Bonifatius (Feldherr)

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Bonifatius (auch Bonifacius) (* vor 413; † 432) war ein weströmischer Feldherr und Patricius im 5. Jahrhundert n. Chr.

Er war ein Gefolgsmann von Constantius III. und tat sich erstmals 413 bei der Verteidigung von Marseille gegen den Westgoten Athaulf hervor. In Africa später als comes Africae bezeugt, stand er auch im persönlichen Kontakt mit Augustinus von Hippo. 422 gehörte er zu den Unterstützern von Galla Placidia, und 423 verweigerte er dem Usurpator Johannes die Gefolgschaft und stellte sich früh auf die Seite des späteren Siegers Valentinian III., des Sohnes von Constantius III. und Placidia.

429 widersetzte er sich allerdings dem Befehl seiner Vorgesetzten, nach Italien zurückzukehren; angeblich hatte er, so Prokopios von Caesarea und Jordanes, deshalb die Vandalen unter Geiserich ins Land gerufen, was aber von der modernen Forschung oft bezweifelt wird. Jedenfalls bekämpfte er kurz darauf Geiserich, konnte sich gegen ihn jedoch nicht durchsetzen und wurde bald nach Italien abberufen; offenbar waren die Streitigkeiten mit dem Hof in Ravenna beigelegt. Bonifatius genoss nun wieder die Gunst der einflussreichen Kaisermutter Galla Placidia, zumal in Italien der ehrgeizige Aëtius (der mit ihm und dem im Jahre 430 ermordeten Heermeister Felix um die tatsächliche Macht im Westreich konkurrierte) den Aufstand geprobt hatte und Bonifatius ihn nun im Auftrag des Hofes bekämpfen sollte. In der Schlacht bei Ariminum (Rimini) konnte Bonifatius sich gegen Aëtius tatsächlich durchsetzen, wurde aber in den Kämpfen schwer verwundet und starb drei Monate später an seinen Verletzungen. Sein Schwiegersohn Sebastianus führte den Kampf gegen Aëtius fort, unterlag diesem und dessen hunnischen Verbündeten aber schließlich und musste aus Italien fliehen.

Bonifatius war mit der Gotin Pelegia verheiratet, die wohl Arianerin war. Nach seinem Tod und der Vertreibung des Sebastianus heiratete Aëtius die Witwe, um so Zugriff auf die beträchtliche Hinterlassenschaft (sowohl Geld und Gut als auch die persönliche Gefolgschaft) des Bonifatius zu erlangen.

Literatur[Bearbeiten]