Bodil Joensen

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Bodil Joensen (* 25. September 1944 in Hundige, Dänemark; † 3. Januar 1985 in Kopenhagen, Dänemark) war eine dänische Pornodarstellerin. Sie erlangte Bekanntheit durch eine Vielzahl pornographischer Filme, in denen sie Zoophilie praktizierte. Sie betrieb daneben einen kleinen Bauernhof mit Viehzucht. Als die Nachfrage nach ihren Filmen zurückging, verarmte sie und verfiel einer Alkoholabhängigkeit, was ihr die weitere Pflege ihrer Tiere unmöglich machte, und starb einige Jahre später.

Erste Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodil Joensen wuchs in ihrem Geburtsort Hundige, einem Vorort Kopenhagens, auf. Ihre Mutter war eine streng gläubige Christin, die zu Gewalt gegenüber ihrer Tochter neigte, ihr Vater Soldat. Als Joensen 12 Jahre alt war, vermutete ihre Mutter, dass sie von einem Unbekannten vergewaltigt worden sei, sie selbst bestritt das jedoch.[1][2] Ihre Mutter gab ihr die Schuld für die vermeintliche erlittene Vergewaltigung und bestrafte sie gewaltsam, worauf sie ihr als Rache ankündigte, mit Ebern sexuell aktiv zu werden.[1] Als sie in der Folge eine Zuneigung zu Tieren entwickelte, begann sie eine romantische und sexuelle Beziehung zu ihrem Hund, dessen Foto sie bis zu ihrem Tod in einem Medaillon bei sich trug.[1]

Nachdem Joensen mit 15 Jahren ihr elterliches Zuhause verlassen hatte, begann sie auf einem Bauernhof zu arbeiten. Gunnar Nielsen, der dortige Bauer, beschrieb ihre Faszination für den Deckungsakt von Tieren, bei dem sie nach eigener Aussage gerne mithalf. Später gründete sie ihren eigenen Zuchtbetrieb, wo sie für ihre Fähigkeit, auch mit aggressiven Tieren wie Ebern zu arbeiten, bekannt wurde. Durch Gerüchte, die insbesondere durch die Bäuerinnen der Umgebung aufgrund deren Eifersucht auf Joensen als junge, alleinstehende Frau in der Landwirtschaft verbreitet wurden, ging ihr Betrieb jedoch zugrunde.[1]

Karriere in der Pornographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 17 Jahren, während des Untergangs ihres Zuchtbetriebs und als Versuch, ihre Tiere und ihr Zuhause weiter finanzieren zu können, begann sie ihre Karriere in der Pornographie mit Auftritten in vergleichsweise harmlosen Fetisch-Filmen. Als sie 25 Jahre alt war, wandte sie sich zoophilen Filmen zu und arbeitete beispielsweise für das Produktionsunternehmen Color Climax Corporation und den Produzenten Ole Ege. So trat sie zwischen 1969 und 1972 in mehr als 40 Filmen auf.[1] Daneben hatte sie eine Kolumne im Screw-Magazin, in der sie Fragen der Leser beantwortete.

Als Pornodarstellerin gewann Bodil Joensen weltweit besondere Beachtung für ihre sexuelle Aktivität mit Ebern, insbesondere bei Live-Darbietungen und Auftritten in Filmen, die in ihrem Zuchtbetrieb gedreht wurden. Die Filme verbanden die damalige besondere Liberalität der dänischen Gesellschaft mit skandinavischer bäuerlicher Rustikalität.

Zu dieser Zeit entstand der Dokumentarfilm Bodil Joensen – en sommerdag juli 1970 („Ein Sommertag im Juli 1970“) von Shinkichi Tajiri. Darin werden ihr Leben mit ihren Tieren auf ihrem Bauernhof, die Pflege der Tiere, ihre Zuneigung zu ihnen und ihre sexuelle Aktivität dargestellt. Der Film wurde mit dem Großen Preis des Amsterdamer Wet Dream Film Festivals des Jahres 1970 ausgezeichnet. Diese Auszeichnung machte Joensen zu einer Berühmtheit der Szene und lenkte die Aufmerksamkeit anderer Dokumentarfilmer auf sie. Ihrer Biographie zufolge zählten zu ihren Tieren damals zwei Kaninchen, sieben Hunde, ein Dutzend Schweine, mehrere Katzen, ein Meerschweinchen, eine Stute und der schwarze Hengst Dreamlight.[2] Sie wird in ihrer Biographie als warmherzige, naturverbundene Person und ihr Verhältnis zu den Tieren als erotisches Liebesspiel beschrieben.[1][2]

Zu Beginn der 1970er-Jahre schaffte es Joensen, ihren Bauernhof wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben und dort mit ihrer 1972 geborenen Tochter und ihrem Lebenspartner zu leben. Finanzielle Unterstützung brachten Besuche von Sextouristen, die dort private Filme mit Joensens Tieren drehen durften. Von damaligen Freunden wird ihre Ausbeutung durch die Besucher, die dort lediglich Pornographie suchten und keinen Wert auf die Bekanntschaft zu Joensen legten, beschrieben.[1] Die beginnende Ablehnung durch ihre Nachbarschaft zwangen sie, mehrmals umzuziehen. Als sich das Interesse der dänischen Pornographie-Industrie wandelte, versäumte es Joensen, ihre pornographische Tätigkeit anzupassen, sodass ihr Einkommen wegbrach. Sie baute physisch und psychisch ab und entwickelte eine Depression. Bis 1980 nahmen ihre Einnahmen weiter ab und ihre Schulden wuchsen; ihre einzige Einnahmequelle waren unambitionierte tägliche Liveshows in kleinem Rahmen. Als zusätzlichen Auslöser ihres Niedergangs bezeichnete Joensen den Tod ihrer Schäferhündin Spot, die für sie eine enge Freundin gewesen sei; sie habe angefangen, Beruhigungsmittel zu nehmen und später im Übermaß zu trinken und zu essen.

Niedergang und Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Joensen alkoholabhängig geworden war, konnte sie sich immer weniger um ihre Tiere kümmern. Nach einer Gesetzesänderung im Jahr 1981 wurde sie wegen Vernachlässigung von Tieren zu einer Freiheitsstrafe von 30 Tagen verurteilt.[1] Ihre Tiere wurden infolgedessen eingeschläfert. Nach ihrer Freilassung suchte sie ihr Heil in Straßenprostitution. 1980 zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Sie starb 1985 im Alter von 40 Jahren, nach Aussage eines engen Freundes von ihr an Leberzirrhose, nach Vermutung vieler jedoch durch Selbsttötung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h The Real Animal Farm. The Dark Side of Porn, Staffel 2, Folge 5. Dokumentarserie auf Channel 4.
  2. a b c Zoopornstars: Bodil.