Body-Shape-Index

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Body Shape Index (BSI), auch a Body Shape Index (ABSI) genannt,[1] ist ein Verfahren zur Bestimmung eines Index zur Bewertung des Körperfettanteiles eines Menschen. Es stellt eine Weiterentwicklung des Body Mass Index dar und wurde im Juli 2012 von Nir Y. und Jesse C. Krakauer vorgeschlagen.[2] Dr. Nir Krakauer ist Assistenzprofessor für Bauingenieurwesen an der New Yorker “CCNY Grove School of Engineering”. Er und sein Vater, der Arzt Dr. Jesse Krakauer haben bereits 2012 eine andere Berechnung, die sie ABSI ("A Body Shape Index") nannten, vorgeschlagen.[2] Der ABSI wurde entwickelt, um das Risiko speziell von abdominaler Adipositas zu quantifizieren.[3] Eine Studie von 2014[4] bestätigt die Annahme der Krakauers, dass ABSI als Prognoseinstrument für das mit Fettleibigkeit verbundene Mortalitätsrisiko geeignet ist.

Der Body Shape Index soll besser als der Body-Mass-Index (BMI) Gesundheitsrisiken prognostizieren, indem er das besonders schädliche Bauchfett mit in die Berechnung einbezieht.[5] Aussagekräftig ist vor allem der ABSI-z-Wert, welcher den eigenen Wert mit den Durchschnittswerten der Bevölkerung (in den USA) vergleicht und so ein über- oder unterdurchschnittliches Risiko ermittelt. Als Krankheiten, die in Verbindung mit erhöhtem Bauchfett stehen, gelten z. B. Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall und Arteriosklerose. Für Schwangere ist diese Messmethode nicht geeignet. Die in den USA entwickelte Methode soll für schwarze und weiße, nicht aber für mexikanische Ethnien gelten.

Berechnungsmethode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Body-Shape-Index wird aus Taillenumfang, BMI und Körpergröße folgendermaßen berechnet:

Dabei werden Taillenumfang (TU) und Körpergröße (KpGr) in Metern angegeben.

Wenn der BSI über 0.083 liegt, geht man von einem erhöhten Risiko aus, bei einem Wert von 0.091 soll eine Verdopplung des relativen Risikos vorliegen.

Zugrundeliegende Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Team um Sohn und Vater Krakauer analysierte Daten von 7011 Erwachsenen über 18 Jahren, die in Großbritannien Mitte der 1980er Jahre (HALS1) erhoben worden und 7 Jahre später im Rahmen einer Folgestudie ein weiteres Mal befragt worden waren (HALS2).

Diese Kohortenstudie wird als weitgehend repräsentativ für die britische Bevölkerung in Bezug auf Region, Beschäftigungsstatus, Herkunft und Alter eingeschätzt. Des Weiteren wurden die Aufzeichnungen des britischen National Health Service bis 2009 einbezogen, um Todesfälle und Krebserkrankungen zu identifizieren: Von den 7011 Personen waren bis 2009 2.203 verstorben.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Doctors expose BMI shortcomings. In: London Evening Standard, Evening Standard Limited, 18. Januar 2006. Abgerufen am 12. September 2013. 
  2. a b Nir Y. Krakauer, Jesse C. Krakauer: A New Body Shape Index Predicts Mortality Hazard Independently of Body Mass Index. In: PLOS ONE. 7, 18. Juli 2012, S. e39504. doi:10.1371/journal.pone.0039504. Abgerufen am 12. September 2013.
  3. a b Studie (Februar 2014) definiert neue Risikoabschätzung: Neue Kombination bereits bekannter Messgrößen prognostiziert Risiko eines frühzeitigen Todes, medizin.at, von WCB-S, Februar 2014
  4. Nir Y. Krakauer, Jesse C. Krakauer: Dynamic Association of Mortality Hazard with Body Shape. In: PLOS ONE. 9, 20. Februar 2014, S. 1-7. doi:10.1371/journal.pone.0088793. Abgerufen am 16. Mai 2016.
  5. Abschied vom BMI: Da der BMI zunehmend in die Kritik gerät, haben der New Yorker Wissenschaftler Nir Krakauer und sein Vater den sogenannten ABSI ("A Body Shape Index") vorgeschlagen. Er berücksichtigt neben Größe und Gewicht auch den Bauchumfang, Birgit Herden, Süddeutsche Zeitung, 17. März 2014