Bonstetten ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Bonstettenf zu vermeiden.
Bonstetten
Wappen von Bonstetten
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ZürichKanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Affoltern
BFS-Nr.: 0003i1f3f4
Postleitzahl: 8906
Koordinaten: 677916 / 241062Koordinaten: 47° 18′ 57″ N, 8° 28′ 9″ O; CH1903: 677916 / 241062
Höhe: 543 m ü. M.
Höhenbereich: 502–715 m ü. M.
Fläche: 7,43 km²
Einwohner: 5548 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 645 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
15,9 % (31. Dezember 2018)[2]
Website: www.bonstetten.ch
Bonstetten Frühling 2009

Bonstetten Frühling 2009

Lage der Gemeinde
TürlerseeZürichseeBezirk HorgenBezirk ZürichBezirk DietikonKanton ZugKanton AargauAeugst am AlbisAffoltern am AlbisBonstetten ZHHausen am AlbisHedingenKappel am AlbisKnonauMaschwandenMettmenstettenObfeldenOttenbach ZHRifferswilStallikonWettswil am AlbisBezirk MeilenKarte von Bonstetten
Über dieses Bild
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Bonstetten (zürichdeutsch älter Baustette [ˈbæʊ̯ˌʃtetːə]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich, Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonstetten, historisches Luftbild von 1923, aufgenommen von Walter Mittelholzer

Die Gemeinde besteht aus den zwei Teilen Bonstetten-Dorf und Bonstetten-Schachen. Im Quartier Schachen befindet sich auch der Bahnhof Bonstetten-Wettswil auf 527 m ü. M.; Bonstetten-Dorf liegt beim Gemeindehaus/Kirche auf 543 m ü. M. Bonstetten grenzt im Norden an Wettswil am Albis, im Osten an Stallikon, im Süden an Hedingen und im Westen an Islisberg und Birmensdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Grabhügel aus der Bronze- und der Hallstattzeit bilden die ersten Spuren menschlicher Ansiedlung in Bonstetten. Im Gibel fand man die Reste eines römischen Wohnhauses.

Erstmals schriftlich als «Boumstettin» erwähnt wird es im Jahr 1122 in einem Dokument des Bistums Konstanz. Eine kleine Burganlage wurde 1989 genauer untersucht. Dabei könnte es sich um den Stammsitz der Herren von Bonstetten handeln, die 1122 mit Henricus de Bonstadin erstmals erwähnt werden.

In der Nachfolger der Habsburger gelangt die hohe Gerichtsbarkeit 1415 an die Stadt Zürich.

Nach dem Dorfbrand von 1783, dem 23 Wohnhäuser zum Opfer fielen, erliess die Zürcher Regierung strenge Bauvorschriften für den Wiederaufbau. Mit dem Bau der Waldeggstrasse nach Zürich 1827 und der Eisenbahn 1864 erlebte die Gemeinde einen gewissen Aufschwung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Schwarz mit goldenem Bord drei aneinanderstossende, geschliffene silberne Rauten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1635 495
1712 612
1850 887
1900 691
1950 888
1960 1180
1990 2738
2000 3893
2005 4450
2008 5004

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonstetten ist eine ländliche Agglomerationsgemeinde mit 70 % Wegpendlern.

Die Gemeinde verfügt über je eine Filiale von Coop, Migros und Spar. Die Einkaufsgelegenheiten werden von den beiden Zentren Burgwies und Heumoos geprägt.

Bonstetten verfügt über eine Filiale der Zürcher Kantonalbank.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Schachen befindet sich der Bahnhof Bonstetten-Wettswil. Dieser wird bedient von der S 5 ZugAffoltern a. A.Zürich HBUsterPfäffikon SZ und der S 14 Affoltern a. A.AltstettenZürich HBOerlikonWallisellenHinwil der S-Bahn Zürich. Der Bahnhof Bonstetten-Wettswil ist ab dem Hauptbahnhof Zürich in 20 Minuten erreicht. Der Bahnhof ist mit 528 m ü. M. der deutlich höchstgelegene Bahnhof der Bahnstrecke Zürich–Zug. Der Bahnhof besitzt einen Doppelnamen, befindet sich aber vollständig auf dem Gemeindegebiet von Bonstetten. Der Bahnhof wurde 1864 mit der Strecke Zürich–Zug als Station Bonstetten eröffnet. Der Neubau nach Architekt Thomas Schinkhof wurde 2008 fertiggestellt. Der Bahnhof hat zwei Perrongleise (Gleis 2 und 3) welche durch einen Mittelbahnsteig erreichbar sind. Der Mittelbahnsteig ist durch eine Unterführung mit dem Bahnhofsvorplatz verbunden. Die Unterführung hat je zwei Aufgänge, wovon jeweils eine als barrierefreie Rampe ausgeführt ist. Das dritte Gleis (Gleis 1) ist nicht mit einem Bahnsteig ausgerüstet. Es wird für Rangierarbeiten sowie für das Abstellen von Gleisbauzügen genutzt. In Richtung Zürich gibt es zusätzlich zwei kurze Abstellgleise. Eines von ihnen ist ein Pufferlager für Zisternenwagen mit dem Inhalt Ethylenoxid. Dieses Gleis ist eingezäunt und geschützt, die Standards der Sicherheitstechnik sind erfüllt. Im Bahnhofsgebäude befindet sich ein Convenience Shop von avec, welcher an 365 Tagen im Jahr geöffnet hat. Ebenfalls findet sich in diesem Gebäude ein bedienter Bahnschalter der SBB. Nebst den Schaltern an den Bahnhöfen Zürich Altstetten, Zug und Affoltern a. A. ist Bonstetten-Wettswil der einzige Bahnhof mit einem Bahnschalter, der direkt durch die SBB, und nicht durch einen Drittanbieter, bedient wird. Auf dem Bahnhofsgelände sind 107 Parkplätze verfügbar. Ausserdem gibt es überdachte Veloplätze. Nördlich des Bahnhofgebäudes befindet sich ein Stellwerk. Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde mit dem Neubau auch ein Busbahnhof eröffnet. Der Bahnhof Bonstetten-Wettswil ist ein zentraler Umsteigepunkt der Dörfer Bonstetten, Wettswil, Islisberg und Teile Stallikons. Dementsprechend viele Busse bedienen den Bahnhof. Alle sieben Buslinien werden von Postauto (PU Rolf Stutz AG, Jonen) gefahren.


Ab Bonstetten-Wettswil, Bahnhof verkehren mehrere Postautolinien:

200 Affoltern a. A. — Hedingen — Bonstetten-Wettswil — Zürich Enge

205 Bonstetten-Wettswil — Islisberg — Arni AG

210 Bonstetten, Dorfplatz — Bonstetten-Wettswil — Zürich Enge (nur zu Hauptverkehrszeiten)

220 Bonstetten-Wettswil — Wettswil — Landikon — Waldegg — Zürich Triemli — Zürich Wiedikon (nur zu Hauptverkehrszeiten)

221 Bonstetten-Wettswil — Wettswil, Dorf — Bonstetten-Wettswil (Rundkurs Wettswil)

227 Bonstetten-Wettswil — Stallikon — Birmensdorf ZH

228 Bonstetten-Wettswil — Bonstetten, Dorfplatz — Bonstetten-Wettswil (Rundkurs Bonstetten)

229 Bonstetten-Wettswil — Wettswil, Dorf — Wettswil, Heidenchilen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reformierte Kirche von 1510

Das Turbinenmuseum Bonstetten besitzt eine komplett erhaltene Wasserkraftanlage für landwirtschaftliche Nutzung und eines der zwei letzten Wasserrechte, die vom Kanton Zürich dafür erteilt wurden.[3]

In Bonstetten gibt es vier Kirchen:

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bonstetten gibt es Kindergärten, Primarschule und Oberstufe. Die Primarschule umfasst vier Schulhäuser und einen Pavillon sowie Hort und Mittagstisch. Die Bonstetter Sekundarschule wird nebst Bonstetten selbst auch aus den Gemeinden Wettswil, Stallikon und Islisberg (AG) besucht. Umgekehrt besuchen die Bonstetter das Gymnasium in Zürich oder Urdorf.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil des Filmklassikers Es geschah am hellichten Tag wurde 1958 in Bonstetten im Restaurant Löwen gedreht. Auch der Spielfilm «Polizist Wäckerli in Gefahr» aus dem Jahre 1967 spielte sich teilweise in Bonstetten vor der alten Bäckerei ab.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bonstetten ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. Gemeinde Bonstetten: Turbinenmuseum