Bokel (Wiefelstede)

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Bokel
Gemeinde Wiefelstede
Koordinaten: 53° 13′ 55″ N, 8° 8′ 7″ O
Höhe: 17 m ü. NN
Einwohner: 764 (1. Jan. 2015)[1]
Postleitzahl: 26215
Vorwahl: 04402
Bokel (Niedersachsen)
Bokel

Lage von Bokel in Niedersachsen

Bokel ist ein Ortsteil der Gemeinde Wiefelstede im Landkreis Ammerland in Niedersachsen.

Geographie und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bauerschaft liegt etwa 3 km südöstlich von Wiefelstede. Die L 824 durchquert den Ort und bietet so eine gute Anbindung nach Wiefelstede und auch in die Stadt Oldenburg. Bokel wird wochentags durch die Buslinie 330 Conneforde–Wiefelstede–Oldenburg des VBN bedient.

Bokeler Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in östlicher Richtung, nahe bei Rastede liegende Bokeler Burg (1531 Bokelerborch) ist eine Ringwallanlage an der Friesischen Heerstraße. Sie ist das älteste oberirdisch erkennbare Kulturdenkmal im Ammerland. Der ovale Burgplatz mit einer Ausdehnung von 55 × 65 m wurde um 850 n.Chr. angelegt. Sie war Flucht- und Versammlungsstätte für die umliegende Bevölkerung, aber auch mit einer Wachmannschaft besetzt, die den friesischen Heerweg kontrollierte. Im frühen Mittelalter war hier der Gerichtssitz des gesamten Ammergaus, später nur noch für das Amt Rastede.[2] Es spricht einiges dafür, dass die Bokerler Burg das Machtzentrum des ersten namentlich bekannten Oldenburger Grafen Huno war. Sie wäre damit die Keimzelle der Grafschaft Oldenburg.
Anfang des 19. Jahrhunderts war der Ringwall bereits zum großen Teile eingeebnet, wie eine Vermessung durch C.F.A.O. von Negelein um 1831 ergab. 1989 wurde die Doppelwallanlage umfangreich restauriert.

Sage vom Schatz der Bokeler Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni mag sich der Schatz, der in der Mitte des Rundes vergraben liegt, einmal an der Oberfläche zeigen. Und dann heißt es, bedacht und schnell zu handeln. Ein Bauer aus der Umgebung kam in einer solchen Nacht am alten Ringwall vorbei und sah in seiner Mitte den Schatz im Mondlicht glitzern. Entschlossen schritt er darauf zu und legte sein eisernes Beil, das er von seinem Vater geerbt hatte, auf das Gold. Die Münzen, auf denen das Beil lag, konnte er nun mühelos wegnehmen und samt Beil in seinen Hut stopfen. Dann verließ er eiligen, aber sicheren Schrittes das Wallrund. Hinter ihm begann es nun zu lärmen und zu toben, als seien die Pforten der Hölle geöffnet worden, doch der Bauer ging geradewegs weiter bis zum Bokeler Esch und sah sich nicht um. Bald hatte er ein gutes Stück des Weges hinter sich gebracht, als das Lärmen hinter ihm langsam abebbte. Als es schließlich ganz versiegt war, wagte der Bauer einen verstohlenen Blick zurück. Doch das hätte er lieber bleiben lassen, denn wie ein Donnerschlag setzte das Toben erneut ein. Gleichzeitig wurde der Hut des Bauern merkwürdig leicht. Weniger bewusst als aus purer Vorahnung zog er mit einem Ruck den Kopf ein. Da flogen auch schon die Münzen um Haaresbreite an seiner Schläfe vorbei, dicht gefolgt vom Beil seines Vaters, das mit der Schneide dermaßen wuchtig in einen der nahestehenden Baumstamm hineinfuhr, dass man es kaum wieder herausziehen konnte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistischer Jahresbericht für 2014 der Gemeinde Wiefelstede. Abgerufen am 4. Dezember 2015.
  2. Dieter Zoller: Die Bokelerburg. Eine Ringwallanlage auf der nordoldenburgischen Geest. 1970