Dahlhausen (Bochum)

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Wappen von Bochum
Dahlhausen
Stadtteil von Bochum
Lage von Dahlhausen im Süd-West
Koordinaten 51° 25′ 36″ N, 7° 8′ 38″ OKoordinaten: 51° 25′ 36″ N, 7° 8′ 38″ O
Höhe 60 m ü. NN
Fläche 5,27 km²
Einwohner 12.819 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 2432 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Aug. 1929
Postleitzahl 44879
Gliederung
Bezirk Süd-West
Gemarkungen

Dahlhausen, Oberdahlhausen

Quelle: [1][2]

Dahlhausen ist ein Stadtteil im Südwesten von Bochum, der an die Städte Essen und Hattingen grenzt. Auf der anderen Seite der Ruhr liegt der Essener Stadtteil Burgaltendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grafschaft Mark 1681 – Interessante Platzierung Dahlhausens als "Daelhuisen"
Dahlhausen 1843

Dahlhausen wurde erstmals im Jahr 803 urkundlich erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten befand sich der Ort meistens im Grenzgebiet der Grafschaft Mark zum Herzogtum Berg. So gehörten um 1400 das Gut Dalehusen und Linden zum märkischen Amt Blankenstein. Nachdem die Grafschaft Mark im Frieden von Tilsit 1807 an Napoleon abgetreten und im Jahr 1808 nach französischem Standard im Département Ruhr organisiert wurde, gehörte das alte Amt Blankenstein (und mit ihm Dahlhausen) nun als Teil des Kanton Hattingen zum Arrondissement Hagen. Nach dem Ende des Wiener Kongresses im Jahr 1815 wurde die Gemeinde zum Kreis Bochum der preußischen Provinz Westfalen zugeordnet.

Im Zuge der Industrialisierung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert florierte Dahlhausen. Verschiedene Bergwerksbetriebe wie die Zeche Hasenwinkel erweiterten und erhöhten ihre Produktion und neue Industriebetriebe wie die Dr. C. Otto & Comp. öffneten ihre Tore. Dadurch erlebte die Gemeinde einen Anstieg der Einwohnerzahlen, ausgelöst durch die Zuwanderung von Menschen aus Hessen, den ostpreußischen Provinzen und aus Polen. Somit stieg die Bevölkerungszahl von 1818 bis 1921 von 387 auf 13.000 an. Aufgrund dieses starken Bevölkerungswachstums im gesamten Kreis Bochum, wurde dieser im Jahr 1885 in drei Kreise aufgeteilt. Dahlhausen wurde dabei dem neuen Kreis Hattingen zugeordnet. Auch in dieser Zeit lag Dahlhausen wieder im Grenzgebiet zur preußischen Rheinprovinz.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Dahlhausen in den ersten Jahren der Weimarer Republik im Jahr 1921 mit der Nachbargemeinde Linden zu Linden-Dahlhausen zusammengeschlossen.[3] Bereits am 1. August 1929 wurde diese neue Gemeinde aufgelöst und nach Bochum eingemeindet.[3]

Einen weiteren Bevölkerungsschub erlebte Dahlhausen zum Ende des Wirtschaftswunders. In dieser Zeit kamen Arbeitskräfte aus der Türkei, Italien und Portugal hinzu um die Nachfrage nach Arbeitskräften zu decken.[4]

Viele historische Gebäude in Dahlhausen stammen aus diesen Zeiten des rasanten Wachstums. So wurde das Ausflugslokal Burg Horkenstein auf den Ruhrhöhen gebaut und betrieben, von dem heutzutage nur noch das Fundament erhalten ist. Ebenfalls existierte zeitweise ein Fluss-Freibad mit Badeinsel am Ruhr-Stauwehr. Etwas flussaufwärts wurde die Schwimmbrücke Dahlhausen errichtet, eine Pontonbrücke nach Burgaltendorf und die Eisenbahnbrücke Dahlhausen, die mittlerweile stillgelegt ist.

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemals genutzte Bahnhofsgebäude des Haltepunktes Bochum-Dahlhausen
Das ehemalige Maschinenhaus der Zeche Hasenwinkel

Es gibt zahlreiche Überbleibsel alter Zechenanlagen, die Dahlhausen einstmals seine Bedeutung verliehen, wie der Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau oder der Zeche Hasenwinkel. Von dieser Geschichte zeugen auch viele stillgelegte Eisenbahnstrecken in Dahlhausen, wie der Hasenwinkeler Kohlenweg. Die Relikte des Ruhrbergbaus werden hier lokal durch den Dahlhauser Bergbauwanderweg erschlossen. Ein weltweit bedeutendes Unternehmen aus der Gründerzeit ist die Dr. C. Otto & Comp., die Steine für Hochöfen und Kokereien herstellt.

Das frühere Naturfreundehaus Haus Hedtberg wird heutzutage als Herberge weitergenutzt.

Des Weiteren gibt es drei Schulen. Neben der Grundschule Dahlhausen befinden sich im Schulzentrum Süd-West die Rupert-Neudeck-Schule und das Theodor-Körner-Gymnasium. Für die Seniorenpflege existiert das Rosalie-Adler-Zentrum für Senioren. Mit der Lutherkirche und der rumänisch orthodoxen Kirche befinden sich zwei Kirchen im Ortsgebiet.

Am Ruhr-Stauwehr gibt es einen Biergarten und einen Campingplatz. Hier befand sich früher das Fluss-Freibad mit Badeinsel. Flussaufwärts befindet sich die Schwimmbrücke Dahlhausen, die derzeit für den motorisierten Verkehr gesperrt ist. Weitere Ruhrbrücken finden sich flussabwärts mit der stillgelegten Eisenbahnbrücke und der 1988 errichteten Fußgängerbrücke. Wander- und Radwege an der Ruhr als Teil des Ruhrtal Radwegs führen nach Hattingen und Essen-Steele.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2017 lebten 12.846 Einwohner in Dahlhausen.

Strukturdaten der Bevölkerung in Dahlhausen:

  • Minderjährigenquote: 15,4 % (Bochumer Durchschnitt: 14,5 %)
  • Altenquote (60 Jahre und älter): 29,5 % (Bochumer Durchschnitt 28,0 %)
  • Ausländeranteil: 8,2 % (Bochumer Durchschnitt 13,4 %)
  • Arbeitslosenquote: 7,5 % (Bochumer Durchschnitt 8,9 %)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahn in Bochum-Dahlhausen
Lokomotivparade im Eisenbahnmuseum (1977)

Der Bahnhof Bochum-Dahlhausen ist heute ein Halt an der S 3, die ihn an das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr anschließt.

Mit der Straßenbahnlinie 318, die hier seit 1901 ihre Endhaltestelle hat, ist der Bochumer Hauptbahnhof und die Bochumer Innenstadt zu erreichen.

In Dahlhausen befindet sich das frühere Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen, das 1977 als Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen eröffnet wurde.

Vereine und Initiativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bürgerschützenverein "Blau-Weiß" 05 Bochum Oberdahlhausen e. V. ist einer der ältesten Sportvereine vor Ort. Der Verein wurde 1905 unter dem Namen "Adlerblick" gegründet und zog 1910 nach Oberdahlhausen.[5]
  • Der Linden-Dahlhauser Kanu-Club 1927 e. V. bietet im Kanu- und Drachenbootbereich alles vom Amateur- bis zum Profisport. Dazu kommen Mietmöglichkeiten für Boote für nicht-Vereinsmitglieder.[6]
  • In Dahlhausen findet sich das Vereinsheim des mit 700 Mitgliedern zweitgrößten Schwimmvereins Bochums – der Linden-Dahlhauser Schwimmverein 1921 e.V. Geschwommen wird im Bochumer Südbad, das in Linden liegt.[7]
  • Mit dem Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe findet sich eine Institution, die u. a. für ihre Arbeit in der Salafismusprävention über Bochums Grenzen hinaus bekannt ist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bochum-Dahlhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch der Stadt Bochum 2017 ([1])
  2. Die Einwohnerzahlen sind nach statistischen Bezirken und nicht nach den Gemarkungen angegeben, die Zahlen hierfür sind im Artikel Einwohnerentwicklung von Bochum
  3. a b Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 225 und 258.
  4. Stadtteilladen Regenbogen (Hrsg.): Wir kommen doch alle aus denselben Verhältnissen. Aus der Geschichte der Arbeitseinwanderung in Bochum-Dahlhausen von 1880 bis heute. Bochum, 1990
  5. Homepage des Blau-Weiß 05
  6. Homepage des LDKC
  7. Homepage des LDSV