Bohunicien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Bohunicien ist eine sogenannte „Übergangsindustrie“ zwischen Mittelpaläolithikum und Jungpaläolithikum im östlichen Mitteleuropa. Es ist nach dem Fundplatz Bohunice benannt, einem Stadtteil von Brno in Tschechien. Es wird auf etwa 43.000 bis 35.000 Jahre vor heute datiert und ist damit etwa zeitgleich dem westeuropäischen Châtelperronien und Aurignacien.

An Funden fanden sich Blattspitzen, Spitzen, Schaber und Kratzer, gezähnte Stücke und Klingen. Oft, aber nicht ausschließlich wurde die Levalloistechnik verwendet, die vor allem vom Neandertaler genutzt wurde. Die Verbindung zwischen Levalloistechnik und jungpaläolithischem Klingenabbau zeigt Merkmale beider Traditionen.

Eine weitere wichtige Fundstelle ist Stránská skála am Stadtrand von Brno.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Oliva: Die Bohunicien-Station bei Podoli (Bez.: Brno-Land) und ihre Stellung im beginnenden Jung-Paläolithikum. Casopis Moravskeho Musea Brno Bd. 66, 1981. S. 7–45
  • Martin Oliva: Le Bohunicien, un nouveau groupe culturel en Moravie: quelques aspects psycho-technologiques du développement des industries paléolithiques. In: L' Anthropologie Vol. 88/2, 1984, S. 209–220
  • Petr Škrdla: Comparison of Boker Tachtit and Stránská skála MP/UP Transitional Industries. Journal of The Israel Prehistoric Society 33, 2003. S. 37–73. (onlinePDF)
  • Jiří Svoboda: The Bohunician and the Aurignacian. In: João Zilhão und Francesco d'Errico (Hrsg.): The Chronology of the Aurignacian and of the Transitional Technocomplexes. Dating, Stratigraphies, Cultural Implications. Trabalhos de Arqueologia 33. Lisboa, Instituto Português de Arqueologia 2003. S. 123–131. (online, PDF)