Bochumer Matrizentest

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Der Bochumer Matrizentest (BOMAT) ist ein sprachfreier Intelligenztest, der auf der Grundlage der Klassischen Testtheorie entwickelt wurde. Die intellektuelle Leistungsfähigkeit wird mit Hilfe von sogenannten Matrizenaufgaben systematisch erfasst. Dabei gilt es, das leere Feld einer 5×3-Matrix durch eine von sechs vorgegebenen Wahlalternativen korrekt zu ergänzen.

Es existieren drei verschiedene Versionen des BOMAT:

  • BOMAT – advanced –
  • BOMAT – advanced – short version –
  • BOMAT – standard version –

Es handelt sich bei allen drei Formen um so genannte „power-speed“ Tests. Innerhalb der Bearbeitungszeit (Speed-Aspekt) soll eine begrenzte Anzahl von Items möglichst richtig beantwortet werden (Power-Aspekt) (siehe Wirtz, 2013). Der BOMAT wurde auch in Tschechien[1], Italien[2] und Dänemark[3] publiziert.

BOMAT – advanced –[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem BOMAT – advanced – handelt es sich um einen Leistungstest, der innerhalb der Zielgruppe der Studierenden und Absolventen von Universitäten hinsichtlich der intellektuellen Leistungsfähigkeit differenziert. Er eignet sich auch zur Identifikation sogenannter high potentials. Das Verfahren besteht aus 40 Items, die in der Zeitvorgabe von 80 Minuten bearbeitet werden sollen. Vorangestellt sind 10 Aufgaben zur Übung und Einarbeitung in die Logik des Verfahrens. Der BOMAT – advanced – kann auch zur Testung größerer Gruppen verwendet werden. Durch die Nutzung der zwei vorhandenen Parallelformen A und B wird dabei das Abschreiben der Testanden verhindert.

Das Verfahren zeichnet sich durch eine hohe Zuverlässigkeit aus (interne Konsistenz für Form A = .91 und für Form B = .90) (siehe Hossiep, Turck & Hasella, 1999). Die Gültigkeit des Verfahrens, genauer die externe Validität, wurde ebenfalls überprüft. Es ergeben sich statistisch signifikante Zusammenhänge mit der Abiturnote (für beide Formen = .-38). Zu beachten ist, dass die negative Korrelation Ausdruck der gegensätzlichen Polarität von Abiturnote und BOMAT-Punktwert ist. Als Maß der internen Validität wurde der Zusammenhang zwischen BOMAT – advanced – und dem Zahlen-Verbindungs-Test von Oswald und Roth (ZVT, 1987) untersucht. Das Ergebnis ist ein aussagekräftiger Zusammenhang von .56 für Form A und .51 für Form B.

Für den BOMAT – advanced – liegen Normen in Form von Sten-Werten, Prozenträngen und Dezilen vor.

BOMAT – advanced – short version –[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich hierbei um eine Kurzversion des BOMAT – advanced – , die aus 29 Testitems besteht. Die Brutto-Bearbeitungszeit des Verfahrens liegt bei 60 Minuten und ergibt sich aus einer 15-minütigen Instruktion durch den Testleiter sowie der 45-minütigen Netto-Bearbeitungszeit. Die Instruktion wird durch 10 Übungsaufgaben mitsamt verschriftlichten Lösungsweg unterstützt

Der Leistungstest kann sowohl als Paper-Pencil-Version bearbeitet werden als auch im computergestützten Hogrefe Testsystem. Über die zwei Parallelversionen A und B hinaus existieren im Hogrefe Testsystem zudem die Versionen C und D. Die Normierung basiert auf einer Stichprobe von 668 Testanden, die allesamt zur Zielgruppe des Verfahrens gehörten (siehe Hossiep, Turck & Hasella, 2001).

Neben dem Aspekt der Messgenauigkeit ist auch die Validität eines Verfahrens von entscheidender Bedeutung. Als Kriterium der inneren Validität wurden die Werte des Zahlen-Verbindungs-Tests von Oswald und Roth (ZVT, 1987) herangezogen. Die Korrelation zwischen der BOMAT – advanced – short version und dem ZVT beträgt .58 für Form A und .51 für Form B. Zwischen der Kurzversion des BOMAT – advanced – und der Abiturnote besteht eine Korrelation von -.33 für Form A und -.35 für Form B (siehe Wirtz, 2013).

Ein Vergleich des BOMATs mit Dimensionen eines Assessment Centers ergab signifikante Korrelationen mit den Facetten „Präsentation“, „Analysevermögen“, „Schlussfolgern“ sowie „Planung und Organisation“. Ebenfalls hohe Zusammenhänge fanden sich in Bezug auf die „Flüssigkeit“ und „Vielfalt“ gemessen mit einem Test zum produktiven Denken (siehe Hossiep, Turck & Hasella, 2001).

Wie auch im Falle des BOMAT – advanced liegen Sten-Werte, Prozenträngen und Dezilen zur Einordnung eines individuellen Testergebnisses vor.

BOMAT – standard version –[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der BOMAT – standard version – wurde speziell für den Einsatz bei Schülerinnen und Schülern aller Schulformen konzipiert. Somit kann das Verfahren auch bei der Auswahl von Auszubildenden genutzt werden. Nach der Bearbeitung eines Übungshefts stehen 30 Minuten zur Verfügung, um die Testitems zu lösen. Insgesamt lässt sich der Tests innerhalb einer Schulstunde durchführen. Das Verfahren wurde an einer Stichprobe von über 3.000 Schülerinnen und Schülern aller Schulformen normiert (siehe Hossiep & Hasella, 2010).

Der BOMAT – standard version – hat eine interne Konsistenz von .79 (Version A) bzw. .82 (Version B), die Retest-Reliabilität liegt bei .76 (Version A) bzw. .79 (Version B). Die Konstruktvalidität wurde mit Hilfe des ZVT, des CFT und der SPM ermittelt. Die Korrelation der Verfahren liegt zwischen .39 und .64 (siehe Hossiep & Hasella, 2010).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hossiep, R., Turck, D. & Hasella, M. (1999). BOMAT - advanced - Bochumer Matrizentest. Göttingen: Hogrefe.
  • Hossiep, R., Hasella, M. & Turck, D. (2001). BOMAT - advanced - short version - Bochumer Matrizentest. Göttingen: Hogrefe.
  • Hossiep, R., Hasella, M. & Turck, D. (2001). BOMAT - advanced - short (Dänische Auflage). Kopenhagen: Dansk Psykologisk.
  • Hossiep, R., Turck, D. & Hasella, M. (2002). BOMAT - advanced - Bochumsky maticovy test (Tschechische Auflage). Praha: Testcentrum.
  • Hossiep, R., Turck, D. & Hasella, M. (2003). Test delle Matrici di Bochum (BOMAT) - Forma breve - A (Italienische Auflage). Firenze: Centro studi O. S.
  • Hossiep, R. & Hasella, M. (2010). BOMAT - Standard - Bochumer Matrizentest Standard. Göttingen: Hogrefe.
  • Oswald, W. D. & Roth, E. (1987). Der Zahlen-Verbindungs-Test (ZVT). Ein sprachfreier Intelligenz-Test zur Messung der „kognitiven Leistungsgeschwindigkeit“. Handanweisung (2., überarbeitete und erweiterte Auflage). Göttingen: Hogrefe
  • Sarges, W. & Wottawa, H. (2004). Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren. Lengerich: Pabst.
  • Wirtz, M.A. (Hg.) (2013). Dorsch– Lexikon der Psychologie (16. Aufl.). Huber: Bern.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BOMAT Information. [1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BOMAT-advanced: Bochumský maticový test
  2. BOMAT: Test delle Matrici di Bochum - Forma breve - A
  3. BOMAT: Bochumer Matrizentest Advanced-short