Bobenheim am Berg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bobenheim am Berg
Bobenheim am Berg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bobenheim am Berg hervorgehoben

Koordinaten: 49° 31′ N, 8° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Freinsheim
Höhe: 196 m ü. NHN
Fläche: 6,33 km2
Einwohner: 839 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67273
Vorwahl: 06353
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 005
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 12
67251 Freinsheim
Website: www.bobenheim.de
Ortsbürgermeister: Dietmar Leist (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Bobenheim am Berg im Landkreis Bad Dürkheim
Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
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Ortseingang

Bobenheim am Berg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Freinsheim an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die drittkleinste und die am weitesten nordwestlich liegende Ortsgemeinde darstellt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am nordöstlichen Rand des Pfälzerwaldes, dem Leininger Sporn, und gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar. Das Langental befindet sich teilweise auf der Gemeindegemarkung. Das Siedlungsgebiet liegt innerhalb der Unterhaardt, die zum Haardtrand gehört.

Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Kleinkarlbach, Kirchheim an der Weinstraße, Weisenheim am Berg, Altleiningen und Battenberg. Zudem gehört zum Gemeindegebiet zusätzlich eine unbewohnte Exklave weiter westlich innerhalb des Pfälzerwaldes. Diese grenzt im Uhrzeigersinn – einschließlich Exklaven – an Kirchheim an der Weinstraße, Weisenheim am Berg, Bad Dürkheim und Neuleiningen.

Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markante Erhebungen auf Gemarkung der Gemeinde sind die Nordwestflanke des Mittelbergs (400 m), sowie nordwestlich der Bebauung der Büschelberg (361,2 m), das Am Häuschen (361 m) und ganz im Westen der Kupferberg. Zur Exklave gehört die Südflanke des Kieskautberg.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Waldgemarkung verläuft auf einer Länge weniger hundert Meter der Krumbach durch das nach ihm benannte Tal. Im äußersten Norden der Gemarkung an der Grenze zu Kleinkarlbach verläuft er für kurze Zeit erneut über das Gemeindeterritorium. Der Höninger Bach bildet teilweise die Gemarkungsgrenze zu Altleiningen. Von rechts nimmt dieser den Langentalbach auf. Die Exklave wird im Südwesten durch die Isenach begrenzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gehörte zur Herrschaft Hardenburg und hat mit dieser eine gemeinsame Geschichte. Im Jahr 1214 besaß das Kloster Höningen Güter in Bobenheim, in einer Urkunde aus dem Jahr 1245 bestätigte Papst Innozenz IV. diesen Besitz. Landesherrlich gehörte der Ort den Grafen von Leiningen, zuletzt der Linie Leiningen-Dagsburg-Hardenburg.[2]

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Grünstadt zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Unter der bayerischen Verwaltung wurden die Kantonszugehörigkeiten in der Regel beibehalten, die Gemeinde Bobenheim am Berg wurde als einzige aus dem Kanton Grünstadt aus- und in den nunmehr bayerischen Kanton Dürkheim eingegliedert. Mit diesem kam Bobenheim am Berg 1818 zum Landkommissariat Neustadt im Rheinkreis. 1862 wurde Landkommissariat in ein Bezirksamt umgewandelt.

1902 wechselte der Ort zum Bezirksamt Dürkheim, ehe dieses 1931 wieder in sein Neustadter Pendant eingegliedert wurde. Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Neustadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen B esatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde sie der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Freinsheim zugeordnet.

Am 12. Juli 2019 richtete ein Tornado, den der Deutsche Wetterdienst anschließend in die Kategorie F1 mit Windgeschwindigkeiten zwischen 117 und 180 Kilometern pro Stunde einstufte,[3] in der Gemeinde und auf dem zugehörigen landwirtschaftlichen Gelände erhebliche Schäden an. Elf Häuser wurden massiv in Mitleidenschaft gezogen, mindestens eines war unbewohnbar geworden. Auf mehreren Dutzend Hektar Weinbergsfläche wurden Rebstöcke am Erdboden abgebrochen oder ausgerissen sowie Befestigungspfähle umgeknickt. Der Sachschaden lag im sechsstelligen Bereich.[3][4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815 hatte die Gemeinde insgesamt 440 Einwohner. Seit der Jahrtausendwende stabilisierte sich die Zahl auf rund 800 mit leicht steigender Tendenz.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Juli 2012 waren 40,4 Prozent der Einwohner evangelisch und 28,2 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer und unterstehen dort dem Dekanat Bad Dürkheim, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche der Pfalz. Seit 2016 ist Bobenheim Bestandteil der in Bad Dürkheim ansässigen Pfarrei Hl. Theresia vom Kinde Jesu und bildet deren Filiale St. Nikolaus.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Bundestagswahlen gehört Bobenheim am Berg seit 1965 zum Bundestagswahlkreis Neustadt – Speyer, davor zum Bundestagswahlkreis Neustadt an der Weinstraße. Bei Landtagswahlen ist die Gemeinde seit 1991 wie der größten Teil des Landkreises in den Wahlkreis Bad Dürkheim eingegliedert.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Bobenheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019[6] 2 5 5 12 Sitze
2014[7] 3 6 3 12 Sitze
2009[8] 3 6 3 12 Sitze
2004 3 7 2 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Bobenheim am Berg e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Dietmar Leist (CDU). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 65,56 Prozent in seinem Amt bestätigt.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bobenheim am Berg
Blasonierung: „In Gold ein schwarzes Gemarkungszeichen aus einem schrägrechten Schaft, einem schräglinken Schaft mit Kopfkreuzsprosse sowie einer Mittelkreuzsprosse auf dem Kreuzungspunkt beider Schäfte, darunter eine Sturzsparrenstrebe.“[10]
Wappenbegründung: Es wurde 1983 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1714.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschützter Zwingerstein

Vor Ort existieren insgesamt acht Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter der sogenannte Zwingerstein, der zugleich als Ritterstein 288 deklariert ist. Er verweist auf den Standort des untergegangenen Dorfes Zwingweiler.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westen der Gemarkung liegt im Naturpark Pfälzerwald, der wiederum zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord gehört. Einziges Naturdenkmal auf dem Gebiet der Gemeinde ist der Kupferbergfels. Eine weitere Felsformation im Gemeindegebiet ist der Kamelkopf.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belzenickelmarkt in Bobenheim

Alljährlich am zweiten August-Wochenende wird die Kerwe gefeiert und am ersten Advents-Wochenende findet der Bobenheimer Belzenickelmarkt statt. Der seit 1998 veranstaltete Marathon Deutsche Weinstraße verläuft unter anderem über Bobenheim.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bobenheim ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Vor Ort befinden sich die Einzellagen Kieselberg und Ohligpfad. Das 1977 gegründete Institut für Klinische Pharmakologie GmbH hatte seinen Sitz anfangs in Bobenheim. Seit 2015 existiert mit dem Bobremer Braukeller vor Ort eine Brauerei.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße 517 führt in Nord-Süd-Richtung durch die Gemeinde und stellt eine Verbindung mit Kleinkarlbach sowie Bad Dürkheim her.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Bad Dürkheim.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Bobenheim verlaufen der Radweg Deutsche Weinstraße, der Pfälzer Mandelpfad sowie ein Wanderweg, der mit einem roten Balken gekennzeichnet ist und von Neuleiningen bis nach Siebeldingen führt. Durch die Waldgemarkung führen außerdem der Prädikatswanderweg Pfälzer Weinsteig, der mit einem blauen Balken gekennzeichnete Fernwanderweg Staudernheim–Soultz-sous-Forêts, der Leininger Burgenweg sowie ein Wanderweg, der mit einem grünen Kreuz gekennzeichnet ist und der von Freinsheim bis zum Erlenkopf führt. Hinzu kommt einer, der mit einem weiß-blauen Balken markiert ist und von Battenberg bis nach Wörth am Rhein führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Jürgen Joritz (1935–2013) wurde am 30. Oktober 2004[11] mit der Ehrenbürgerschaft geehrt, weil er lange Zeit Ortsbürgermeister war, als Autor die Heimatgeschichte von Gemeinde und Region festgehalten[12] sowie in den 1970er und 1980er Jahren eine umfangreiche Fotodokumentation über die Gemeinde angelegt hat.[13]

Sohne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Trump (1789–1836), Ururgroßvater von Donald Trump
  • Tobias Weber (1892–1963), Unternehmer und Politiker (CDU)

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ilana Shenhav (191–1986), Künstlerin, hatte 1981 im örtlichen Kunst- u Auktionshaus Heissler eine Ausstellung
  • Otmar Fischer (* 1934), Pfarrer und Mundartdichter, wirkte bis 1999 30 Jahre lang als Pfarrer
  • Peter Lücker (* 1933), Pharmakologe, gründete 1977 vor Ort die Institut für Klinische Pharmakologie GmbH
  • Peter Maier-Asboe (1938–1986), Architekt, Künstler, Automobildesigner und Karosseriebauer, hielt im Sommer 1981 vor Ort die Ausstellung Peter Maier-Asboe: Malerei und Plastik ab
  • Theo Rörig (* 1940), Bildhauer, stattete den Altarraum der Bobenheimer Kirche aus
  • Norbert Schindler (* 1949), Politiker (CDU), wohnt in Bobenheim am Berg.[14]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bobenheim am Berg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises, Band 2, Speyer: F. C. Neidhard, 1836, S. 425 (Google Books)
  3. a b Alexander Sperk, Jörg Schifferstein: „Tornados sind keine Seltenheit“. In: Die Rheinpfalz. Gesamtausgabe. Nr. 162. Ludwigshafen am Rhein 16. Juli 2019.
  4. spk (Alexander Sperk): Tornado an der Weinstraße. In: Die Rheinpfalz. Gesamtausgabe. Nr. 160. Ludwigshafen am Rhein 13. Juli 2019.
  5. KommWis, Stand: 31. Juli 2012.
  6. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Bobenheim. Abgerufen am 15. Oktober 2019.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  9. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Freinsheim, Verbandsgemeinde, erste Ergebniszeile. Abgerufen am 15. Oktober 2019.
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  11. Amtsblatt. Verbandsgemeinde Freinsheim, 10. Februar 2005, abgerufen am 20. August 2019.
  12. Hans Jürgen Joritz: Rechtsbräuche aus alter Zeit. In: Heimatjahrbuch des Landkreises Bad Dürkheim. 1987, S. 179–181, abgerufen am 20. August 2019 (Rheinland-Pfälzische Bibliographie).
  13. Katrin Schelling: Dorf im Wandel. In: Die Rheinpfalz, Ludwigshafen. 5. April 2017, abgerufen am 20. August 2019.
  14. Die Rheinpfalz Nr. 247, 22. Oktober 2008: Nach dem Traumergebnis spendiert Schindler Schwarzriesling für alle. 59-Jähriger als CDU-Bundestagskandidat für Wahlkreis Neustadt-Speyer nominiert.