Bockhorn (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bockhorn
Bockhorn (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bockhorn hervorgehoben
Koordinaten: 48° 19′ N, 11° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Höhe: 460 m ü. NHN
Fläche: 47,15 km²
Einwohner: 3720 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85461
Vorwahl: 08122
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 113
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Bockhorn
Rathausplatz 1
85461 Bockhorn
Webpräsenz: www.bockhorn-obb.de
Bürgermeister: Hans Schreiner (FWG)
Lage der Gemeinde Bockhorn im Landkreis Erding
Oberding Eitting Berglern Langenpreising Moosinning Erding Bockhorn (Oberbayern) Taufkirchen (Vils) Dorfen Sankt Wolfgang (Oberbayern) Lengdorf Wartenberg (Oberbayern) Kirchberg (Oberbayern) Hohenpolding Steinkirchen (Oberbayern) Inning am Holz Fraunberg Isen Finsing Walpertskirchen Forstern Neuching Ottenhofen Pastetten Buch am Buchrain Wörth (Landkreis Erding) Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Ebersberg München Landkreis München Landkreis Landshut Landkreis FreisingKarte
Über dieses Bild

Bockhorn (bairisch Bocking) ist eine Gemeinde im Zentrum des oberbayerischen Landkreises Erding.

Ortskern von Bockhorn im Juli 2013

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bockhorn liegt in der Region München am östlichen Rand des Erdinger Mooses sieben Kilometer östlich der Kreisstadt Erding, 15 km nordwestlich von Dorfen, 24 km südlich von Moosburg an der Isar und etwa 20 km östlich vom Flughafen München.

Die Strogen (kleiner Fluss) gliedert die Gemeinde geologisch: Der westliche Teil ist flach (Rand der Münchner Schotterebene), der östliche Bereich besteht aus tertiärem Hügelland (Erdinger Holzland).

Es gibt folgende Gemarkungen: Bockhorn, Eschlbach, Grünbach, Kirchasch, Mauggen, Salmannskirchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 500 v. Chr. war das Gemeindegebiet aufgrund fruchtbarer Böden und Wasserreichtum von den Kelten besiedelt; bei Papferding finden sich noch die eingeebneten Reste einer Viereckschanze.

Um 15 v. Chr. dehnte Rom seinen Herrschaftsbereich bis zur Donau auf die Provinz Raetien aus und die Kelten verloren ihre Selbständigkeit.

Im 6. Jahrhundert setzte nach dem Ende der Völkerwanderung erneut Siedlertätigkeit ein; auf frühe Siedlungen der Bajuwaren weisen Orte mit der Endung „-ing“ hin (Emling, Flanning, Englpolding, Oppolding, Papferding, Polzing).

776 kam Strogen mit Kirche in den Besitz von Freising.

816 tauchte erstmals der Name Grünbach auf, als der Mönch Liutto seinen Grundbesitz in „Croninpach“ dem Hochstift Freising schenkte.

926 ist der Name Bockhorn in der Schreibweise „Paccharun“ nachweisbar; der Name bedeutet „Leute am Bach“.

1053 wurde Mauggen als "Muchun" erstmals in einer Übertragungs-Urkunde eines Gutes an Freising erwähnt.

1156 erschien der Name „Eschlbach“ in den Traditionen des Hochstifts Freising.

1200 wurde in Grünbach mit dem Bau der Burg Grünbach begonnen.

1315 ist Bockhorn (Schreibweise nun „Pachorn“) mit den Filialen Kirchasch, Hecken, Salmannskirchen, Grünbach und Tankham als Pfarrei aufgeführt.

1801 wurde in Grünbach mit dem Neubau des heute noch bestehenden Schlosses Grünbach begonnen.

1920 und 1942 gab es große Überschwemmungen durch die Strogen.

Im Jahr 1972 wurde im Ortsteil Grünbach mit dem Bau des Golfplatzes (Golfclub Erding-Grünbach) begonnen (1978 erweitert), und im Schloss Grünbach wurde das Bundesinstitut für Pflanzengenetik eingerichtet (bis 1999).

2002 wurde das neue Rathaus von Bockhorn eröffnet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Bockhorn, Eschlbach, Grünbach und Salmannskirchen zur neuen Gemeinde Bockhorn zusammengelegt.[2] Am 1. Mai 1978 kamen noch einige Orte (unter anderem Polzing) im Südosten von der aufgelösten Gemeinde Matzbach hinzu.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet der Gemeinde wurden gezählt:

  • 1961 2315
  • 1970 2337
  • 1987 2600
  • 2000 3127
  • 2011 3581
  • 2014 3680

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bockhorn (Oberbayern)
Wappenbeschreibung:

„In Rot über einem silbernen Horn mit goldenen Beschlägen ein silberner Wellenbalken. Der Wellenbalken symbolisiert den kleinen Fluss Strogn bei Bockhorn, das silberne Horn entstammt der Gemeinde Grünbach, als Hinweis auf das Adelsgeschlecht der Kraft von Grünbach.“

Hauptartikel: Wappen der Gemeinde Bockhorn (Oberbayern)

Die Fahne hat die Farben Weiß-Rot.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Schreiner ist seit 2002 in dritter Amtszeit Bürgermeister (FWG).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.374 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 206 T€.

Die Gemeinde beteiligt sich am Ostbündnis.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Pfarrkirche Mariae Heimsuchung, 1712
  • Bockhorn, Pfarrkirche Mariä Heimsuchung, (ab 1712) durch Anton Kogler, Turmoberbau durch Johann Baptist Lethner
  • Kirchasch, Filialkirche St. Martin, Saalbau mit Zwiebelturm von Johann Baptist Lethner (um 1760), Teile des Seitenschiffs aus dem 14. Jhd.
  • Eschlbach, Pfarrkirche Mariä Geburt (1679), reiche Rokoko-Ausstattung um 1765
  • Grünbach, Filialkirche St. Andreas (1669)
  • Grünbach, Schloss (1794–1847)
  • Haselbach, Filialkirche St.Johannes der Täufer (um 1200)
  • Hecken, Filialkirche St. Margaretha, (1754/55) durch Johann Baptist Lethner
  • Oppolding, Filialkirche St. Johannes d.T., (1764) durch Johann Baptist Lethner, mit reizvoller Rokoko-Ausstattung
  • Salmannskirchen, Filialkirche St. Oswald, (1751) durch Johann Baptist Lethner

Der Fassadenpreis des Landkreises Erding für private Neubauten wurde dreimal in der Gemeinde Bockhorn vergeben:

  • 1995 Wohnhaus in Mauggen
  • 1998 Wohnhaus in Bockhorn
  • 2006 Wohnhaus in Maierklopfen

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sechs, im produzierenden Gewerbe 163 und im Bereich Handel und Verkehr 25 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 100 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1020. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwölf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 140 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3665 ha, davon waren 2915 ha Ackerfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde führen die B 388 und die St 2084. Eine ÖPNV-Anbindung besteht durch die MVV-Buslinien 561, 562 (Schülerverkehr und samstags), 564 und 565 sowie das Ruftaxi 5620 (sonntags und abends Montag bis Freitag).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergärten für 112 Kinder (1999)
  • Grundschule für 157 Schüler (2008)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 457.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 573.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bockhorn (Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien