 1., 3. und 7. „WOK-WM“ mit Stefan Raab. Seit Jahren finden auf der Bobbahn Weltcuprennen der Rennrodel und Bob- und Skeletonschlitten statt. Folgende internationale Veranstaltungen fanden unter anderem statt:

Luftbild der Bahn
Starthaus
Omega-Kurve
Kurve 7
Veranstaltung Genaue Bezeichnung / Jahr
EM Bob-Europameisterschaft 1979
WC Rennrodel-Weltcup 1980/81
EM Rennrodel-Europameisterschaften 1982
WM Rennrodel-Weltmeisterschaft 1989
WC Rennrodel-Weltcup 1998/99
WM Rennrodel-Juniorenweltmeisterschaft 1990
WM Rennrodel-Weltmeisterschaft 1991
WM Bob-Weltmeisterschaft 1995
CC Rennrodel-Challenge-Cup
WM Bob-Weltmeisterschaft 2000
WC Rennrodel-Weltcup 2001/02
WC Rennrodel-Weltcup 2002/03
WM Bob-Weltmeisterschaft 2003
WC Rennrodel-Weltcup 2003/04
WC Rennrodel-Weltcup 2004/05
WC Bob-Weltcup 2004/05
WC Rennrodel-Weltcup 2006/07
WC Bob-Weltcup 2006/07
WC Bob-Weltcup 2007/08
WC Rennrodel-Weltcup 2007/08
WC Skeleton-Weltcup 2007/08
WC Skeleton-Weltcup 2007/08
EM Bob-Europameisterschaft 2011
WC Rennrodel-Weltcup 2013/14
WC Rennrodel-Weltcup 2014/15

Die Bob & Skeleton Weltmeisterschaft 2015 findet in der Zeit vom 23. Februar bis zum 8. März 2015 statt.

Rekorde[Bearbeiten]

Startrekorde[Bearbeiten]

Zweierbob Herren Viererbob Herren Zweierbob Damen
5,13 Sekunden – 17. Februar 2007
Steve Mesler/Curtis Tomasevicz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
5,06 Sekunden – 18. Februar 2007
RusslandRussland Russland
Jewgeni Popow
Roman Orechnikow
Dmitri Trunenkow
Dmitri Stjopuschkin
DeutschlandDeutschland Deutschland
André Lange
Alexander Rödiger
Kevin Kuske
Martin Putze
5,58 Sekunden – 17. Februar 2007
Alewtina Kowalenko/Olga Fjodorowa RusslandRussland
Skeleton Herren Skeleton Damen Rodel Herren Rodel Damen Rodel Doppel
4,78 Sekunden – 16. Februar 2007
Alexander Tretjakow RusslandRussland
5,32 Sekunden – 16. Februar 2007
Anja Huber DeutschlandDeutschland
4,541 Sekunden – 11. Februar 2007
Jan Eichhorn DeutschlandDeutschland
4,959 Sekunden – 10. Februar 2007
Tatjana Hüfner DeutschlandDeutschland
3,670 Sekunden – 13. Januar 2006
Tobias Wendl/Tobias Arlt DeutschlandDeutschland

Bahnrekorde[Bearbeiten]

Zweierbob Herren Viererbob Herren Zweierbob Damen
56,44 Sekunden – 17. Februar 2007
Andre Lange/Kevin Kuske DeutschlandDeutschland
55,37 Sekunden – 18. Februar 2007
RusslandRussland Russland
Jewgeni Popow
Roman Orechnikow
Dmitri Trunenkow
Dmitri Stjopuschkin
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Steven Holcomb
Pavle Jovanovic
Steve Mesler
Brock Kreitzburg
57,92 Sekunden – 17. Februar 2007
Sandra Kiriasis/Romy Logsch DeutschlandDeutschland
Skeleton Herren Skeleton Damen Rodel Herren Rodel Damen Rodel Doppel
58,08 Sekunden – 16. Februar 2007
Jon Montgomery KanadaKanada
59,59 Sekunden – 16. Februar 2007
Katie Uhlaender Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
54,151 Sekunden – 11. Februar 2007
Armin Zöggeler ItalienItalien
57,278 Sekunden – 10. Februar 2007
Tatjana Hüfner DeutschlandDeutschland
44,192 Sekunden – 15. Januar 2000
Patric Leitner/Alexander Resch DeutschlandDeutschland

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Bobbahn im Detail – Informationen und Technik
  2. Bernd Sangermann: Bobhaus Raub der Flammen – Schaden eine Million Euro. Derwesten.de vom 7. Juni 2009
  3. Zeitungsartikel: 1 TOTER, 2 SCHWERVERLETZTE IM WINTERBERGER EISKANAL Bild.de vom 4. Januar 2015

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bobbahn Winterberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien