Bodio TI

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TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Bodiof zu vermeiden.
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Bodio
Wappen von Bodio
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Leventinaw
Kreis: Kreis Giornico
BFS-Nr.: 5064i1f3f4
Postleitzahl: 6743
UN/LOCODE: CH BOD
Koordinaten: 712962 / 137571Koordinaten: 46° 22′ 48″ N, 8° 54′ 25″ O; CH1903: 712962 / 137571
Höhe: 321 m ü. M.
Fläche: 6,4 km²
Einwohner: 1037 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 162 Einw. pro km²
Website: www.bodio.ch
Karte
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Über dieses Bild
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Kirche Santo Stefano
Die Ebene des Ticino zwischen Bodio und Biasca nach 1920
Flugaufnahme der Metallwerke Monteforno (1931)
Gotthard-Basistunnel-Eröffnung im Jahre 2016

Bodio (lombardisch Böit) ist eine politische Gemeinde im Kreis Giornico im Bezirk Leventina des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie liegt in der unteren Valle Leventina auf der linken Talseite.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1227 wurde Bodio als Boidi sowie die dortige Kirche Santo Stefano erwähnt. Zusammen mit den oberhalb gelegenen, im Mittelalter bewohnten Siedlungen von Simbra (oder Saimola) bildete das Dorf eine Degagna der ehemaligen Nachbarschaft Giornico. Während der Herrschaft des Domkapitels Mailand über die drei ambrosianische Täler wurden im Mai und November in Bodio die sogenannte placita donnegalia der Leventina abgehalten, Versammlungen, die dazu dienten, Recht zu sprechen und einige Abgaben einzufordern. Bis ins 16. Jahrhundert gehörte das Dorf zur Pfarrei Giornico. Eine eigene Pfarrei Bodio ist ab 1567 belegt, bis 1602 gehörte auch Pollegio dazu. Letztere wurde vermutlich zusammen mit einem grossen Dorfteil durch einen Erdrutsch im 15. Jahrhundert zerstört. Die heutige Kirche stammt aus dem 19. Jahrhundert. 1799 erstellten die österreichisch-russischen Truppen Suworows im Dorf ein verschanztes Lager. Bodio stimmte 1814 für den Anschluss der Leventina an den Kanton Tessin.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts überschwemmte der Fluss Ticino (Fluss) die Gemeinde mehrfach. Diese Naturkatastrophen verursachten grosse Schäden und forderten Todesopfer. Ende des 19. Jahrhunderts setzte eine grosse Auswanderungswelle ein. Etwa ein Fünftel der damaligen Bevölkerung Bodios wanderten in die Vereinigten Staaten aus und siedelten vorwiegend in Kalifornien und Nevada. Am 21. Juli 1921 zerstörte eine Explosion fast gänzlich drei Fabriken und tötete 15 Personen. Der Sachschaden belief sich auf 6 Millionen [2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Bau der Gotthardbahn kam Industrie in die Gegend. Das Unternehmen heute ist die Timcal, die synthetisches Graphit und Schmiermittel für hohe Temperaturen produziert. Bis auf 4 Hektar Weinanbau gibt es auf dem Gemeindegebiet keine Landwirtschaft mehr.

Das Südportal des Gotthard-Basistunnels liegt am Ostrand der Gemeinde Bodio, der Installationsplatz und das Besucherzentrum sind in der Nachbargemeinde Pollegio.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemalig Monteforno, Acciaierie e Laminatoi SA (Bodio)[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1534 32 Feuerstätten
1567 50 Feuerstätten
1602 201
1745 323
1850 420
1900 356
1950 935
1980 1477
2000 1058
2010 980
2012 1044
2014 1030

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Football Club Bodio[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefano Franscini (* 23. Oktober 1796 in Bodio; † 19. Juli 1857 in Bern, heimatberechtigt in Bodio), Schweizer Politiker, Schullehrer, Publizist und Statistiker. Mitglied des ersten Bundesrates[9]
  • Eros Bellinelli (* 19. Dezember 1920 in Bodio TI), ein Schweizer Journalist.[10]
  • Eugenio Corecco (* 3. Oktober 1931 in Airolo; † 1. März 1995 in Lugano), von Bodio, Sohn des Pietro, 2. Oktober 1955 Priesterweihe in Lugano, 1962 Doktorat in kanonisches Recht und 1965 Lizentiat in Zivilrecht der Universität Freiburg (Schweiz); 5. Juni 1986 Bischof des Bistums Lugano; 1979–1981 Dekan der theologische Fakultät der Universität Freiburg (Schweiz); er gründete 1987 das Diözesan-Gymnasium und 1992 die theologische Akademie von Lugano, die 1993 theologische Fakultät wurde; 1994 Doktor honoris causa der Katholische Universität Lublin; er ist in der Basilika del Sacro Cuore in Lugano begraben[11][12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bodio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Bodio auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 27. Juni 2017).
  3. Metallwerke Monteforno in portal.dnb.de (abgerufen am: 3. Mai 2016.)
  4. Football Club Bodio
  5. a b c d e f g h Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 115–116.
  6. Pfarrkirche Santo Stefano (Foto)
  7. Officine Elettriche Ticinesi SA in portal.dnb.de (abgerufen am: 3. Mai 2016.)
  8. Elektrizitätswerk Biaschina
  9. Andrea Ghiringhelli: Franscini, Stefano. In: Historisches Lexikon der Schweiz
  10. Pasquale Genasci: Bellinelli, Eros. In: Historisches Lexikon der Schweiz
  11. Antonietta Moretti: Corecco Eugenio. In: Historisches Lexikon der Schweiz
  12. Eugenio Corecco (englisch) in catholic-hierarchy.org (abgerufen am: 7. März 2016.)