Bolloré

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Bolloré
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Rechtsform Familienunternehmen
Gründung 1822
Sitz Puteaux, Frankreich
Leitung Vincent Bolloré, Direktor
Mitarbeiter 37.886 weltweit
Umsatz 8,491 Mrd. Euro (2011)
Branche Transport & Logistik, Energie, Industrie u. Kommunikation
Website www.bollore.com
Bolloré Blue Car
Markenlogo des OCB-Zigarettenpapiers

Bolloré ist ein französischer Mischkonzern mit Firmensitz in Puteaux, Frankreich. Er wurde im Jahr 1822 von René Bolloré gegründet und trug zeitweise den Namen Odet Cascadec Bolloré (OCB). Die Anzahl der Beschäftigten weltweit betrug im Jahr 2011 37.886. Im Geschäftsjahr 2011 betrug der weltweite Umsatz ca. 8,491 Mrd. EUR[1].

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Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1918 bis 2000 produzierte das Unternehmen Zigarettenpapiere unter dem Markennamen OCB. Diese Marke wurde danach an das US-amerikanische Unternehmen Republic Technologies verkauft. Eine Erklärung des früheren Firmennamens Odet Cascadec Bolloré: Odet ist ein Fluss in der Bretagne und Cascadec ist der Name einer Mühle, die in der Nähe des zweiten Werkes stand.

Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umsatz Bollorés wird in den Feldern "Transport und Logistik", "Energie", "Kommunikation" und "Elektrizität und Speicherung" erzielt. Hauptumsatzbringer mit über 50 % ist die Sparte "Transport und Logisitik", die das Unternehmen in die Bereiche "Bolloré Logistics" und "Bolloré Africa Logistics" unterteilt. "Bolloré Logistics" ist schwerpunktmäßig in Europa tätig. Die schnellwachsende Sparte "Bolloré Africa Logistics" hat ihren Tätigkeitskeitsschwerpunkt in Afrika und betreibt dort Häfen und Eisenbahnlinien.

Zu den Betätigungsfeldern des Konzerns gehört auch die Mineralölwirtschaft. In diesem Bereich, der 2016 ungefähr 20 % des Unternehmensumsatzes ausmacht, ist das Unternehmen der zweitgrößte französische Marktteilnehmer. In Deutschland, in den Niederlanden und in der Schweiz unterhält Bolloré 71 Tankstellen, die unter dem Namen Calpam firmieren.

Seit 2010 hat das Unternehmen den Bereich "Kommunikation" aufgebaut. Dieser Bereich macht 2016 ungefähr 20 % des Unternehmensumsatzes aus. 2010 lag dieser Anteil noch bei unter 1 %. Ein wichtiger Umsatzbringer ist die Agentur Havas, die Bolloré 2014 erworben hat.

Ein kleiner Teil des Umsatzes (2 %) wird im Bereich "Elektrizitätspeicherung und -lösungen" erzielt. Hier ist die börsennotierte Bollorétochter Blue Solutions tätig. Sie betreibt u.a. elektrische Mietautos in verschiedenen Städten.

Derzeitiger Firmenchef ist Vincent Bolloré.

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolloré ist an verschiedenen anderen Unternehmen beteiligt. Dort übernimmt das Unternehmen vielfach die Rolle eines aktivistischen Investors. Der Hauptfokus der Beteiligungen liegt momentan im Bereich Medien. Bolloré hält über 14 % der Aktien von Vivendi und beherrscht das Unternehmen. Zudem ist Bolloré an Gaumont und Big Ben Interactive beteiligt. Neben diesen Medienunternehmen hält Bolloré Anteile von Mediobanca und Generali. Weitere Beteiligungen hat Bolloré bei Socfin, Socfinasa und Socinaf, die Plantagenbetreiber in Entwicklungsländern sind.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Direktinvestition in Palmölplantagen des teilweise zur Bolloré-Gruppe gehörenden ehemaligen kamerunischen Staatsunternehmens Socapalm beschleunige die dortige Vernichtung des Primärwaldes.[2] Weitere Kritik bezieht sich auf die Unterstützung der Einrichtung des elektronischen Wählerverzeichnisses LEPI in Benin 2010. Dieses schloss 200.000 potenzielle Wähler und Wählerinnen von der Präsidentschaftswahl am 13. März 2011 aus und ermöglichte die knappe Wiederwahl des beninischen Präsidenten Boni Yayi.[3]

Die Firma Bolloré betreibt Land Grabbing.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.bollore.com/
  2. Ziegler, Jean: Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der dritten Welt. München 2013, S. 247.
  3. Ziegler, Jean: Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der dritten Welt. München 2013, S. 287f.
  4. http://www.oaklandinstitute.org/press-release-new-report-exposes-french-tycoons-land-grab-sierra-leone