Boca Juniors

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Boca Juniors
Boca Juniors logo18.svg
Basisdaten
Name Club Atlético Boca Juniors
Sitz Buenos Aires-La Boca, Argentinien
Gründung 3. April 1905
Farben Blau-Gelb
Mitglieder 132.432 (5. Februar 2016)[1]
Präsident Daniel Angelici
Website bocajuniors.com.ar
Erste Mannschaft
Cheftrainer Gustavo Alfaro
Spielstätte La Bombonera
Plätze 49.000
Liga Primera División
2017/18 1. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Der Club Atlético Boca Juniors (kurz CABJ), bekannt als Boca Juniors, ist ein argentinischer Sportverein aus dem Stadtteil La Boca in Buenos Aires.

Bekannt ist er vor allem für seine Fußballabteilung. Die erste Mannschaft zählt zu den erfolgreichsten Fußballmannschaften Argentiniens und spielt seit der Gründung des modernen argentinischen Ligensystems in der Primera División. Heimspiele werden im Estádio Alberto J. Armando oder im Volksmund La Bombonera ausgetragen. Bocas größter Rivale ist River Plate. Die Spiele zwischen den beiden Vereinen werden Superclásicos genannt und versetzen das ganze Land in den Ausnahmezustand.

Professionell werden im Verein neben Fußball auch Basketball und Volleyball betrieben. Daneben gibt es Abteilungen in zahlreichen Amateursportarten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinsfarben sollen aufgrund eines gerade im Hafen liegenden schwedischen Schiffes gewählt worden sein.
Fan-Graffiti der Mannschaft im Stadtteil La Boca

Der Klub wurde am 3. April 1905 von vorwiegend italienischen Einwanderern aus Genua im Hafenort La Boca, einem Armenviertel in Buenos Aires, zunächst als reiner Fußballverein gegründet. Bedeutende Unterstützung erhielten sie dabei von dem Iren Patrick MacCarthey. Der erste Teil des Klubnamens ist gleichzeitig der Name des Stadtteils La Boca, wo auch heute noch das Estadio Alberto Jacinto Armando, genannt „La Bombonera“ (Deutsch: „Die Pralinenschachtel“) steht. Der zweite Teil (Juniors) wurde gewählt, um dem Klub einen englischen Einschlag zu geben.

Im Jahre 1907 wurden die Klubfarben Blau und Gelb festgelegt. Zuvor soll es zwischen Boca und dem Stadtrivalen River Plate zu einem Entscheidungsspiel um die Farben Rot und Weiß gekommen sein, da beide diese Farben für sich beanspruchten. Boca verlor das Spiel und soll danach die heutigen Farben aufgrund eines schwedischen Schiffes, welches zu dieser Zeit in La Boca vor Anker lag, gewählt haben. Jedoch lässt sich dies nicht mit Quellen belegen.[2]

Ab 1923 wurde der Verein um neue Sportarten erweitert, zunächst um Boxen, Balón, Boccia und Basketball. Die dominierende Abteilung blieb aber weiterhin die Fußballabteilung, auch wenn Boca heute auch in Basket- und Volleyball zu den Sportgroßmächten Argentiniens gehört.

Alberto Jacinto Armando war langjähriger Präsident des Vereins von 1954 bis 1955 sowie 1960 bis 1980. Präsident und zugleich Manager des Klubs war von 1995 bis 2007 der Industrielle Mauricio Macri, der seit Dezember 2007 Bürgermeister von Buenos Aires ist und seit 2015 Präsident von Argentinien. Ihm folgten 2008 Pedro Pompilio und 2008 bis 2011 Jorge Amor Ameal. Seit 4. Dezember 2011 ist Daniel Angelici Präsident.

Rivalität mit River Plate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rivalität zwischen den Boca Juniors und River Plate zeichnet sich schon in der Gegensätzlichkeit der Stadtteile ab, in denen die beiden Klubs beheimatet sind und die vor allem im den argentinischen Sportbetrieb dominierenden Fußball zum Tragen kommt. La Boca ist ein Arbeiter-, Emigranten- und Armenviertel von Buenos Aires, während die Stadtteile Belgrano und Núñez, auf deren Grenze sich das Stadion von River Plate befindet, durch die Mittel- und Oberschicht geprägt ist. 40 % der Argentinier sind Fans der Boca Juniors, während sich 33 % zu River Plate bekennen. Das heißt, 73 % der argentinischen Bevölkerung sind Anhänger von einem der beiden Hauptstadtklubs. Die Anhängerschaft der restlichen Vereine bewegt sich hingegen im einstelligen Prozentbereich.

Die Anhänger Bocas werden von den Fans des rivalisierenden Clubs River Plate „Bosteros“ genannt, nach den städtischen Bediensteten, die früher in dem Stadtteil die Straßen von Pferdekot gereinigt haben. Die Boca-Fans selbst nennen sich „Xeneizes“, was in etwa soviel bedeutet wie „Bewohner Genuas“. Dies kommt daher, dass sich in Boca vor allem Hafenarbeiter italienischer Herkunft angesiedelt hatten. Im Gegenzug nennen die „Xeneizes“ die Anhänger von River Plate „Gallinas“, zu deutsch „Hühnchen“, im übertragenen Sinne „Feiglinge“. Dies für seinen Teil leitet sich vom Maskottchen von River, einem Huhn, ab.

Fußballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Amateurmannschaft gewann Boca Juniors sieben Meisterschaften (1919, 1920, 1923, 1924, 1926, 1930), 1919 die Copa Competencia Chevallier Boutell sowie 1925 die Copa de Honor.

Das Stadion "Bombonera"

Als Profimannschaft gewann Boca Juniors seit 1931 insgesamt 33 Mal die argentinische Meisterschaft (Stand 2018). Außerdem im Jahre 1969 die Copa Argentina (Argentinien-Pokal) und den Campeonato Nacional (nationale Meisterschaft), 1970 die Nacional, 1976 den Campeonato Metropolitano (Stadtmeisterschaft) und die Nacional, und 1981 die Metropolitano.

Die Copa Libertadores (das südamerikanische Gegenstück der UEFA Champions League) konnten die Boca Juniors bisher sechsmal gewinnen (1977, 1978, 2000, 2001, 2003 und 2007). Außerdem dreimal den Copa Europea-Sudamericana (1977, 2000 und 2003). Weitere internationale Titel waren die Supercopa Sudamericana (1989), die Recopa Sudamericana (1990, 2005, 2006 und 2008), die Copa Master de Supercopa (1992) Copa de Oro Nicolás Leoz (1993) und die Copa Sudamericana 2004 und 2005.

Durch den Sieg in der Copa Libertadores 2007 war der Verein bis Dezember 2007 zusammen mit dem AC Mailand weltweiter Rekordhalter was Siege in internationalen Wettbewerben angeht. Boca fuhr 17 internationale Titel ein. Am 16. Dezember 2007 trafen die beiden Klubs dann im Finale der FIFA Klubweltmeisterschaft aufeinander. Milan gewann und fuhr den 18. Titel ein. Real Madrid stellte den Rekord von 18 internationalen Titeln mit dem Gewinn des FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2014 ein.

Nationale Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Argentinischer Meister: AAF 1919, AAF 1920, AAF 1923, AAF 1924, AAF 1926M, 1930, 1931, 1934, 1935, 1940, 1943, 1944, 1954, 1962, 1964, 1965, 1969 (Nacional), 1970 (Nacional), 1976 (Nacional), 1976 (Metropolitana), 1981 (Metropolitana), 1992 (Apertura), 1998 (Apertura), 1999 (Clausura), 2000 (Apertura), 2003 (Apertura), 2005 (Apertura), 2006 (Clausura), 2008 (Apertura), 2011 (Apertura), 2012 (Apertura), 2015, 2016/17, 2017/18
  • Copa Argentina: 1969, 2012, 2015
  • Copa de Competencia Jockey Club: 1919, 1925
  • Copa Dr. Carlos Ibarguren: 1919, 1923, 1924, 1940, 1944
  • Copa Estímulo: 1926
  • Copa de Competencia Británica George VI: 1946

Internationale Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Saison 2018/19[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 31. Januar 2019

Nr. Position Name
1 ArgentinienArgentinien TW Agustín Rossi
2 ArgentinienArgentinien AB Paolo Goltz
3 ArgentinienArgentinien AB Emmanuel Más
4 ArgentinienArgentinien AB Julio Buffarini
5 ArgentinienArgentinien MF Fernando Gago
6 ParaguayParaguay AB Júnior Alonso
7 ArgentinienArgentinien ST Cristian Pavón
9 ArgentinienArgentinien ST Darío Benedetto
10 ArgentinienArgentinien ST Carlos Tevez
12 ArgentinienArgentinien TW Marcos Díaz
13 ArgentinienArgentinien AB Kevin Mac Allister
15 UruguayUruguay MF Nahitan Nández
17 ArgentinienArgentinien ST Ramón Ábila
18 KolumbienKolumbien AB Frank Fabra
19 ArgentinienArgentinien ST Mauro Zárate
Nr. Position Name
22 KolumbienKolumbien ST Sebastián Villa
23 ArgentinienArgentinien MF Iván Marcone
24 ArgentinienArgentinien AB Carlos Izquierdoz
25 ArgentinienArgentinien TW Javier Bustillos
27 KolumbienKolumbien MF Jorman Campuzano
28 ArgentinienArgentinien TW Manuel Roffo
30 ArgentinienArgentinien MF Emanuel Reynoso
31 ArgentinienArgentinien TW Esteban Andrada
37 ArgentinienArgentinien MF Nicolás Capaldo
39 ArgentinienArgentinien MF Agustín Almendra
40 ArgentinienArgentinien MF Julián Chicco
42 ArgentinienArgentinien AB Marcelo Weigandt
ArgentinienArgentinien AB Lisandro López
ArgentinienArgentinien MF Alexis Messidoro
ArgentinienArgentinien ST Agustín Obando

Trainer- und Funktionsteam (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cheftrainer Guillermo Barros Schelotto (2014)
Nat. Name Funktion
Trainerstab
ArgentinienArgentinien Guillermo Barros Schelotto Cheftrainer
ArgentinienArgentinien Gustavo Barros Schelotto Co-Trainer
ArgentinienArgentinien Ariel Pereyra Co-Trainer
ArgentinienArgentinien Juan José Romero Torwarttrainer
Fitnesstrainer
ArgentinienArgentinien Javier Valdecantos Gesundheit und Fitness (Leitung)
ArgentinienArgentinien Carlos Roberto Cappella Fitnesstrainer
ArgentinienArgentinien Carlos Hugo Cappella Fitnesstrainer
Medizinische Abteilung
ArgentinienArgentinien Pablo Ortega Gallo Mannschaftsarzt
ArgentinienArgentinien Rubén Araguas Kinesiologe

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders hervorzuheben unter den vielen bekannten Spielern des Clubs ist Diego Maradona, der hier von 1981 bis 1982 und von 1995 bis 1997 spielte. Boca Juniors war und ist „sein“ Fußballklub. Sein Abschiedsspiel fand 2001 in La Bombonera statt[3]

Weitgereiste Boca-Fans beim Audi Cup 2009 in der Münchner Allianz Arena

Vor 1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970er und 1980er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Top 10 nach Toren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 18. Dezember 2016; angegeben sind alle Pflichtspieltreffer)

Tore
1 ArgentinienArgentinien Martín Palermo 1997–2000,
2004–2011
236
2 ArgentinienArgentinien Roberto Cherro 1925–1938 221
3 ArgentinienArgentinien Francisco Varallo 1931–1939 194
4 ArgentinienArgentinien Domingo Tarasconi 1922–1932 193
5 ArgentinienArgentinien Jaime Sarlanga 1940–1948 128
6 ArgentinienArgentinien Mario Boyé 1941–1949, 1955 123
7 ParaguayParaguay Delfín Benítez Cáceres 1932–1938 115
8 ArgentinienArgentinien Pío Corcuera 1941–1948 98
9 ArgentinienArgentinien Pedro Calomino 1911–1924 96
10 UruguayUruguay Sergio Martínez 1992–1997 86
ArgentinienArgentinien Guillermo Barros Schelotto 1997–2007 86
* = noch bei den die Boca Juniors aktiv

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basketballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Basketball gehört Boca Juniors zu den erfolgreichsten Vereinen Argentiniens. Der Verein konnte in dieser Sportart folgende Erfolge erzielen:

Volleyball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volleyballabteilung von Boca Juniors ist ebenfalls auf nationalem Level erfolgreich. Die Damen sind Rekordmeisterinnen und spielen derzeit in der höchsten argentinischen Liga. Auch die Herren spielten zwischen 1996 und 2015 insgesamt zehn Saisons in der höchsten argentinischen Liga.

Unter anderem wurden folgende Titel erzielt (Stand Feb. 2019):

  • Argentinische Meisterschaft (Frauen): 2010/11, 2011/12, 2013/14, 2014/15, 2018.

Weitere Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben ist der Verein in Futsal, Aerobic, Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Gewichtheben, Judo, Karate, Taekwondo, Ringen und Leichtathletik aktiv.

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bocas bekannteste und einflussreichste Fangruppe La 12 verfügt über etwa zweitausend Mitglieder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: CA Boca Juniors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mercado.com: Mitgliederzahl Boca Juniors
  2. Mathias Ehlers: Das heißeste Derby der Welt. In: 11 Freunde. 8. Mai 2009, abgerufen am 8. Dezember 2009.
  3. Abschiedsspiel Maradonas