Bonnhof

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Koordinaten: 49° 21′ 33″ N, 10° 47′ 24″ O

Bonnhof
Höhe: 385 (385–415) m
Fläche: 8,71 km²
Einwohner: 483 (30. Sep. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91560
Vorwahl: 09872
Straße von Gottmannsdorf kommend

Straße von Gottmannsdorf kommend

Gemeindehaus der Landeskirchlichen Gemeinschaft Bonnhof
Ehemaliger Eiskeller der Brauerei
Alter Kamin der Brauerei
Trauerweide in Bonnhof

Bonnhof (umgangssprachlich: Bahūf[2]) ist ein Ortsteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach in Mittelfranken (Bayern).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in einem Tal, in dem der Böllingsdorfer Bach entspringt, der dann mit weiteren Bächen zu einem rechten Zufluss der Bibert zusammenfließt, der zuletzt Weihersmühlbach genannt wird. Unmittelbar nördlich erhebt sich der Weinberg (408 m ü. NN), ca. 0,75 km westlich liegt der Lämmerberg. Im Südwesten schließt sich das Waldgebiet Birkenlohe an.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Bonnhof im Jahre 1142, war aber damals schon ein Dorf. Ein schriftlicher Nachweis über den ursprünglichen Ortsnamen existiert nicht, es gibt allerdings schriftliche Nachweise über die Entwicklung des Ortsnamens, der sich wie folgt darstellt: Bondorf, Bonendorf, später missgedeutet alsCuria fabae (=Bohnenhof) und schließlich Bonnhof. Tatsächlich beinhaltet der Ortsname den Personennamen Bono.

In Bonnhof gab es über Jahrhunderte ein Schloss (Burgstall Bonnhof), das Sitz einer Propstei des Zisterzienserklosters Heilsbronn war. Die Propstei war mit Gütern in 76 Orten die größte und bedeutendste der fünf Propsteien des Klosters. Außerdem gab es dort 100 Morgen Weinberge, womit es von der Fläche her das größte Weinbaugebiet in Mittelfranken war. Nach der Klosterzeit wechselte das Schloss oft seine Besitzer, heute ist nur noch die Glocke der Schlosskapelle vorhanden.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden fünf Höfe niedergebrannt, fünf verlassen und fünf blieben bewohnt.

Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1799) wird der Ort folgendermaßen beschrieben[4]:

Bonnhofen auch Bonnhof, bey Kloster Hailsbronn gelegen, gehörte vorhin zum bayreuthischen Amte Dietenhofen, ist aber jezt nach Ansbach überlassen worden, zu dessen Justitzamt Windsbach im Ansbacher Kreise es gehört. Es hat 18 Unterthanen. Ehedem war hier ein schönes Schloß das dem Abt zu Kloster Hailsbronn zum Landhause diente.“

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Bonnhof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bürglein zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bürglein an.[5] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Bonnhof mit Gottmannsdorf von Bürglein und bildete eine Ruralgemeinde. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 wurde Bonnhof von dem Bezirksamt Heilsbronn verwaltet, seit 1880 von dem Bezirksamt Ansbach (ab 1938: Landkreis Ansbach) und dem Rentamt Heilsbronn (1920–1929: Finanzamt Heilsbronn, ab 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, 1880–1956 Amtsgericht Heilsbronn, seit 1956 Amtsgericht Ansbach.[6]

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich viele Sudetendeutsche Siedler im südlichen Teil des Dorfes nieder, was zu einer Teilung des Dorfes in einen alten, bäuerlichen Teil und einen Siedlungsteil führte. Am 1. Januar 1972 wurde Bonnhof im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Heilsbronn eingemeindet.[7]

Ende der 1990er wurde in Richtung Süden ein größeres Baugebiet ausgewiesen. Dadurch ist die Einwohnerzahl deutlich angestiegen.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burgstall einer ehemaligen Wasserburg (Propstei von Kloster Heilsbronn) (Burgstall Bonnhof), Wassergraben zum Teil erhalten, ebenso der Keller, jetzt zum Anwesen Haus Nr. 3 gehörend
  • Ehemaliges markgräfliches Forst- und Jagdhaus des 18. Jahrhunderts, jetzt Haus Nr. 8: zweigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Mittelrisalit, Fugenschnitt und Krüppelwalm. Innen Treppenhaus mit durchbrochener Brüstung sowie Kachelofen. Scheune, zur gleichen Zeit erbaut, eingeschossig, Fachwerk mit Krüppelwalm.
  • Kleines Fischhaus am Weiher, ehemalige Mühle, jetzt Gemeindehaus: zweigeschossiger Fachwerkbau mit Walmdach und Außentreppe, 17./18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 1a: zweigeschossiger Bau des späten 17. Jahrhunderts mit Satteldach, Erdgeschoss aus Quadersteinen, Obergeschoss Fachwerk, an der Nordseite zweigeschossige Lauben mit Balusterbrüstung; an der Südseite Stichbogenportal mit Kämpfer und Schlusssteinmaske hinter einer auf zwei Säulen vorgezogenen Eingangslaube
  • Haus Nr. 1b: an der Nordseite Inschriftplatte mit Akanthuszier, bezeichnet 1706 für den Bauherrn Georg Humbser. Dreigeschossiger, zum Teil Fachwerk-Bau mit Satteldach, ehemals zum Schloss gehörend, im 19. Jahrhundert zum Teil verändert
  • Zehntscheune des 18. Jahrhunderts, teils Bruchstein-, teils Fachwerkbau mit Satteldach, jetzt zu Haus Nr. 1b gehörend

Siehe auch: → Liste der Baudenkmäler in Heilsbronn#Bonnhof

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Bonnhof

Jahr 1818[8] 1846[9] 1856[10] 1867[11] 1875[12] 1900[13] 1910[14] 1925[15] 1933[16] 1939[16] 1950[17] 1961[18] 1970[19]
Einwohner 228 284 297 323 297 269 271 281 281 278 491 482 464
Wohngebäude 43 43 43 45 50 54 53 83

Ort Bonnhof

Jahr 1818[8] 1831[20] 1846[9] 1856[10] 1867[11] 1875[12] 1900[13] 1925[15] 1950[17] 1961[18] 1970[19] 1987[21] 2007 2016[1]
Einwohner 154 156 163 172 194 175 157 154 324 363 406 398 542 483
Wohngebäude 31 30 27 27 28 28 30 59 108

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2410 führt von einer Anschlussstelle an die B 14 in Heilsbronn her über Bonnhof und Bürglein nach Großhabersdorf auf die Staatsstraße 2246. Die Kreisstraße AN 24 verbindet den Ort mit Betzendorf und eine Gemeindeverbindungsstraße mit Gottmannsdorf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Bonnhofen. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 428 (franconica.uni-wuerzburg.de).
  • Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, DNB 480570132, S. 52 f.
  • Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach. In: Bayerische Kunstdenkmale. Band 2. Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 83 f.
  • Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 102 (Digitalisat).
  • Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Band 2. Michael Laßleben, Kallmünz 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8, S. 980.
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. (Nachdr. der Ausg. Nördlingen, Beck, 1879). Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 130–140.
  • Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, DNB 450093387, S. 115 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bonnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.heilsbronn.de
  2. E. Fechter, S. 52.
  3. Bayern Atlas, Bonnhof
  4. J. K. Bundschuh, Band I, Seite 428
  5. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  6. M. Jehle, Bd. 2, S. 980.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 421.
  8. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 11 (Digitalisat). Für die Gemeinde Bonnhof zuzüglich der Einwohner von Gottmannsdorf, S. 31.
  9. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 145 (Digitalisat).
  10. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Brügel’sche Officin, Ansbach 1856, S. 178 (Digitalisat).
  11. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1041–1042, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1206–1207 (Digitalisat).
  13. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1158 (Digitalisat).
  14. Gemeindeverzeichnis.de, Bezirksamt Ansbach
  15. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1195 (Digitalisat).
  16. a b Verwaltungsgeschichte.de, Stadt und Landkreis Ansbach
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern - Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1023 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 752 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  20. Joseph Anton Eisenmann, Karl Friedrich Hohn (Hrsg.): Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. Band 1: A–L. Palm und Enke, Erlangen 1831, S. 187 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 327 (Digitalisat).