Boje (Schifffahrt)

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Boje zum Festmachen von Yachten (vor Ilovik)
Militärische Sperrboje

Eine Boje ist ein kugel-, kegel- oder tonnenförmiger Schwimmkörper, der im Allgemeinen verankert ist. Je nach Größe und Verwendung sind Bojen als Hohlkörper aus Metall, Kunststoff oder massiv aus Kork hergestellt. Bojen werden zum Festmachen von Wasserfahrzeugen, als Markierungszeichen für die Lage von Ankern („Ankerboje“), als Signalbojen für Taucher (oft aus füllbaren Blasen aus Folie oder Textil) usw. verwendet. Bojenketten dienen auch als Grenzmarkierungen, vor allem als Markierung der Grenzen von Naturschutzgebieten, die von Wasserfahrzeugen nicht überfahren werden dürfen.

Zur Verankerung der Bojen am Grund werden oft schwere Gewichte aus Beton verwendet. Ist eine Boje nicht verankert, wird sie als Treibboje bezeichnet. Treibbojen finden in der Schifffahrt zum Beispiel als Träger von Seenotsignal-Sendern Verwendung (Notfunkbake). Zur Verankerung kann - wie früher üblich - auch ein angemessen grosser Natursteinblock verwendet werden, in den eine Bohrung gemeisselt wird, um etwa einen Ringanker mittels Blei einzugiessen. oder eine steife Blechöse anzuschrauben, die drehbar bleiben muss.

Dienen Bojen als Seezeichen für die Schifffahrt, werden sie verkehrsrechtlich als „Tonne“ bezeichnet.

Messstation[Bearbeiten]

In der Meeresforschung dienen Bojen als schwimmende Instrumententräger für die Erfassung ozeanischer und atmosphärischer Daten sowie für einige andere Forschungszwecke. Allein im Projekt Argo arbeiten mehrere tausend robotergestützte Bojen auf den Ozeanen, die sich bis 2000 Meter Tiefe absinken lassen können und nach dem Auftauchen einige Tage später ihre Messungen (Wassertemperatur, Salzgehalt) an Satelliten funken.

Mooring-Boje und Festmachertonne[Bearbeiten]

Die Vorteile des Festmachens von Wasserfahrzeugen (beispielsweise Yachten) an Bojen gegenüber dem Ankern sind:

  • Geringerer Aufwand
  • Unabhängigkeit von Ankergrund und Wassertiefe
  • Hohe Sicherheit (bei ausreichender Dimensionierung und Wartung der Verankerung)
  • Liegen ohne lange Ankerleine oder -kette und damit bessere Platzausnutzung (geringes schwojen)
  • Schonung des Grundes, da Einfahren und Ausbrechen des Ankers entfallen.

Für die Benutzung solcher Bojen ist in aller Regel eine Gebühr zu entrichten.

Bojenketten[Bearbeiten]

Bojenkettensysteme, wie etwa das Albano-System für Bootsstrecken, markieren auf Wasserflächen in meist mehrere parallele Bahnen, um sportliche Synchron-Wettbewerbe durchzuführen. Sie schwimmen an der Wasseroberfläche von Schwimmbecken, Gewässern oder Wasserstraßen und dienen den Sportarten Schwimmen, Rudern, Paddeln.

Im Schwimmbecken liegen die Bojen mit nur etwa 6 cm Durchmesser sehr dicht aneinander, sind wie Perlen auf einem Seil aufgefädelt und gegen Verrutschen fixiert, dämpfen kurze Wellen ein wenig und ein Schwimmer kann leicht darunter durch tauchen. Jedes Seil ist am Beckenbeginn und -ende eingehängt und kann einfach durch Aufspulen auf eine runde Haspel eingeholt werden.

Für Boote liegen die Bojen einer Kette typischerweise 10 m auseinander. Damit Boote, etwa wenn eine Mannschaft aufgibt, auch seitlich herausfahren können, muss die Verankerung jeder einzelnen Boje zumindest bis in die maximal zu erwartende Tiefe eines Ruder- oder Paddelschlags hinuntergeführt sein, bevor ein durchgehend unter Wasser gespanntes Seil die Geradlinigkeit der Kette sichert.

Bojenketten, die die Ausfahrtszonen von Bootshäfen oder Anlegestellen oder Einstiegskorridore für Wassersportler (Kitesurfer, Wasserschifahrer, ...) etwa in Seen von Bereichen mit Badebetrieb für Schwimmer abgrenzen, sind in der Regel mit Steinen am Grund verankert, können daher auch gekurvte Grenzen bilden und liegen dabei oft weiter als 10 m auseinander.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Boje – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Bojen und Tonnen – Sammlung von Bildern