Bonner Bogen

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Der Bonner Bogen ist ein neu entwickeltes Areal am Rheinufer auf der Grenze der Bonner Stadtteile Ramersdorf und Oberkassel im Stadtbezirk Beuel. Es beheimatet ein Gebäudeensemble. Ursprünglich befand sich dort eine Fabrik zur Herstellung von Zement; das führte zur Bezeichnung des Areals als Zementfabrik. Heute befinden sich auf dem Gelände unter Beibehaltung einiger ursprünglicher Gebäude Büro-, Restaurant- und Hotelflächen. Drei aufeinanderfolgende Bauabschnitte werden als Rheinwerk 1 bis 3[1][2] bezeichnet. Die dem Rhein abgewandten, noch unbebauten Teile des Areals sind die letzten großen baulichen Reserveflächen innerhalb des Gebiets der ehemaligen Entwicklungsmaßnahme Bundesviertel.

Bonner Bogen (Oktober 2009)
Luftbild des Bonner Bogens (2011)
Bonner Bogen, Senkrechtaufnahme 2013

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände liegt am rechten Rheinufer, zwischen Oberkassel im Süden und Ramersdorf im Norden. Beim Bonner Bogen vollzieht der Rhein eine markante Westbiegung, an der die südliche der Bonner Rheinbrücken beide Seiten des Bundesviertels verbindet.[3] Im Süden schließt sich das Gelände der ehemaligen Sackfabrik Duwe auf Oberkasseler Seite an, im Nordwesten der Limpericher Teil der Rheinaue. In der Nähe liegen der Bahnhof Bonn-Oberkassel und das Ernst-Kalkuhl-Gymnasium, die Rechte Rheinstrecke verläuft östlich des Bonner Bogens und überführt die 2006 eröffnete Unterführung der Heinrich-Konen-Straße. Das Gelände ist seit der Umgestaltung über die Karl-Duwe-Straße, Joseph-Schumpeter-Allee, das Oberkasseler Ufer und das Hermann-Bleibtreu-Ufer erschlossen und wird auf der Flussseite von der Rheinuferpromenade durchquert. Die Rheinwerkallee verläuft mitten durch das Areal. Östlich des Bonner Bogens mündet der Ankerbach in den Rhein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufnahme des Werks von 1892
Aufnahme von 1906

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1853 war in der Region der Bonner Bergwerks- und Hütten-Verein entstanden. Dies geschah unter der Führung von Hermann Bleibtreu, der den Portlandzement in Deutschland einführte. Am 12. Juni 1856 erhielt er die Genehmigung zur Zementherstellung. Aufgrund der für den Transport günstigen Lage am Rhein und der Nähe zur Braunkohle- und Alaungewinnung auf der Ennert-Hardt wurde das Gelände zwischen Beuel und Oberkassel ausgewählt. 1858 begann dann – vorerst nur am südlichen Ende des heutigen Geländes – die Herstellung im „Bonner Portland-Zementwerk“. Anfangs waren sechs Schachtöfen in Betrieb. Nach Buxtehude (1850) und Züllchow bei Stettin (1855) war das Ramersdorfer Werk das dritte zur Herstellung von Portlandzement im damaligen Deutschen Bund. Nach Eröffnung der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke (1870) erhielt das Werk Anschluss an den Bahnhof Oberkassel, auch postalisch war es unter Oberkassel verzeichnet[4].

Entwicklung und Niedergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufnahme von 1927

Im Laufe der Zeit wurde das Areal um das ehemalige Zementwerk um weitere Fertigungs- und Verwaltungsgebäude nach Norden hin erweitert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine große Werft- und Verladeanlage, die während der Boomzeit der Zementbranche um die Jahrhundertwende um zwei Schleppkräne erweitert wurde. 1897/98 folgte der Bau des Wasserturms zur Sicherung des Werkes gegen Brand[5]. Von 1909 bis 1911 wurde von Hüser & Cie ein 60 Meter hoher und 2,5 Meter weiter, zylindrischer Schornstein nach dem Weber-System errichtet.[6]

Nachdem der Wicking-Konzern eine Übernahme des Werkes versucht hatte, wurde ein Freundschaftsvertrag mit der Firma Dyckerhoff geschlossen, später kam es zur Fusion. Während der Weltwirtschaftskrise ab 1929 schränkte die Zementfabrik ihre Produktion erheblich ein, die Mitarbeiterzahl ging von vormals bis zu 450 auf nur noch 40 am Jahresende 1932 zurück.[7]

Während des Nationalsozialismus hieß das Werk „Bonner Portland-Zementwerk Aktien-Gesellschaft“ und gehörte zu einem reichsweiten Zusammenschluss der Zementindustrie. Die Produktion wurde für Autobahn-, Industrie- und Rüstungsbauten weiter erhöht, Bonner Zement kam etwa im Westwall zum Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg gab es keine schweren Schäden.

1946 erhielt das Zementwerk von der alliierten Militärregierung wieder die Genehmigung zur Zementherstellung, nach der Währungsreform 1948 konnte der Betrieb wieder voll aufgenommen werden. 1964 hatte das Werk 430 Beschäftigte. 1985 wurde es vollständig von der Dyckerhoff AG in Wiesbaden übernommen, die das Werk unter anderem um ein Klinkersilo erweitern ließ.[5][8]:62, 170

Die Dyckerhoff AG stellte 1986 aufgrund einer neuen Firmenstrategie sowie gestiegenen Umweltschutzauflagen die Produktion in dem Zementwerk ein, schloss den Betrieb Ende 1987 endgültig und verkaufte die gesamte Liegenschaft 1988 an eine bayerische Immobiliengesellschaft.[8]:170 Im selben Jahr begann der Abriss der Werksanlagen, der im Juni 1990 mit der Sprengung von zwei Silos und einem Turm fortgesetzt wurde.[9] Erhalten blieben nur die seit 1989 unter Denkmalschutz stehenden Bauten[10]: das Verwaltungsgebäude, die Direktorenvilla, die „Rohmühle“ – in der Kalk und Gestein für die Zementproduktion zerrieben wurden[11]:15 – und der Wasserturm. Die sogenannte „Tiefenenttrümmerung“ des ehemaligen Werksgeländes blieb dem neuen Eigentümer überlassen und zog sich noch über mehrere Jahre hin.[8]:172 Auch die südlich des Zementwerks liegende Papiersackfabrik Duwe stellte ab 1990 ihre Produktion ein.

„Direktorenvilla“

Entwicklungsmaßnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1974 wurde zur Förderung des Ausbaus und der Neuordnung des damaligen linksrheinischen Parlaments- und Regierungsviertels eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme begründet. Sie umfasste von Beginn an auch rheinnahe Gebiete im rechtsrheinischen Stadtbezirk Beuel („Beuel-Süd“), auf die das Viertel – einschließlich einer Verbindung über den Rhein – ausgeweitet werden sollte. Nach der Schließung und dem Verkauf des Zementwerks 1987/88 bot sich die Gelegenheit, auch dieses Gebiet mittelfristig in den Entwicklungsbereich einzubeziehen und es zu einem „städtebaulichen Brückenkopf“[8]:78 zu gestalten.

Ab 1989 wollte das Bonner Technologieunternehmen Klöckner-Moeller seine Hauptverwaltung auf der südöstlichen Hälfte des vormaligen Zementwerkgeländes[8]:170 errichten. 1990 richteten die Stadt Bonn und Klöckner-Möller einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für die Neubebauung des Geländes unter Berücksichtigung eines Standorts für das Unternehmen aus, zu dem sieben Teilnehmer eingeladen waren[8]:45 f. und aus dem das gemeinsame Konzept der Architekturbüros Ernst van Dorp und Gottfried Hansjakob siegreich hervorging.[8]:170 Diese Planung sah bereits den Erhalt der denkmalgeschützten Überreste des Zementwerks sowie den Bau einer Rheinuferpromenade anstelle der Kaianlagen des ehemaligen Werks vor. In der nordwestlichen Hälfte des Gebiets sollten hauptstadtbedingte Bundeseinrichtungen, darunter Bundesministerien, entstehen.[8]:170 Im März 1991 verwarf Klöckner-Möller seine Neubaupläne aufgrund einer neuen Firmenstrategie[12] und wegen „Differenzen mit der Stadt“ über den Abriss der historischen Gebäude. Nach dem Beschluss zur Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes nach Berlin (1991) änderte sich die bisherige Zielsetzung für den Standort in Richtung einer gänzlich privaten Verwertungsstrategie.[8]:170

Dennoch hielt die Stadt Bonn an ihrer Absicht fest, die Konversion des Geländes auf dem Wege der Entwicklungsmaßnahme zu steuern. Die Landesentwicklungsgesellschaft NRW (LEG) als Entwicklungsträger begann mit Anstrengungen für den Grunderwerb.[8]:172 Ende 1992 erwarb sie das Grundstück der ehemaligen Sackfabrik Duwe.[8]:170 Für die Neuordnung des gesamten Standorts wurden im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme Kosten von 70 Millionen DM veranschlagt, davon 45 Millionen DM für den Grunderwerb des Zementwerkgeländes.[8]:78 Für die Vorfinanzierung der notwendigen Erschließungsmaßnahmen wurde auf die bereits erzielten Erlöse aus der Entwicklungsmaßnahme Bonn-Hardtberg zurückgegriffen, außerdem stellte der Bund Mittel aus der sogenannten „Soforthilfe“ bereit, die ab 1992 an die Städte und Gemeinden der vormaligen Hauptstadtregion ausgezahlt wurde.[8]:78 Die förmliche Einbeziehung des aus dem ehemaligen Zementwerk und angrenzenden Flächen bestehenden, etwa 15 ha großen[8]:77 Erweiterungsgebiets in die nunmehr so benannte Entwicklungsmaßnahme Bundesviertel erfolgte durch eine Rechtsverordnung am 25. September 1993.[8]:78 Ende des Jahres 1993 kam der erste Kaufvertrag zwischen der LEG und dem Eigentümer des Zementwerkgeländes zu Stande.[8]:172 1995 gab dieser Privateigentümer seine Vermarktungsabsichten für den Standort auf und bot den ihm noch gehörenden Grundbesitz dem Entwicklungsträger zum Kauf an.[8]:172 Der Kaufvertrag wurde Ende 1995 abgeschlossen[8]:174. Insgesamt nahm der Grunderwerb bis 1996 Kosten in Höhe von 54 Millionen DM in Anspruch[8]:176, davon leistete der Bund mit 36 Millionen DM einen Förderanteil von zwei Dritteln aus Mitteln der sogenannten „Soforthilfe“[8]:172, die im Rahmen der auf dem Berlin/Bonn-Gesetz basierenden Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn (1994) an die Städte und Gemeinden der vormaligen Hauptstadtregion ausgezahlt wurde.

In den 1990er Jahren war das Gelände unter anderem für die DARA, die Europäische Zentralbank[8]:73, das Forschungszentrum caesar und ein Luxushotel im Gespräch. Zunächst gab es eine Auseinandersetzung um die Nutzung des Geländes. Die Bonner CDU sprach sich 1999 dafür aus, große Teile des Geländes in einen Yachthafen umzuwandeln. Am Ende setzte sich Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) durch und das Areal wurde als Sonderentwicklungsgebiet für innovative Industrien ausgewiesen.

Entstehungsgeschichte Bonner Bogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1998 bis 2000 wurde die Rheinuferpromenade von der Rheinaue in Richtung Königswinter, die bisher vom Werksgelände unterbrochen worden war, nach Plänen des Münchener Landschaftsarchitekten Gottfried Hansjakob bei Kosten von 3,5 Millionen DM aus Mitteln der Entwicklungsmaßnahme[8]:172 um 400 m durch dieses hindurch erweitert und zugleich die Uferbefestigung (Kaimauern) saniert.[8]:174 Als erster Investor kauften im März 2002 die Aktionäre des Unternehmens GWI (Gesellschaft für Wirtschaftsberatung und Informatik) mit der neugegründeten Projektentwicklung- und Immobiliengesellschaft BonnVisio einen Teil des Geländes. Gemeinsam mit der Stadt Bonn plante man eine Umgestaltung des Werks als Bürokomplex unter dem Namen BonnVisio – Innovationspark am Rhein. Um die Qualität der unmittelbar geplanten Neubebauung und der weiteren Entwicklung abzusichern, richtete die GWI einen beschränkten Architektenwettbewerb unter 14 Teilnehmern für den südöstlichen Bereich des Geländes mit Ideen für die weiteren Baufelder aus[8]:46, als dessen Sieger am 10. Juni 2002 der Bonner Architekt Karl-Heinz Schommer bekanntgegeben wurde. Schommer plante eine Bebauung in drei Abschnitten. Für Bau und Vermietung der nicht direkt der GWI zugeordneten Flächen wurden drei Objektgesellschaften unter den Namen Rheinwerk 1, 2 und 3 gegründet.

Mit Beginn des ersten Bauabschnitts im Dezember 2002[11]:6 wurde die im süd-östlich Teil des Areals liegende denkmalgeschützte Direktorenvilla saniert und durch zwei neue Bürokomplexe ergänzt.[13] Die Fertigstellung erfolgte im April 2004. Im zweiten Bauabschnitt, dem „Rheinwerk 1“, wurde ab Januar 2004[8]:171 die historische und denkmalgeschützte Steinmühle, die sogenannte Rohmühle, als Bürogebäude saniert und um einen modernen Anbau mit Glasfassade ergänzt. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2006. Parallel dazu wurde hinter der Rohmühle ein moderner Bürokomplex aus drei in U-Form stehenden Gebäudeteile errichtet und bereits Ende 2005 fertig gestellt. Der Großteil der weiteren Neubauten wurde erst mit den weiteren Bauabschnitten „Rheinwerk 2“, „Kameha Grand Bonn“ und „Rheinwerk 3“ in den Jahren 2008 bis 2014 geschaffen. Die Absichten der Landesentwicklungsgesellschaft aus dem Jahr 2007, auf dem südlichen, benachbarten Gelände der ehemaligen „Sackfabrik Duwe“ zusätzlich Luxuswohnungen zu errichten, wurden im rheinseitigen Teil aufgrund des Ausweises als Retentionsgebiet wegen der Baumaßnahmen der geplanten S-Bahnlinie 13 zunächst bis voraussichtlich 2017 verschoben. Bis zu einer endgültigen Planung befindet sich auf diesem Gelände in den Sommermonaten die Bonner Strandbar.

Bonner Bogen vom gegenüberliegenden Rheinufer (September 2010)

Bonner Bogen heute und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rheinpromenade ist als breiter Rad- und Fußweg oberhalb der alten basaltverkleideten Werft- bzw. Kaimauer des ehemaligen Werks durch das Gelände geführt. Hier befinden sich diverse Sitzbänke mit guter Aussicht auf das Rheintal. Die im süd-östlichen Teil des Geländes liegende Direktorenvilla wird von der Universität Bonn genutzt und die weiteren Gebäudeteile auf diesem Areal nimmt seit 2004 die Zentrale der Agfa HealthCare GmbH ein.

Folgt man dem Rhein flussaufwärts, so steht westlich der Direktorenvilla die Rohmühle. Im Erdgeschoss befinden sich Büroräume, ein Restaurant und ein Café. Die dahinter liegenden drei Neubauten U-Körper, Solitär Nord und Solitär Süd sind die Büroflächen des sogenannten Rheinwerk 1, die von der gleichnamigen Objektgesellschaft einzeln vermietet werden. Die meisten Mieterfirmen gehören zur IT-, Beratungs- und Technologiebranche, insgesamt stehen derzeit in Rheinwerk 1 zirka 13.600 m² Bürofläche zur Verfügung. Weiter westlich des Rheinwerk 1 entstand von 2007 bis 2009 das 5-Sterne-Designhotel Kameha Grand Bonn, welches über 192 Zimmer, 62 Suiten und Platz für bis zu 2500 Veranstaltungsgäste verfügt. Das bis zu fünf Stockwerke hohe, elliptisch geformte Gebäude wurde ebenfalls von Karl-Heinz Schommer entworfen. Mit der Innengestaltung wurde der niederländische Designer Marcel Wanders beauftragt. Die Eröffnung fand am 15. November 2009 statt. Im Jahre 2010 wurde die Immobilie mit dem international MIPIM-Award in Cannes ausgezeichnet.[14]

Neben der Hotel-Baustelle wurde 2008 der Bürokomplex „Rheinwerk 2“ fertiggestellt. Ähnlich dem östlich gelegenen „Rheinwerk 1“ besteht es aus vier Einzelbauten, die sich um eine Grünanlage gruppieren. Rheinseitig erhebt sich ein viergeschossiger Gebäuderiegel mit Ziegelfassade, der sich gestalterisch an die historische Rohmühle anlehnt. Nach Norden schließen sich zwei ebenfalls viergeschossige Bauten mit Vollglas-Fassade an, die die zentrale Grünfläche begrenzen. Den nördlichen Abschluss des Ensembles bildet ein sechsgeschossiger U-förmiger Bau, der ebenfalls über eine Vollverglasung verfügt.

2010 wurde im östlich angrenzenden Teil des Bonner Bogens, dem Grundstück der ehemaligen Sackfabrik Duwe, ein weiterer Bürokomplex am Konrad-Zuse-Platz fertiggestellt. Das private Firmengebäude hebt sich durch den wabenförmigen Grundriss (Oktogon) sowie die gelb-weiße Farbgebung ab.

Westlich des „Rheinwerk 2“ sind von März 2012 bis Anfang 2014 unter dem Namen „Rheinwerk 3“ drei weitere Bürogebäude entstanden. Es handelt sich um langgestreckte Riegel, die sich senkrecht zum Rhein auffächern. Der Komplex schließt den Bogen nach Westen hin ab. Es grenzt unmittelbar an das Landschaftsschutzgebiet der Beueler Rheinaue.[15] Die Fertigstellung erfolgte im Februar 2014.[16][17]

Bonner Bogen vom Rheinufer zwischen Oberkassel und Niederdollendorf

Gegenüber dem Wasserturm, entlang der Bahntrasse südlich der Heinrich-Konen-Straße, wurde im Frühjahr 2012 ein Parkhaus mit rund 520 Stellplätzen fertiggestellt. Zum Konrad-Zuse-Platz gewandt, unmittelbar vor dem Parkhaus und rückseitig mit diesem verbunden, wurde von 2012 bis Ende 2013 ein weiteres fünfstöckiges Bürogebäude errichtet. Das Gebäude wurde zunächst „Haus der freien Berufe“ genannt und Ende 2013 der Adresse entsprechend in „Konrad-Zuse-Platz 5“ umbenannt. Im Erdgeschoss haben sich ein Restaurant sowie ein Küchenstudio angesiedelt. Im September 2014 wurde die Baugenehmigung für einen eigenen Schiffsanleger am Bonner Bogen erteilt. Zur Saisoneröffnung Anfang April 2015 wurde er in den Schifffahrtsbetrieb der Bonner Personenschifffahrtsgesellschaft aufgenommen, am 22. April erfolgte die offizielle Einweihung.[18]

Weitere Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zukünftig soll eine Kindertagesstätte gebaut werden. Insgesamt sind auf dem Gelände 350 Millionen Euro investiert worden und 4500 Arbeitsplätze entstanden. Weitere Expansionsmöglichkeiten bietet der Bereich zwischen Landgrabenweg und der Bahntrasse, auf dem bis Ende 2008 provisorische Bürobauten von T-Mobile standen. Für dieses Grundstück mit einer Fläche von 37.085 m² sind in drei Bauabschnitten insgesamt 22 Gebäude, darunter Bürogebäude für etwa 2000 Arbeitsplätze, Läden und Restaurants unter dem Namen „Rhein-Palais“ geplant, die in einem neoklassizistischen Baustil gehalten sind. Das Bauprojekt wurde im Frühjahr 2014 begonnen[17], soll bis Ende 2017 fertiggestellt werden und voraussichtlich Kosten von 120 Millionen Euro beanspruchen.[19]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. General-Anzeiger Bonn
  2. General-Anzeiger Bonn
  3. Die Grenze zwischen den Ortsteilen Oberkassel und Ramersdorf verläuft in den Straßen Heinrich-Konen-Straße – Konrad-Zuse-Platz – Rheinwerkallee, während die Grenze zwischen den Gemarkungen Beuel und Oberkassel ab dem Konrad-Zuse-Platz vom Oberkasseler Ufer gebildet wird, sodass der Großteil des Geländes in der Gemarkung Beuel liegt.
  4. Willi Hey: Oberkassel im Spiegel alter Ansichtskarten, Edition Lempertz, Bonn 2005, ISBN 3-933070-70-8, S. 46.
  5. a b Walter Buschmann: Bonner Zementfabrik, Rheinische Industriekultur e.V. 2004–2006
  6. Gustav Lang, Der Schornsteinbau, ISBN 978-1-14563-1-731, Hannover, S. 585
  7. Ansgar Sebastian Klein: Oberkassel in der Zeit des Nationalsozialismus. In: Bonner Heimat- und Geschichtsverein, Stadtarchiv Bonn (Hrsg.): Bonner Geschichtsblätter. Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, Band 57/58, Bonn 2008, ISSN 0068-0052, S. 319–344 (hier: S. 320).
  8. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y Die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn (Hrsg.); Friedrich Busmann: Vom Parlaments- und Regierungsviertel zum Bundesviertel. Eine Bonner Entwicklungsmaßnahme 1974–2004. Bonn, Juni 2004.
  9. 150 Jahre Bonner Portland-Zementwerk Oberkassel (Memento vom 7. Juni 2013 im Internet Archive), Heimatverein Bonn-Oberkassel
  10. Denkmalliste der Stadt Bonn, S. 43, Nummer A 1559
  11. a b Christian Holl: BonnVisio & Rohmühle Bonn. Die Neuen Architekturführer Nr. 86.
  12. Klöckner-Möller bleibt in Bonn und baut in der Weststadt, General-Anzeiger, 22. März 1991
  13. Baubeginn auf dem Gelände der ehemaligen Zementfabrik, Rundschau-Online, 14. Januar 2003
  14. http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/der-mipim-award-geht-ans-kameha-article18833.html
  15. Spatenstich für Rheinwerk 3 am Bonner Bogen, Weltjournal.de, 2. April 2012
  16. Der Bauboom im Bonner Bogen hält an, General-Anzeiger, 8. Mai 2013
  17. a b "Rheinwerk 3" ist fertiggestellt, General-Anzeiger, 22. Februar 2014
  18. Das i-Tüpfelchen am Bonner Bogen, General-Anzeiger, 22. April
  19. Investor verspricht französisches Flair, General-Anzeiger, 19. März 2015

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Holl: BonnVisio & Rohmühle Bonn. Die Neuen Architekturführer Nr. 86. Stadtwandel Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-937123-75-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bonner Bogen – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 50° 43′ 3,9″ N, 7° 9′ 10,19″ O