Boitzenburger Land

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Dieser Artikel behandelt die nordbrandenburgische Gemeinde. Das Amt Boizenburg-Land liegt dagegen im Westen Mecklenburgs.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Boitzenburger Land
Boitzenburger Land
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Boitzenburger Land hervorgehoben
Koordinaten: 53° 15′ N, 13° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 217,35 km²
Einwohner: 3213 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17268
Vorwahlen: 039884, 039885, 039889
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 069
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Templiner Straße 17
17268 Boitzenburger Land
Webpräsenz: www.gemeinde-boitzenburger-land.de
Bürgermeister: Bernhardt Rengert (parteilos)
Lage der Gemeinde Boitzenburger Land im Landkreis Uckermark
Angermünde Berkholz-Meyenburg Boitzenburger Land Brüssow Carmzow-Wallmow Casekow Flieth-Stegelitz Gartz (Oder) Gerswalde Göritz Gramzow Grünow Hohenselchow-Groß Pinnow Lychen Mark Landin Mescherin Milmersdorf Mittenwalde Nordwestuckermark Oberuckersee Passow Pinnow Prenzlau Randowtal Schenkenberg Schöneberg Schönfeld Schwedt/Oder Tantow Temmen-Ringenwalde Templin Uckerfelde Uckerland Zichow BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Boitzenburger Land ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Uckermark im Bundesland Brandenburg (Deutschland). Sie ist eine der flächengrößten Gemeinden Deutschlands.

Im Zuge der brandenburgischen Gebietsreform wurde am 31. Dezember 2001 das ehemalige Amt Boitzenburg (Uckermark) aufgelöst und aus den zehn vormals selbständigen Gemeinden des Amtes die Gemeinde Boitzenburger Land gebildet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Nordosten Brandenburgs gelegene Gemeindegebiet umfasst die eiszeitlich geprägte Hügel- und Seenlandschaft der westlichen Uckermark. Große Teile der Gemeinde Boitzenburger Land liegen im Naturpark Uckermärkische Seen. Von den Uckermärkischen Seen seien die fünf größten innerhalb des Gemeindegebietes genannt: Kuhzer See, Trebbowsee, Haussee, Großer Küstriner See und Krewitzsee. Die Gemeinde ist im Nordosten (Zerweliner Heide) und im Südwesten (Große Warthesche Heide) von ausgedehnten, zusammenhängenden Waldgebieten umgeben. Im Nordwesten grenzt der mecklenburgische Landkreis Mecklenburgische Seenplatte an die Gemeinde Boitzenburger Land. Nachbargemeinden im Landkreis Uckermark sind die Nordwestuckermark, Gerswalde, Mittenwalde (Uckermark), Templin und Lychen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häuser am Schloss

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile

sowie die Wohnplätze

  • Aalkasten
  • Am Schlangenbruch
  • Boisterfelde
  • Bröddin
  • Brüsenwalde
  • Bungalowsiedlung am Carwitzer See
  • Charlottenthal
  • Collinshof
  • Düster Möll
  • Egarsee
  • Eichenhof
  • Falkenhain
  • Fischerhaus
  • Fürstenau
  • Garliep-Hof
  • Götzkendorf
  • Hoppenhuus
  • Karolinenhof
  • Krewitz
  • Krumme Hecken
  • Kuhz
  • Lehmannshof
  • Lichtenhain
  • Lindensee
  • Luisenfelde
  • Mahlendorf
  • Mathildenhof
  • Mellenau
  • Neu Zerwelin
  • Neufunkenhagen
  • Rosenow
  • Ruhhof
  • Rummelpforter Mühle
  • Saugarten
  • Stabeshöhe
  • Steinrode
  • Sternthal
  • Suhrhof
  • Tannenhof
  • Thomsdorf
  • Zerwelin

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Boitzenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

13. bis 15. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen derer von Arnim

Der heutige Ortsteil Boitzenburg ist aus ursprünglich zwei Ortssiedlungen zusammengewachsen. So gab es einmal das Dorf Boitzenburg, welches noch unter dem Namen Marienfließ schon 1269 genannt wurde. Im Carolinischen Landbuch von 1375 wird es separat neben dem Städtchen Boitzenburg genannt. Wahrscheinlich lag es ungefähr auf dem Gebiet des heutigen Marktflecken. Das Städtchen Boitzenburg lag dagegen am Marienberg, mit der auf der Höhe gelegenen Marienkirche. Im Jahre 1215 wurde es in der Schreibweise „Bozineburc“ erstmals urkundlich erwähnt.[2] Auch eine Mühle wird 1375 in der Nähe des Städtchens erwähnt. 1403 gehörten sowohl Dorf als auch Städtchen Boitzenburg zum Kloster Marienpforte.

Die Gründung des Klosters geht auf das Jahr 1269 zurück, als es Ritter Heinrich von Stegelitz stiftete. 1271 überließ Gerhard von Boyceneburg, wahrscheinlich Pfandherr der Burg, dem Kloster zehn Hufen in Boitzenburg. 1276 wurde das Schloss Boitzenburg urkundlich erstmals erwähnt, und zwar als Burganlage. In diesem Jahr war Dietrich von Kerkow Lehnsträger der Burg und von zehn Dörfern der Umgebung. Seit 1337 war offenbar der Markgraf Besitzer des Schlosses, auf den die Familie von Lochen folgte. Untervögte waren ein gewisser von Lyne und ein von Musheym. 1375 gehörten zur Burg bzw. dem Schloss Boitzenburg nur noch fünf Orte: das Städtchen Boitzenburg, die Dörfer Krewitz, Zervelin, Wichmannsdorf und Mittenwalde. Daneben noch zahlreiche Seen.

Schließlich gelangte die Herrschaft Boitzenburg in den Besitz von Johann Herr zu Cotbus, dem zeitweiligen Vertreter Kaiser Sigismunds in der Mark. Es folgten in der Herrschaft die Namen von Holtzendorff, Lippolt von Bredow – der Landeshauptmann der Mittelmark mit seinen Brüdern – und schließlich Lüdeke von Maltzahn. 1398 kam Boitzenburg in mecklenburgischem Besitz. 1415 kamen Boitzenburg und Zehdenick an Brandenburg. 1416 war Boitzenburg wieder im Besitz eines von Bredow, bevor es in den Besitz des Ritters von Hase gelangte.

Die Familie von Arnim, die später ab dem 16. Jahrhundert die zentrale Rolle in der Herrschaft spielte, erhielt erstmals am 29. Januar 1429 das Schloss und die Vogtei. Der Markgraf beglich auf diese Weise Schulden, die er bei den Brüdern Hans und Jaspar von Arnim gemacht hatte. 1439 erhielt daraufhin Hans von Arnim den Auftrag, bauliche Maßnahmen vorzunehmen und die Ringmauern auszubessern. Dieser erwarb Kröchlendorff. Bereits 1433 erhielten die Brüder die Stadt Strasburg mit drei Dörfern, darunter Neuensund. 1438 wurde Hans mit Schloss Zehdenick belehnt, später auch mit Sperrenwalde, sowie Stadt und Schloss Biesenthal. Schließlich wurden die Vogteien Lychen und Woldegk seinem Schutz unterstellt.

1448 wurde von Cunersdorf, der spätere Landvogt der Neumark, Vogt von Boitzenburg.

1454 bekamen die Räte des Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg mit Namen Hans von Bredow und Lüdeke von Arnim Boitzenburg durch diesen verkauft. Lüdeke war bereits Pfandherr von Angermünde (Schloss, Stadt und Amt). Von den Bredows gingen Schloss und Amt Boitzenburg auf die von Waldow und von diesen auf den uckermärkischen Hauptmann von Hahn über.

Schließlich bekam Henning von Arnim 1486 das Schloss Boitzenburg, mit den Steuern von Prenzlau, Strasburg und Templin, die Vogtei und Stadt Lychen, sowie die Vogtei im Uckerlande. Henning war bereits Besitzer der Hälfte von Schloss und Stadt Biesenthal und von Gerswalde. Seine Söhne sollten durch markgräflichen Auftrag das baufällig gewordene Schloss wieder herrichten. Es folgten noch die Namen von Krummensee und von Alvensleben, bevor von 1528 bis 1945 die Arnims ununterbrochen die Herrschaft über Boitzenburg innehatten.

16. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Hans Georg von Arnim-Boitzenburg (1581–1641)

1528 tauschte Kurfürst Joachim I. das Schloss Boitzenburg gegen das Schloss Zehdenick, welches zuvor von Hans von Arnim, dem Landvogt der Uckermark, gekauft worden war. Zu dieser Zeit gehörten durch verschiedene Abgaben und Dienste folgende Ortschaften zum Schloss Boitzenburg: Beenz, Berkholz, Boitzenburg (Dorf und Stadt), Bröddin, Hardenbeck, Haßleben, Klaushagen, Klosterwalde, Krewitz (wüst), Kuhz, Küstrinchen, Mahlendorf, Mechow, Niegelsdorf (wüst), Rosenow, Rutenberg, Sovow, Thomsdorf, Neu- u. Alt-Thymen, Warthe, Weggun und Zervelin (wüst). Daneben gehörten viele Seen, Holzungs- und Jagdanrechte, sowie Geld- und Kornpachten von weiteren Orten dazu. Hans von Arnim kaufte außerdem noch Besitzungen in Kröchlendorff und Wichmannsdorf sowie den Ort Petznick dazu. Als 1539 das Kloster Marienpforte säkularisiert wurde, konnte Hans die wichtigste Erwerbung, die gesamten Güter des Klosters von Kurfürst Joachim II. anzukaufen, tätigen.

Graf Georg Dietloff von Arnim-Boitzenburg (1679–1753)

Auf Hans folgte dessen Sohn Bernd von Arnim als Besitzer der Herrschaft Boitzenburg. 1570 waren im Dorf Boitzenburg ein Schulz, ein Krüger, vier Bauern und acht Kossäten ansässig. Auch noch im 17. Jahrhundert wurde zwischen Dorf und Städtchen Boitzenburg unterschieden. Auf Bernd folgte dessen zweiter Sohn Hans Georg von Arnim (1581–1641), oft auch genannt Johann Georg, der sein Land durch den Dreißigjährigen Krieg bringen musste. Dieser hatte an den Universitäten Frankfurt (Oder), Leipzig und Rostock studiert, kämpfte ab 1613 in der schwedischen Armee gegen Russland, danach auf Seiten Wallensteins und stieg als Feldherr in der kaiserlichen Armee zum Generalfeldmarschall auf.

In einem Bericht von 1687, fast 40 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, heißt es, dass von ursprünglich 12 Fischern der Stadt Boitzenburg nur noch 2 vorhanden wären. Die Wassermühle Boitzenburgs wurde Schlossmühle genannt. Das Dorf Boitzenburg (Marienfließ) hatte ebenfalls stark gelitten. Dort seien von den sechs Bauernstellen, die 23 Hufe beackert hätten, durch den Krieg wüst geworden, sodass die Herrschaft von Arnim das Land bewirtschafte. Die Mühle des Dorfes hieß Klostermühle. Sie existiert heute noch und fungiert als Museum. Die Marienkirche scheint den Dreißigjährigen Krieg gut überstanden zu haben.

Georg Dietloff von Arnim (1679–1753) war der Begründer der Boitzenburger Schlossbibliothek. Für diese ließ er einen Seitenflügel des Schlosses bauen. Die Bibliothek wurde von den folgenden Generationen weiter ausgebaut. Weiterhin wurde durch Georg Dietloffs Umbau eine schöne Barockanlage geschaffen. Auch der Ort Boitzenburg konnte von seinen Baumaßnahmen profitieren. So wurde durch ihn die Straße vom Schloss zur Kirche angelegt. Er erneuerte zahlreiche Kirchen in seinen Patronaten und er stiftete auch Abendmahlsgeräte. Es galt weiterhin, die enormen Schäden des Dreißigjährigen Krieges in seiner Herrschaft zu beseitigen. Dörfer mussten neu mit Bauern besetzt und neu ausgestattet werden. Um 1750 erfolgte schließlich die Vereinigung von Dorf und Stadt Boitzenburg zu einem einzigen Marktflecken. Das Bevölkerungswachstum des Ortes stagnierte bis zur Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert: Die Bevölkerung hatte im Jahre 1801 mit 663 Einwohnern nur um einen Einwohner im Vergleich zu 1750 zugenommen.

19. Jahrhundert bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Adolf Heinrich von Arnim-Boitzenburg (1803–1868)

1801 befanden sich unter den Einwohnern von Boitzenburg 10 Leineweber, 10 Maurer, 5 Schuhmacher, 6 Schneider, 2 Böttcher, 3 Tischler und viele Einzelhandwerker. Daneben existierten zwei Gasthöfe. Jährlich fanden zwei Krammärkte statt. Die Bauern bauten auf ihrem Land Roggen, Gerste, Hafer, Erbsen, Linsen, Wicken, Kartoffeln und Buchweizen an.

Von Adolf Heinrich Graf von Arnim-Boitzenburg (1803–1868) stammen die Auffahrten des Schlosses an der Vorderseite. Sein Sohn Adolf (1832–1887) gab dem Schloss das renaissancehafte Aussehen des Stiches von Merian wieder.

Die Einwohnerzahl Boitzenburgs wuchs bis 1860 auf 1045, schrumpfte jedoch bis 1900 wieder auf 776. 1925 hatte Boitzenburg 888 Einwohner, 1933 jedoch wieder nur 725, wobei diese Zahlenangaben Gut und Gemeinde Boitzenburg mit einbeziehen.

Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges gab es in dem der Renaissance entstammenden Tiergarten der Schlossanlage eine Wisentzucht. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die in den 1920er Jahren vor dem Aussterben bedrohten Wisente jedoch ein Opfer von Wilderern. Die einzigen Nachkommen der Boitzenburger Wisentzucht leben heute in Springe am Deister (siehe Wisentgehege Springe). Die Forst Boitzenburg beherbergte sogar Schreiadler. Daneben gab es mehrere Fischadler- und zwei Seeadlerhorste. Im Park lebten außerdem Kraniche und Schwarzstörche, wie auch das Hochwild.

1938 wurde das Schloss Boitzenburg Drehort für den gesellschaftskritischen Satirefilm Napoleon ist an allem schuld von Curt Goetz. Der Film wurde 1939 von Propagandaminister Goebbels verboten.

Der letzte Arnimsche Besitzer von Schloss Boitzenburg war Joachim Dietlof von Arnim-Boitzenburg (1898–1972), welcher 1945 kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee mit seiner Familie in den Westen flüchtete. Die russischen Besatzer enteigneten die Grafenfamilie im selben Jahr entschädigungslos. Den ca. 10.000 Bände umfassenden Bestand der Schlossbibliothek verpackten die Sowjets sorglos in Lattenkisten und ließen diese nach Moskau transportieren. Seitdem gilt der größte Teil des Bestandes als verschollen. Nur einzelne Exemplare sind seitdem auf verschlungenen Pfaden wieder aufgetaucht.[3]

1945 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seeseite von Schloss Boitzenburg

Durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurde das enteignete Land zunächst an landlose Bauern, Landarbeiter und Flüchtlinge aufgeteilt, die es später in die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) einbrachten. Der Forst wurde überwiegend verstaatlicht.[3]

1949 zerstörte ein Brand teilweise die Turmaufbauten und den Renaissancegiebel des Schlosshaupthauses aus Graf Adolfs Zeit. Das große Dach konnte jedoch wiederhergestellt werden.

Später wurde das Schloss von der NVA als Erholungsheim genutzt.[4]

In den 1970er Jahren starben der letzte Graf von Boitzenburg und seine Frau im Exil. Nach der Wende, im Jahre 1994, konnten ihre Urnen in das Boitzenburger Familiengrab der Arnims überführt werden.[3]

Am 26. April 2003 wurde das Schloss Boitzenburg nach 1999 begonnenen umfassenden Renovierungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es beherbergt ein Hotel und ein Restaurant. Der gegenüberliegende Marstall wird als Kreativzentrum, Bauernmarkt und Veranstaltungsbereich genutzt.[5]

Das Amt Boitzenburg (Uckermark)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Minister des Innern des Landes Brandenburg erteilte am 20. Juli 1992 (und am 27. Juli 1992) seine Zustimmung der Bildung des Amtes Boitzenburg/Uckermark.[6][7][Anmerkung 1] Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 1. August 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Boitzenburg und bestand zunächst aus zehn Gemeinden im damaligen Kreis Templin:

  1. Berkholz
  2. Boitzenburg
  3. Buchenhain
  4. Funkenhagen
  5. Hardenbeck
  6. Haßleben
  7. Jacobshagen
  8. Klaushagen
  9. Warthe
  10. Wichmannsdorf

Am 27. Dezember 2001 genehmigte das Ministerium des Innern den Zusammenschluss der Gemeinden Berkholz, Boitzenburg, Buchenhain, Funkenhagen, Hardenbeck, Haßleben, Klaushagen, Jakobshagen, Warthe und Wichmannsdorf zur neuen Gemeinde Boitzenburger Land zum 31. Dezember 2001.[8] Das Amt Boitzenburg (Uckermark) wurden zum selben Zeitpunkt aufgelöst.

Übrige Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Brüsenwalde gehörte 1299 zur Erstausstattung des Klosters Himmelpfort der Zisterziensermönche.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Boitzenburger Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2001 4 553
2002 4 343
2003 4 270
2004 4 204
2005 4 119
2006 4 032
2007 3 939
Jahr Einwohner
2008 3 853
2009 3 732
2010 3 668
2011 3 392
2012 3 360
2013 3 319
2014 3 257

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[9], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Ortsteil Boitzenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 948
1890 888
1910 786
1925 877
1933 725
1939 783
1946 1 094
1950 1 062
Jahr Einwohne
1964 1 017
1971 932
1981 1 303
1985 1 511
1989 1 531
1990 1 540
1991 1 451
1992 1 540
Jahr Einwohner
1993 1 636
1994 1 526
1995 1 536
1996 1 518
1997 1 501
1998 1 512
1999 1 469
2000 1 411

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 51.5 %
 %
40
30
20
10
0
30,3 %
30,0 %
25,8 %
6,9 %
5,3 %
FW BL
B-LR
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Die Gemeindevertretung von Boitzenburger Land besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[11]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernhardt Rengert (parteilos) wurde in der Bürgermeisterstichwahl vom 20. Juni 2010 mit 58,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 45,6 %).[12]

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Boitzenburg gibt es eine vielfältige Vereinslandschaft:[13]

  • Anglerverein Boitzenburg
  • Arbeitsgemeinschaft Schiffsmodellbau Boitzenburg
  • Förderverein Schule Boitzenburg
  • Förderverein Kirche „St. Marien auf dem Berge“
  • Gartenverein Boitzenburg
  • Heimatbund Boitzenburg
  • Karnevalsverein Boitzenburg
  • Keramikzirkel Boitzenburg
  • Schützenverein Boitzenburg
  • Sportverein Boitzenburg
  • Textilzirkel Boitzenburg
  • Volkssolidarität Boitzenburg
  • Volkstanzgruppe Boitzenburg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 30. Oktober 2007 genehmigt.

Blasonierung: „Geviert und geteilt durch eine silberne Leiste; Feld 1: in Blau ein silberner Renaissanceschlossgiebel mit zwei offenen Fenstern und einem Vierpass darüber, Feld 2 und 3: in Rot zwei silberne Balken, Feld 4: in Blau ein offenes silbernes Spitzbogenfenster.“[14]

Feld 2 und 3 sind aus dem Wappen der im Boitzenburger Land langjährig herrschenden Adelsfamilie von Arnim entlehnt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau- und Bodendenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marstall
Gärtnerhaus
Kirche St. Marien auf dem Berge, im Vordergrund Fischteiche
Klosterruine
Wassermühle
Fasanenbrücke zwischen Schumellensee und Küchenteich

In der Liste der Baudenkmale in Boitzenburger Land stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale. Auch einige Bodendenkmale sind in der Gemeinde zu finden, welche in der Liste der Bodendenkmale im Boitzenburger Land eingetragen sind.

Besonderheiten

Museen und Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klostermühle Boitzenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klostermühle Boitzenburg ist eine historische Wassermühle, die als Museum fungiert. Die Mühle ist an einem Bach gelegen, der an der Klosterruine vorbei durch den Tiergarten in Richtung Prenzlau und von dort zur Ostsee fließt.

Erstmals wurde die Mühle im Jahre 1271 erwähnt, als die Markgrafen Johann II., Otto IV. und Conrad mit ihrer Stiftung für die Erstausstattung des Klosters sorgten. Als das Kloster in der Reformation aufgelöst wurde, ging bald darauf der klösterliche Besitz und mit ihm auch die Boitzenburger Wassermühle in das Eigentum der Familie von Arnim über. Von Zerstörungen blieb die Mühle in den anhaltenden Wirren des Mittelalters zwar nicht verschont, doch in seiner heutigen Gestalt besteht das Mühlengebäude inzwischen schon etwa seit 1752. In der Folgezeit gab es zahlreiche Veränderungen und Modernisierungen im Innern. So war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch bereits möglich, dass die Mühlenturbine in ganz Boitzenburg für elektrisches Licht sorgte. Nach 1945 wurde die Mühle verstaatlicht. Bis 1959 wurde noch Mehl gemahlen und die LPG Tierproduktion ließ in ihr noch bis 1978 Mischfutter herstellen. Der letzte Müller der Mühle, Willi Witte, sorgte für den Erhalt dieser Mühlentechnik.

Der heute im kommunalen Eigentum stehende Mühlenkomplex ist seit 1979 der Öffentlichkeit als Museum zugänglich. Der Museumsmüller und seine Gesellen bieten Führungen an, bei denen das Mahlwerk in Gang gesetzt, die Bäckerei im Keller, die Müllerwohnung, die historische Stellmacherei und die Schmiede besucht und erklärt werden.[15]

Sammlung Schloss Boitzenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfingsten 2008 wurde im historischen Kellergewölbe unter der einstigen Bibliothek des Schlosses Boitzenburg eine Dauerausstellung mit dem Namen Sammlung Schloß Boitzenburg eröffnet. Die hier gezeigten Exponate verdeutlichen einerseits einen Teil der historischen Baubefunde aus der mehrjährigen Sanierungsphase, die das heute als Kinder- und Jugendhotel geführte Schloss von 1999 bis 2003 durchlaufen hat. Andererseits wird auch der Versuch unternommen, dem Besucher die mehr als 400-jährige Bau-, Besitz- und Nutzungsgeschichte des Schlosses als eines der größten märkischen Adelsschlösser nahezubringen. An Wochenenden und Feiertagen werden Führungen durch das Schloss angeboten, welche mit einem Rundblick von der Plattform des Seigerturmes abschließen.[16]

Heimatstube und Galerie Klaushagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Klaushagen befindet sich eine Heimatstube und Galerie, die im denkmalgeschützten Gemeindehaus in der Dorfmitte untergebracht ist. In ihren Räumlichkeiten werden bäuerliches Wohnen und ländlicher Hausrat präsentiert. Von 1867 bis 1963 diente das Gebäude den Klaushagenern als Dorfschule und wird deshalb häufig noch heute Alte Schule genannt. In der Heimatstube befindet sich auch eine inhaltsreiche Chronik, die Aufschluss über mehr als 730 Jahre Geschichte des Dorfes, des benachbarten Ortes Lichtenhain und des Wohnplatzes Suhrhof gibt. Im großen, ehemaligen Klassenraum der Alten Schule finden in unregelmäßigen Abständen auch Personalausstellungen von Künstlern aus der Region statt. Frei zugänglich ist eine kleine Ausstellung mit landwirtschaftlichen Geräten vor und im Nebengebäude des Gemeindehauses.[17]

Heimatstube Warthe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Warther Heimatstube.

Die Warther Heimatstube befindet sich in der ehemaligen Schmiede auf dem zentralen Dorfanger des lang gezogenen Straßendorfes. Von 1885 bis 1960 wurde die Dorfschmiede von den Schmiedemeistern Schmöker (Vater und Sohn) betrieben, ehe sie 1960 von der LPG übernommen, elf Jahre später geschlossen und bis zur Schließung der Dorfschule in Warthe 1998 als zusätzlicher Unterrichtsraum genutzt wurde.

Anlässlich der 700-Jahr-Feier des Ortes im Jahre 1995 wurde die Heimatstube eingeweiht. Neben musealen Exponaten beherbergt die einstige Schmiede auch eine kleine Bibliothek. Zu sehen sind Zeugnisse des dörflichen Lebens und Erinnerungsstücke an die Bahnstrecke Templin-Fährkrug-Fürstenwerder, die auch Warthe kreuzte. Erst 1910 bis 1912 gebaut, wurde diese Bahnlinie nur von 1913 bis 1945 für den Personen- und Güterverkehr genutzt. Schon im Juni 1945 begann die vollständige Demontage der Gleise als Reparationsleistung für die Sowjetunion.[18]

Kunsthandwerkerhof Thomsdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Thomsdorf befindet sich ein Areal mit Keramik- und Filzwerkstatt und einem Steinbackofen. In der Keramikwerkstatt ist neben dem Zuschauen bei der Töpferarbeit auch die eigene Anfertigung von Keramikarbeiten möglich. Gleiches gilt für die Filzwerkstatt. Im Steinofen werden Pizza und Brot gebacken. Daran angeschlossen ist das Hof-Café „Klönstuw“. Daneben befinden sich Ausstellungsräumlichkeiten auf dem Areal, bei dem verschiedene Künstler ihre Werke aus Holz, Keramik, Malerei, Wolle, Fotografie etc. vorstellen.[19]

Museumsschule Hardenbeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Hardenbecker Museumsschule sind neben der Lehrerstube eines Dorfschullehrers und einem Raum für Sonderausstellungen und Vorträge zwei historische Klassenräume zu sehen. Über 100 Jahre Dorfschulgeschichte werden hier versucht wieder lebendig zu machen. Ein Raum zeigt das komplette Inventar eines kaiserzeitlichen Klassenzimmers von der Schiefertafel mit Griffel und Schwamm bis zum Rohrstock des Lehrers. Ein zweiter Raum zeigt eine Dorfschulklasse aus einer Zeit 70 Jahre später. Die Museumsschule verfügt über einen umfangreichen Fundus zur Schul- und Regionalgeschichte Hardenbecks und der Uckermark. Im Bestand befindet sich eine Lehrbuch- und eine vollständige Fibelsammlung.[20][21]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde sind viele klein- und mittelständische Betriebe ansässig. In der wald- und seenreichen Ferienregion bestehen weitere Entwicklungspotentiale im Tourismussektor. So stehen z.B. viele Ferienwohnungen in der Gemeinde zur Verfügung.[22]

Des Weiteren gibt es mehrere gastronomische Betriebe. So im Ortsteil Boitzenburg „Zur Klostermühle“, den „Gräflichen Marstall“, die „Mocca Milch Eisbar“, das „Restaurant Schloss Boitzenburg“ und die „Gaststätte Am Sportplatz“. Weitere Gastronomien gibt es in den Ortsteilen Berkholz, Buchenhain, Hardenbeck, Haßleben, Thomsdorf, Wichmannsdorf und Warthe.[23]

Die Uckermark-Fisch GmbH hat ihren Sitz in Boitzenburg sowie Filialen in Lychen und Templin, im Ortsteil Lichtenhain befindet sich das Haus Lichtenhain mit einem Vertrieb von Apfelprodukten (Inhaberin Daisy von Arnim) sowie die Baumschule Sabine und Frank Jacob.

Die Gemeinde Boitzenburger Land verfügt über Kindertagesstätten in Boitzenburg, Haßleben, Hardenbeck und Wichmannsdorf.[24] Die einzige Schule der Gemeinde, die „Puschkin-Grundschule“, befindet sich im Ortsteil Boitzenburg. Weiterführende Schulen gibt es sowohl in Templin als auch in Prenzlau, beide rund 20 km vom Ortsteil Boitzenburg entfernt.[25]

Verkehrsanbindung

Die Bundesstraße 109 durchquert den Osten des Gemeindegebietes. Vom Ortsteil Haßleben an der B 109 führt eine Landesstraße zum Autobahnanschluss Pfingstberg an der A 11 (Berlin–Stettin). Die Verbindungen im SPNV auf der Bahnstrecke Templin-Fährkrug–Fürstenwerder und der Bahnstrecke Löwenberg–Prenzlau (Bahnhof Haßleben) sind stillgelegt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boitzenburger Land – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts; oder geographisch-historisch-statistische Beschreibung der Provinz Brandenburg. Band 2, Brandenburg 1855, S. 324.
  3. a b c Schloßgeschichte 4. Abgerufen am 27. August 2013.
  4. Schloss der Leidenschaften. Abgerufen am 27. August 2013.
  5. Schloss Boitzenburg. Abgerufen am 27. August 2013.
  6. Bildung der Ämter Boitzenburg/Uckermark, Bad Wilsnack/Weisen, Gerswalde und Pritzwalk-Land. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 27. Juli 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 58, 12. August 1992, S. 1018/9.
  7. Bildung des Amtes Boitzenburg/Uckermark. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 20. Juli 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 62, 25. August 1992, S. 1054.
  8. Bildung einer neuen Gemeinde Boitzenburger Land Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 11. Dezember 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2002, Nummer 52, Potsdam, den 27. Dezember 2001, S. 894 PDF
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 14–17
  11. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  12. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl vom 20. Juni 2010
  13. Gemeinde Boitzenburger Land – Vereinsverzeichnis. Abgerufen am 27. August 2013.
  14. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  15. Klostermühle Boitzenburg. Abgerufen am 27. August 2013.
  16. Sammlung Schloss Boitzenburg. Abgerufen am 27. August 2013.
  17. Heimatstube und Galerie Klaushagen. Abgerufen am 27. August 2013.
  18. Heimatstube Warthe. Abgerufen am 27. August 2013.
  19. Kunsthandwerkerhof Thomsdorf. Abgerufen am 27. August 2013.
  20. Museumsschule Hardenbeck. Abgerufen am 27. August 2013.
  21. Gemeinde Boitzenburger Land – Museen. Abgerufen am 27. August 2013.
  22. Gemeinde Boitzenburger Land – Gastgeberverzeichnis. Abgerufen am 27. August 2013.
  23. Gemeinde Boitzenburger Land – Gastronomieführer. Abgerufen am 27. August 2013.
  24. Gemeinde Boitzenburger Land – Kitas. Abgerufen am 27. August 2013.
  25. Gemeinde Boitzenburger Land – Schulverzeichnis. Abgerufen am 27. August 2013.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Genehmigung zur Bildung des Amtes wurde (wohl versehentlich) zweimal erteilt. In beiden Veröffentlichungen heißt das Amt Amt Boitzenburg/Uckermark. Später setzte sich die Schreibweise Boitzenburg (Uckermark) durch.