Boguszów-Gorce

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Boguszów-Gorce
Wappen von Boguszów-Gorce
Boguszów-Gorce (Polen)
Boguszów-Gorce
Boguszów-Gorce
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Wałbrzych
Fläche: 27,01 km²
Geographische Lage: 50° 46′ N, 16° 12′ OKoordinaten: 50° 46′ 0″ N, 16° 12′ 0″ O
Höhe: 520 – 750 m n.p.m.
Einwohner: 15.947
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 58-370 bis 58-372
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DBA (fruh DB)
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WałbrzychKamienna Góra
Schienenweg: Wałbrzych Szczawienko–Meziměstí
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 27,01 km²
Einwohner: 15.947
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 590 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0221011
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Waldemar Kujawa
Adresse: pl. Odrodzenia 1
58-370 Boguszów-Gorce
Webpräsenz: www.boguszow-gorce.pl



Boguszów-Gorce (deutsch Gottesberg-Rothenbach) ist eine seit 1973 zur Stadt erhobene Ortschaft im Powiat Wałbrzyski (Waldenburger Distrikt) in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadtgemeinde.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottesberg (Gottesbg.) zwischen Landeshut und Waldenburg auf einer Landkarte von 1905

Die Stadt liegt in Niederschlesien im Osten des Waldenburger Berglandes, acht Kilometer südwestlich von Wałbrzych (Waldenburg) auf einer Höhe von 525–622 Metern über dem Meeresspiegel. Nördlich liegt der 850 Meter hohe Sattelwald.[2][3]

Nachbarorte sind Lubomin (Liebersdorf) im Norden, Konradów (Konradsthal) und Wałbrzych (Waldenburg) im Nordosten, Zagórze Śląskie (Kynau) im Osten, Jedlina-Zdrój (Bad Charlottenbrunn) im Südosten, Rybnica Leśna (Reimswaldau) und Unisław Śląski (Langwaltersdorf) im Südosten, Mieroszów (Friedland) im Süden, Krzeszów (Grüssau) und Grzędy (Konradswaldau) im Südwesten sowie Czarny Bór (Schwarzwaldau) und Kamienna Góra (Landeshut) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild-Postkarte von Gottesberg aus dem Jahr 1902
Rathaus
Heiliggeistkirche
Evangelische Kirche (Aufnahme 2013)
Polnische katholische Kirche

Die Doppelstadt Boguszów-Gorce entstand 1973 durch Zusammenlegung der bis dahin selbständigen Stadt Boguszów (Gottesberg) und der bis dahin ebenfalls selbständigen stadtähnlichen Ortschaft Gorce (Rothenbach).

Gottesberg erhielt 1499 vom böhmischen König Wladislaw II. Stadtrecht.[2]

Um 1905 hatte Gottesberg eine evangelische, eine katholische und eine altkatholische Kirche, Steinkohlenbergbau, Porphyr-Steinbrüche, eine Bierbrauerei und Malzfabrikation. Auf dem nahen Porphyrkegel Bismarckhöhe stand ein Bismarckturm. [2] Um die gleiche Zeit hatte Rothenbach Steinkohlenbergbau, Koksbrennerei und chemische Fabriken zur Gewinnung von Steinkohlenprodukten.[4] In Gottesberg gab es um 1925 ein Amtsgericht, eine höhere Schule und eine bergmännische Berufsfachschule.[3]

Im Jahr 1945 gehörten die Stadt Gottesberg und die Ortschaft Rothenbach zum Landkreis Waldenburg im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Niederschlesien des Deutschen Reichs.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die beiden Ortschaften Gottesberg und Rothenbach 1945 wie fast ganz Schlesien von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für die Stadt Gottesberg die Ortsbezeichnung Boguszów und für die Großsiedlung Rothenbach den Ortsnamen Gorce ein. Die deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Gottesberg und Rothenbach vertrieben. Die in den beiden Ortschaften neu angesiedelten Bewohner hatten zum Teil der polnischen ethnischen Minderheit in an die Sowjetunion gefallenen Gebieten östlich der Curzon-Linie angehört und waren nach Kriegsende an ihren Heimatorten vor die Wahl gestellt worden, entweder eine andere Staatsangehörigkeit zu akzeptieren oder auszuwandern.

Von 1974 bis 1998 gehörte Boguszów-Gorce zur Woiwodschaft Wałbrzych. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde im Gebiet von Boguszów-Gorce Steinkohle gefördert. Im Jahre 2012 betrug die Einwohnerzahl 16.494.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in Gottesberg
Jahr Einwohner Anmerkungen
1875 6.445 [5]
1880 6.345 [5]
1890 7.201 davon 4.698 Evangelische, 2.460 Katholiken und 25 Juden[5]
1905 8.966 meist Evangelische[2]
1925 10.758 davon 6.412 Evangelische, 3.574 Katholiken, 178 sonstige Christen, 27 Juden[5]
1933 12.079 davon 7.202 Evangelische, 3.631 Katholiken, 247 sonstige Christen, 14 Juden[5]
1939 11.011 davon 6.592 Evangelische, 3.159 Katholiken, 356 sonstige Christen, drei Juden[5]
in Rothenbach
Jahr Einwohner Anmerkungen
1905 4.268 [4]
1933 5.074 [6]
1939 4.535 [6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Woiwodschaftsstraße 367, die von Wałbrzych nach Kamienna Góra führt, und verfügt über zwei Haltepunkte an der Bahnstrecke Wałbrzych–Meziměstí.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtgemeinde Goguszów-Gorce setzt sich zusammen aus den Stadtteilen

sowie den Ortsteilen

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. a b c d Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 8, Leipzig/wien 1907, S. 174.
  3. a b Der Große Brockhaus, 15. Auflage, Band 17, Leipzig 1930, S. 530.
  4. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 17, Leipzig/wien 1909, S. 180.
  5. a b c d e f http://www.verwaltungsgeschichte.de/waldenburg.html#ew39wldbgotte
  6. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/waldenburg.html#ew39wldbrothen