Bologoje

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Stadt
Bologoje
Бологое
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Twer
Rajon Bologoje
Bürgermeister Igor Gawrilow
Erste Erwähnung 1495
Stadt seit 1926
Fläche 120 km²
Bevölkerung 23.494 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 196 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 175 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 48238
Postleitzahl 171070–171081
Kfz-Kennzeichen 69
OKATO 28 208 501
Website www.bologoe-gorod.ru
Geographische Lage
Koordinaten 57° 53′ N, 34° 6′ OKoordinaten: 57° 53′ 0″ N, 34° 6′ 0″ O
Bologoje (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Bologoje (Oblast Twer)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Twer
Liste der Städte in Russland

Bologoje (russisch Бологое) ist eine Stadt in der Oblast Twer (Russland) mit 23.494 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am Nordrand der Waldaihöhen etwa 160 km nordwestlich der Oblasthauptstadt Twer am Bologoje-See im Flusssystem des Wolchow.

Bologoje ist der Oblast administrativ direkt unterstellt und zugleich Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 10.000
1939 17.320
1959 30.301
1970 33.949
1979 31.293
1989 35.926
2002 26.612
2010 23.494

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1897 gerundet)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein gleichnamiges Dorf wurde erstmals 1495 urkundlich erwähnt, gehörend zum Nowgoroder Land (der ehemaligen Republik Nowgorod) des Großfürstentums Moskau.

Im Zusammenhang mit dem Bau der Nikolaibahn um 1850 entstanden der Bahnhof, ein großes Eisenbahnbetriebswerk und die Eisenbahnersiedlung Bologoje. Schon im 19. Jahrhundert entwickelte sich Bologoje zu einem bedeutenden Eisenbahnknoten.

1926 wurde das Stadtrecht verliehen.

Am 6. August 1988 ereignete sich ein schwerer Eisenbahnunfall in der Nähe der Stadt: Am Vortag des Unfalls hatten Ultraschallmessungen am Gleis einen Schaden aufgedeckt. In der Folge wurde die dort zu fahrende Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h auf 60 km/h herabgesetzt. Das aber war dem Lokomotivführer des Aurora-Express von Leningrad nach Moskau nicht mitgeteilt worden. Der Zug entgleiste und geriet in Brand. Aufgrund des unwegsamen Geländes konnte die Feuerwehr die Unfallstelle nicht erreichen. Ein deshalb zum Einsatz kommender Lösch- und Rettungszug führte nicht ausreichend Wasser mit, um den Brand im ersten Anlauf ersticken zu können. 28 Menschen starben, mehr als 160 wurden darüber hinaus verletzt.[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der 1851 eröffneten Bahnstrecke Sankt Petersburg–Moskau, der ehemaligen Nikolaibahn (Streckenkilometer 319, ungefähr auf halbem Weg zwischen den Endpunkten). Diese wird hier von der Strecke (Jaroslawl–) Rybinsk–Bologoje–Pskow (–Riga/ Tallinn) gekreuzt, der ehemaligen Rybinsk-Pskow-Windawaer Eisenbahn. Außerdem zweigt eine Strecke in Richtung Welikije Luki und weißrussischer Grenze ab.

Durch Bologoje führt zudem die Fernstraße M10 Moskau–Sankt Petersburg–finnische Grenze.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bologoje gibt es Betriebe des Maschinenbaus, der Möbelherstellung und der Lebensmittelindustrie sowie Eisenbahnwerkstätten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bologoje – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Peter W. B. Semmens: Katastrophen auf Schienen. Eine weltweite Dokumentation. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71030-3, S. 216.