Bodelshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bodelshausen
Bodelshausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bodelshausen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 24′ N, 8° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Höhe: 508 m ü. NHN
Fläche: 13,82 km2
Einwohner: 5767 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 417 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72411
Vorwahl: 07471
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 4 16 006
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Burghof 8
72411 Bodelshausen
Webpräsenz: www.bodelshausen.de
Bürgermeister: Uwe Ganzenmüller
Lage der Gemeinde Bodelshausen im Landkreis Tübingen
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Über dieses Bild
Der Westen Bodelshausens von Sickingen gesehen
Der Norden Bodelshausens von Sickingen gesehen

Bodelshausen ist die südlichste Gemeinde des Landkreises Tübingen, vier Kilometer nördlich von Hechingen. Sie gehört zur Region Neckar-Alb und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodelshausen liegt südlich des Landschaftsschutzgebiets Rammert. Am südöstlichen Dorfeingang von Bodelshausen liegt unweit der Bundesstraße 27 der Butzensee. Etwas weiter nördlich befindet sich das 1997 ausgewiesene Naturschutzgebiet Altwiesen, wohingegen vom südöstlich gelegenen Naturschutzgebiet Winterhalde nur ein geringer Flächenanteil von 0,9 ha zu Bodelshausen gehört.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Bodelshausen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Tübingen beziehungsweise zum Zollernalbkreis¹:

Rottenburg am Neckar, Ofterdingen, Mössingen, Hechingen¹ und Hirrlingen

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören das Dorf Bodelshausen, der Weiler Oberhausen und die Aussiedlerhöfe Birkenhof und Burgstallhof.

Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen, heute nicht mehr bestehenden Ortschaften Altendickingen, Ebenhausen, Hermadingen und Schönrain.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde erstmals um das Jahr 1100 in Schenkungsurkunden des Klosters Hirsau als Bodolshusen erwähnt, als ein Graf Egilolff von Pfullingen dem Kloster zwei Huben (niederdeutsch „Hufe“) Land zu „Bodolshusen“ schenkte. Vermutlich gehen die Anfänge jedoch bis auf das 7. oder 8. Jahrhundert zurück, was durch Grabfunde in der heutigen Ortsmitte bestätigt ist. Die Wortendung „-husen“ bzw. „-hausen“ bestärkt diese Vermutung. Mitte des 11. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Grafschaft Zollern. Später spalteten sich von diesen die Grafen von Hohenberg ab, die den Ort bis zu ihrem Niedergang 1381 besaßen. Als Ortsadel sind die Herren von Ow urkundlich zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erwähnt. Ihnen wird auch eine frühere Burg zugeschrieben, wovon heute noch zwei Straßennamen zeugen.

Zwischen 1609 und 1611 hatte der Ort 160 Tote durch die Pest zu beklagen. Während des Dreißigjährigen Kriegs war Bodelshausen Schauplatz eines Gefechtes, wobei bis zu Dreiviertel der Bevölkerung bis zum Ende jenes Krieges starben. 1648 gab es eine Einwanderungswelle aus der Schweiz. Zwischen 1747 und 1749 gab es eine Auswanderungswelle aus Bodelshausen. 1806 kam der Ort zum neugeschaffenen Oberamt Rottenburg. Zwischen 1816 und 1817 kam es durch Missernte zu einer Hungerkatastrophe. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer weiteren Auswanderungswelle. 1853 hatte Bodelshausen mit einer Hochwasserkatastrophe zu kämpfen. Zwischen 1880 und 1890 kam es zu einer dritten Auswanderungswelle, bei der eine Missernte durch Hagelschäden die Ursache war. Zwischen 1897 und 1898 wurde der Gewann Hardt aufgeforstet. 1898 gab es den ersten Telefonanschluss im Ort; 1912 folgte die elektrische Stromversorgung.

Zwischen 1923 und 1926 hatte Bodelshausen mit zahlreichen Brandanschlägen zu kämpfen. 1929 baute man eine Wasserleitung im Ort. 1933 wurden die traditionellen Vereine verboten. 1938 wechselte Bodelshausen vom Oberamt Rottenburg in den neugegründeten Landkreis Tübingen. 1944 wurde das ehemalige Schafhaus als Kriegsgefangenenlager genutzt. Am 23. April 1945 hisste man auf dem Kirchturm eine weiße Flagge, während französische Soldaten den Ort besetzten, wodurch der Zweite Weltkrieg in Bodelshausen zu Ende ging. Zwischen 1949 und 1951 wurde der Krebsbach im Ortsbereich kanalisiert, welcher zwischen 1993 und 1994 renaturiert wurde. 1950 nahm der Ort erstmals Heimatvertriebene auf. 1972 hatte der Ort wiederholt mit einer Hochwasserkatastrophe zu kämpfen, der ein Gewitter vorausging. Der Orkan Wiebke sorgte 1990 für massive Schäden im Wald. Anfang des 21. Jahrhunderts erfolgte eine Ortskernsanierung.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft mit Mössingen und Ofterdingen.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Bodelshausen hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
47,1 %
31,6 %
21,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,4 %p
+3,2 %p
+0,3 %p
FW Freie Wählervereinigung 47,1 7 50,5 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,6 4 28,4 3
CDU+Bürgerliche Christlich Demokratische Union Deutschlands und Bürgerliche 21,3 3 21,0 3
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 44,1 % 50,0 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Nach 24 Amtsjahren stellte sich Bernd-Dieter Esslinger im Sommer 2006 nicht mehr zur Wahl. Seit 1. September 2006 neu im Amt: Bürgermeister Uwe Ganzenmüller.

  • 1982–2006: Bernd-Dieter Esslinger
  • seit 2006: Uwe Ganzenmüller, er wurde im Juni 2014 mit 90,2 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodelshausen unterhält zudem noch freundschaftliche Beziehungen zu:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Bodelshausen führt die Zollernalbbahn, welche von Tübingen über Hechingen, Balingen, Albstadt und Sigmaringen bis nach Aulendorf verläuft.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich auf der Wabengrenze 113/332. Für die Gemeinde selbst gilt der Tarif 194.

Die L 389 verbindet die Gemeinde im Westen mit Rottenburg am Neckar und im Osten mit der Bundesstraße 27 nach Tübingen und Stuttgart im Norden, sowie Balingen und Rottweil im Süden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft des Ortes ist durch die Textilindustrie geprägt. Wenn auch eine große Zahl an Betrieben aufgrund der Textilkrise nicht mehr besteht, sind weiterhin einige Markenhersteller vor Ort zu finden, unter anderem die Firmen Karl Rieker, Marc Cain und Speidel.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Butzensee in Bodelshausen

Von 1983 bis 2011 unterhielt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eine Zivildienstschule in Bodelshausen.

Ölpipeline und Tanklager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wald nördlich von Bodelshausen (im Rammert) befindet sich ein Tanklager der NATO und eine daran angeschlossene Ölpipeline nach Kehl. Diese wurde in der Vergangenheit mehrfach von Friedensinitiativen und Umweltschützern kritisiert. 1990 wurde die Pipeline und das Tanklager stillgelegt, 2006 wurde die Anlage wieder in Betrieb genommen.

Historische Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Bodelshausen: TC-Dr. Tübinger Chronik, Tübingen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4, S. 134–135.
  3. http://www.bodelshausen.de/pb/site/Bodelshausen/get/params_E1627032230/83367/Heimatbuch%20Zeittafel.pdf Zeittafel Bodelshausens
  4. Datenblatt, abgerufen am 5. Juli 2013
  5. Die Dionysius-Kirche. (PDF; 48 kB), abgerufen am 5. Juli 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bodelshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien