Bokeloh (Wunstorf)

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Koordinaten: 52° 25′ 1″ N, 9° 22′ 37″ O

Bokeloh
Stadt Wunstorf
Wappen von Bokeloh
Höhe: 46 m
Einwohner: 2257 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31515
Vorwahlen: 05031, 05033
Luftbild von Bokeloh (links) und dem Kaliberg (rechts), der die kleinere Nachbarortschaft Mesmerode im Bild teilweise verdeckt

Bokeloh ist ein Dorf bei und Ortsteil von Wunstorf in der Region Hannover in Niedersachsen. Der Name bedeutet „Buchenwald“. Es wird von der Westaue durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname wird erstmals im Namen einer Burg des Bischofs Ludolf von Minden, dem „castrum boklo“, erwähnt. Dieser Bau besteht heute in Form des Schlosses Bokeloh („castrum novum“) fort. Später gelangte das Dorf in den Besitz des Grafen von Schaumburg. Im 15. Jahrhundert wurde das Amt Bokeloh geschaffen, dem auch die Nachbardörfer Idensen und Mesmerode sowie die Exklave Klein Heidorn angehörten. Im Volksmund wurde es „Butteramt“ genannt, weil es die nahe gelegene Stadt Hannover vor allem mit Butter versorgte. 1647 wurde das Amt in das Fürstentum Calenberg umgegliedert und 1819 an das größere Amt Blumenau (heute ein westlicher Stadtteil von Wunstorf) eingegliedert.

In Bokeloh wurden 1566–1620 Hexenverfolgungen durchgeführt: Zwei (oder drei) Frauen gerieten in Hexenprozesse, eine wurde 1566 wahrscheinlich verbrannt.[1] Im Amt Bokeloh wurde 1567 eine Hexenverfolgung durchgeführt, bei der eine Frau in einen Hexenprozess geriet und verbrannt wurde.[2]

Im Jahr 1928 wurde das bisher eigenständige, unmittelbar im Osten liegende Dorf Kronsbostel (historisch auch als Cronsbostel bezeichnet) nach Bokeloh eingemeindet.[3]

Am 1. März 1974 wurde Bokeloh in die Stadt Wunstorf eingegliedert.[4]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Kirche Zum Heiligen Kreuz, auch kurz Kreuzkirche genannt, befindet sich an der Straße „An der Kreuzkirche“. Sie wurde 1961 geweiht, ihre gleichnamige Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf.

Die katholische Kirche St. Konrad von Parzham befindet sich an der Mesmeroder Straße. Im März 1960 wurde ihr Grundstein gelegt, und im November gleichen Jahres wurde sie von Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht. Seit dem 1. September 2012 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Wunstorf.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl 2011 verteilten sich die sieben Sitze des Ortsrates Bokelohs mit vier auf die CDU und drei auf die SPD.[5]

CDU: Johann Hartmann (Ortsbürgermeister), Dieter Baumann, Matthias Waterstradt, Petra Eberhardt

SPD: Helga Ebel, Angelika Wellmann, Andreas Lange

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Bokeloh zeigt ein Butterfass als Verweis auf die ehemalige Rolle als „Butteramt“, Buchenblätter für die Buchen im Ortsnamen und Schlägel und Eisen für das Kalibergwerk.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bokeloh ist das Kaliwerk Sigmundshall der K+S AG angesiedelt. Das Bergwerk wurde 1896 als Kalibohrgesellschaft Wunstorf gegründet, diese wurde dann nach ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden Sigmund Meyer benannt und 1906 an die Steinhuder Meer-Bahn angeschlossen. Die weithin sichtbare, weiß-graue Abraumhalde, ein so genannter Kalimandscharo, ist für eine Höhe von 140 Metern genehmigt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei regelmäßige Busverbindungen der RegioBus Hannover im Tarifverbund des GVH bieten an 9 Haltestellen Fahrten nach Wunstorf und in Nachbarorte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bokeloh (Wunstorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Schormann: Hexenverfolgung in Schaumburg, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 45, Hildesheim 1973, S. 149–151.
  2. Ebenda.
  3. Jan Peter Wiborg: Bokeloh: Ein Dorf im Strukturwandel. Bielefeld 1998, ISBN 3-89534-166-5.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  5. Wahlbekanntmachung Nr. 10 – Bekanntgabe der endgültigen Wahlergebnisse der Kommunalwahlen in Wunstorf vom 11.09.2011. In: Stadt Wunstorf. 15. September 2011, abgerufen am 9. Februar 2012 (pdf).