Boden des Jahres

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Der „Boden des Jahres“ wurde erstmals anlässlich des alljährlichen Weltbodentags vom 5. Dezember 2004 für das Jahr 2005 vorgestellt. Durch die Aktion soll die Bedeutung des Bodens für die Menschen und seine Schutzwürdigkeit vermittelt werden, sie findet in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böden sind durch menschliche Tätigkeit weltweit in ihrer Funktionalität bedroht. Allerdings werden Böden im Gegensatz zum Arten-, Luft- und Wasserschutz in Politik, öffentlicher Meinung und Naturschutz kaum beachtet. Dabei treten Bodenschäden wie Versauerung, Erosion oder Versiegelung in Mitteleuropa genauso auf, wie in anderen Teilen der Welt. Und diese Schäden sind besonders gravierend, denn im Gegensatz zu Luft- und Gewässerverunreinigungen, die über Reinigungssysteme relativ kurzfristig reversibel sind, sind die meisten Bodenschäden schwer umkehrbar bis irreversibel. Alleine in Deutschland werden täglich (2011) knapp 80 ha Boden versiegelt.[1] Das entspricht der Fläche von 110 Fußballplätzen. Außerdem sind hierzulande, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, 50 % der Ackerfläche erosionsgefährdet.[2]

Das mangelnde Interesse mag zum einen daran liegen, dass Bodenschäden meist schleichend und unauffällig sind. Prozesse, die nur über Jahrzehnte sichtbare Veränderungen bewirken, fallen der Öffentlichkeit nicht weiter auf. Auf der anderen Seite steht mangelndes Wissen. Böden werden als solche in Schulen und Medien kaum beachtet. Nach dem Prinzip „man schützt nur, was man kennt“ wird daher seit einigen Jahren vermehrt versucht die Bedeutung und Gefährdung von Böden populärer zu machen. Die Aktion „Boden des Jahres“ mit Informationen zu den jeweiligen Böden wird zu diesem Zweck seit 2005 durchgeführt.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktion wurde von der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG) und vom Bundesverband Boden (BVB) initiiert,[3] Ende 2007 hat sich die Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft (ÖBG)[4] dem Trägerkreis angeschlossen. Die Aktion wird unter anderem vom Umweltbundesamt unterstützt. Ausgewählt wird der Boden des Jahres vom Kuratorium Boden des Jahres, dessen Sprecherin Monika Frielinghaus vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg ist. Seit 2011 wird auch eine Aktion „Boden des Jahres“ durch die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz (BGS/SSG) durchgeführt, allerdings unabhängig von der Deutschen und Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft.

Die Böden des Jahres werden der Öffentlichkeit jeweils in Fachzeitschriften und in einem Flyer vorgestellt, der Informationen über die Entstehung, Eigenschaften, Verbreitung und Gefährdungen des jeweiligen Bodentyps enthalten. Neben den Flyern über den jeweiligen Boden des Jahres gibt es noch einen allgemeinen Flyer, in dem die Aktion „Boden des Jahres“ vorgestellt wird und der Wissenswertes über Böden kurz und leicht verständlich zusammenfasst.

Bisherige Böden des Jahres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Deutscher Name Bezeichnung nach WRB
2005 Schwarzerde Chernozem oder Phaeozem[5]
2006 Fahlerde Albeluvisol oder Albic Luvisol[6]
2007 Podsol Podzol[7]
2008 Braunerde Cambisol oder Brunic Arenosol[8]
2009 Kalkmarsch Fluvisol oder Gleysol[9]
2010 Stadtböden Technosole[10]
2011 Vega Fluvic Cambisol[11]
2012 Niedermoor Rheic Histosol[12]
2013 Plaggenesch[13][14] Plaggic Anthrosol[15]
2014 Weinbergsböden[16][17]
2015 Stauwasserboden Planosol oder Stagnosol[18][19]
2016 Grundwasserboden Gleysol[20]
2017 Gartenboden[21] Hortisol[22]
2018 Alpiner Felshumusboden[23]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Text des Umweltbundesamts zur Bodenversiegelung
  2. Text des Umweltbundesamts zur Bodenerosion
  3. Erster Aufruf zum Boden des Jahres 2005 (PDF) (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  4. oebg.boku.ac.at
  5. 2005 – Schwarzerde
  6. 2006 – Fahlerde
  7. 2007 – Podsol
  8. 2008 - Braunerde
  9. 2009 - Kalkmarsch
  10. 2010 - Stadtböden
  11. 2011 - Brauner Auenboden
  12. 2012 - Niedermoor
  13. Britta Fecke, im Gespräch mit Frank Glante vom Umweltbundesamt: „Wir müssen unsere Aktivitäten verstärken“. In: dradio.de, 5. Dezember 2012
  14. Der Plaggenesch – Boden des Jahres 2013, BGR, 2013
  15. 2013 - Plaggenesch
  16. Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG): Boden des Jahres 2014 – Weinbergsböden (Steckbrief). In: dbges.de, 24. Juli 2014
  17. 2014 - Weinbergsboden
  18. Flyer zum Boden des Jahres 2015
  19. 2015 - Stauwasserboden
  20. 2016 - Grundwasserboden
  21. Kuratorium Boden des Jahres: Boden des Jahres 2017 – Gartenboden, abgerufen am 5. Dezember 2016.
  22. Gartenboden – Boden des Jahres 2017
  23. Kuratorium Boden des Jahres: [1], abgerufen am 5. Dezember 2017