Bolschewistische Partei (Nordkurdistan-Türkei)

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Bolşevik Parti (Kuzey Kürdistan-Türkiye)
Bolschewistische Partei Nordkurdistan-Türkei
Gründung 1981
Aus­richtung Leninismus, Demokratischer Zentralismus
Farbe(n) rot, weiß
Website www.bolsevikparti.org

Die Bolşevik Parti (Kuzey Kürdistan-Türkiye) (BP (KK-T)) (deutsch: Bolschewistische Partei (Nordkurdistan-Türkei), BP (NK-T); kurdisch: Partiya Bolşewîk (Bakurê Kurdistanê-Tirkiye), PB (BK-T)) ist eine türkisch-kurdische kommunistische Partei.

Die Partei tritt für den internationalen revolutionären Sturz des „imperialistischen Systems“ ein und kämpft für die Verwirklichung der Diktatur des Proletariats. Sie orientiert sich hierbei an den Ideen Karl Marx’, Friedrich Engels’, Lenins und Stalins; vor allem deren praktischer Umsetzung in den Volksrepubliken China unter Mao und Albanien unter Enver Hoxha.[1] Das Hauptziel der Organisation ist der Kommunismus. Die Partei ist in der Türkei verboten, wird aber nicht mit Gewalttaten in Verbindung gebracht.

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BP (NK-T) besteht aus zwei Sektionen: der Bolschewistischen Partei der Türkei und der Bolschewistischen Partei Nordkurdistan.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die TKP/ML wurde 1972 durch İbrahim Kaypakkaya gegründet. Ihre Geschichte wie auch die der BP (NK-T) ist durch zahlreiche Spaltungen gekennzeichnet. Die BP (NK-T) stellt sich selbst in die Tradition Kaypakkayas und seiner von ihr als revolutionär eingeschätzten Politik.

Im März 1981 wurde auf ihrem ersten Kongress („I. Bolschewistischer Kongress“) die Vorläuferorganisation der Partei, die TKP/ML (Bolşevik), als Abspaltung von der TKP/ML (Partizan) gegründet.

Im Februar 1982 fand der II. Kongress der TKP/ML (Bolşevik) statt. Im selben Jahr spaltete sich eine an der TKP/ML (Partizan) orientierte Organisation namens „Spartakus“, bestehend aus Mitgliedern der Auslandsorganisationen der TKP/ML (Bolşevik), von der Partei ab. In dieser Zeit war nach eigenen Angaben „der ideologisch-politische Kampf mit den Geschwisterorganisationen und innerhalb der Partei“ für die Organisation bestimmend.[3]

1984 wurden mehrere Mitglieder der damaligen TKP/ML (Bolşevik) von den türkischen Behörden verhaftet. Dies wird von der Organisation als schwere Niederlage im Parteiaufbau betrachtet.[3]

Der dritte Parteikongress Anfang 1986 schloss die Entwicklung einer Taktik für den Parteiaufbau ab. Er setzte für die damalige Periode vor allem die innerparteiliche Arbeit auf die Agenda, was erneut zu Konflikten innerhalb der Organisation und einer weiteren, daraus resultierenden Spaltung führte. Die dabei entstandene Organisation „Mücadele Bayrağı“ („Fahne des Kampfes“) löste sich zwei Jahre später auf.[3]

Der IV. Kongress 1990 beschäftigte sich vor allem mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, den nationalen kurdischen und armenischen Fragen sowie mit Fragen des Kampfs um den Schutz der Umwelt.[3]

Der V. Kongress der TKP/ML (Bolşevik), der Anfang 1994 stattfand, beschloss einige taktische Veränderungen hinsichtlich Parteiaufbau und theoretischer Arbeit sowie die Änderung des Parteinamens in seine jetzige Form.[3] Der Kongress beschloss die allmähliche Auflösung der Auslandsorganisationen der Partei in die als revolutionär eingeschätzten Parteien der jeweiligen Länder.[2]

Der IX. Kongress der BP Nordkurdistan-Türkei beschloss ein Parteiprogramm.[4]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BP (NK-T) veröffentlicht ein Organ Namens Bolşevik Partizan (BP).

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BP (NK-T) gehört gemeinsam mit 40 weiteren Organisationen, darunter der Marksist Leninist Komünist Parti Türkiye/Kuzey Kürdistan und der Türkiye İhtilalci Komünistler Birliği, zu den Gründungsmitgliedern der International Coordination of Revolutionary Parties and Organizations (ICOR), die am 6. Oktober 2010 gegründet wurde[5].

In Deutschland wird von der Nachfolgegruppe der ehemaligen Auslandsorganisation der BP (NK-T) ca. vierteljährlich die Zeitschrift Trotz Alledem! Zeitung für den Aufbau der Bolschewistischen Partei Deutschland herausgegeben.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Parteiprogramm (türkisch) (PDF; 831 kB)
  2. a b Homepage der Partei
  3. a b c d e Wer sind wir? (PDF; 3,9 MB)
  4. Trotz Alledem!, Nr. 54, April 2010, S. 36–38
  5. Rote Fahne (Wochenzeitung der MLPD) 49/2010 S. 16/17
  6. http://trotzalledem.cwsurf.de/menu/links.html (Verlinkung zur Bolschewistische Partei/Nordkurdistan-Türkei) und http://trotzalledem.cwsurf.de/flug/revolteLibyen.pdf [gemeinsames Flugblatt von Bolşevik Partizan (Nordkurdistan/Türkei), komak-ml (Österreich) und Trotz Alledem! zur "Revolution der Völker in Nordafrika und im Mittleren Osten"].