Bolschewistische Kurkapelle schwarz-rot

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Die Bolschewistische Kurkapelle schwarz-rot ist eine Musikgruppe aus Berlin. In unterschiedlicher Besetzung, aber immer mit einer deutlichen Dominanz der Blechbläser, hat sie vor allem Arbeiterlieder im Repertoire, die sie neu interpretiert. Die Kapelle teilte sich 2010 und trat seither unter gleichem Namen in zwei unterschiedlichen Besetzungen auf. Im März 2012 gründete ein Teil ein neues Orchester namens „Sogenannte Anarchistische Musikwirtschaft“.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gruppe wurde 1986 in Ost-Berlin als Nachfolger der Liedtheatergruppe Karls Enkel mit dem Anspruch gegründet, Arbeiterlieder wieder hörbar zu machen und sowohl aus der bloßen Folklore als auch der politischen Propaganda der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zu befreien. Beeinflusst wurde die Band durch die Ideen von Erwin Piscator.[1]

Die Kapelle teilte sich im Sommer 2010 in zwei Sektionen. Eine firmiert weiterhin als Bolschewistische Kurkapelle schwarz-rot, die andere Sektion tritt seit 2012 unter dem Namen „Sogenannte Anarchistische Musikwirtschaft“ auf.

Repertoire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelpunkt stehen Interpretationen der Arbeiterlieder, beispielsweise von Hanns Eisler oder Hermann Scherchen. Die Kurkapelle spielt diese unter dem Einsatz von Blechbläsern, versetzt sie in treibende Rhythmen und macht sie lebendig und tanzbar. Obwohl gerade auf Konzerten die Lieder mit satirischen Einlagen kombiniert werden, werden sie doch nie in die Lächerlichkeit gezogen. Neben Arbeiterliedern nehmen die Werke der Band Ton Steine Scherben bzw. Kompositionen von Rio Reiser eine herausragende Rolle ein. Darüber hinaus spielt die Gruppe auch eine Reihe von Eigenkompositionen, Werke verschiedener Künstler der Popmusik als auch Kompositionen der klassischen Moderne. Grundsätzlich stehe der „programmatisch-politische Anspruch“ im Vordergrund, die Band möchte sich nicht auf ein reines Spaßprogramm beschränken lassen.[2]

Der Schwerpunkt der Bolschewistischen Kurkapelle liegt eher in Live-Auftritten. Neben der Beteiligung an einigen Samplern produzierte sie beim Label Buschfunk einige Aufnahmen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werke (1994)
  • Tänze (2000)
  • Kurkonzerte (2003)
  • Kämpfe (2008)[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bericht in Arte Kultur vom 12. Januar 2009
  2. Arte Kultur, 12. Januar 2009
  3. Der Titel „Menschenfresser“ von diesem Album kam im März 2009 auf Platz 2 der Liederbestenliste von Folker! nach Neue Musik-Zeitung