Book Sprint

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Ein Book Sprint ist eine Methode zum gemeinschaftlichen Verfassen von Büchern.

Der Begriff erinnert an die Programmiersprints in der agilen Softwareentwicklung. Im Kern handelt es sich um eine Art Unkonferenz. Die Teilnehmer halten jedoch keine Vorträge, sondern schreiben über ihr Spezialgebiet. Kollaborativ werden somit Bücher im Schnellverfahren erstellt – innerhalb weniger Tage vom Konzept übers Schreiben bis zur Auslieferung.[1]

Die drei wesentlichen Ziele eines Book Sprint sind:

  1. Schreiben eines Buches,
  2. Wissen teilen,
  3. Teambildung.[2]

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Book Sprint setzen sich fünf bis fünfzehn Experten in einem Raum zusammen. Es gibt nur eine Idee für das Thema, ansonsten aber wenig Vorgaben. Ein Facilitator unterstützt die Teilnehmer dabei, gemeinsam innerhalb von höchstens fünf Tagen ein Buch zu erarbeiten. Die Herstellung des Buchs wird oft mittels spezialisierter, cloud-basierter Softwarelösungen wie Booktype umgesetzt.[3][4] Die Bücher werden zum Abschluss der fünf Tage sowohl über Print-on-Demand als auch in verschiedenen E-Book-Formaten publiziert. Die Haupteinnahmen kommen in der Regel nicht aus dem Verkauf des Buches, das meist frei zugänglich gemacht wird, sondern werden bereits vor dem Projekt akquiriert, beispielsweise über Sponsoren und Crowdfunding-Plattformen.[5]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Book Sprint stammt von Tomas Krag, die Methode wurde von Adam Hyde erfunden. Die Book Sprints Methode wurde zunächst vor allem mit Inhalten von FLOSS Manuals (FLOSS: Free/Libre Open Source Software) entwickelt. FLOSS Manuals ist eine Non Profit-Organisation, die Adam Hyde im Jahr 2006 gründete, um Handbücher zur Benutzung freier Software zu verfassen.[6] FLOSS Manuals hat inzwischen eine Bandbreite von Büchern veröffentlicht, die mit der Book Sprint Methode geschrieben wurden[7].

Seitdem wurde die Book Sprint Methode weit über den Kontext von freier Software hinaus in diversen Themenfeldern getestet. Bis heute wurden über 70 Bücher zu Themen wie Transparenz in Öl- und Minengeschäften[8][9], kollektive adaptive Systeme[10], Medienkunst[11], HR Innovation[12], und neuer Ästhetik [13] geschrieben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meike Laaff: Von null auf Buch in 120 Stunden. taz vom 8. Februar 2010 Volltext.
  • Adam Hyde: Zero to book in three days. TRANSFORMING PUBLISHING, O'Reilly vom 28. Januar 2013 Volltext.
  • Scott Nesbitt: How to write a book in five days. opensource.com vom 21. November 2013 Volltext.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Booksprint – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Esther Debus-Gregor: Booksprint! Mal anders veröffentlichen. In: edyssee Electronic Content Services. Juni 2013; abgerufen am 21. Februar 2014.
  2. Adam Hyde: What is a Book Sprint? In: BookSprints. Oktober 2012; abgerufen am 21. Februar 2014.
  3. Rachel Horton: Book Sprint, Gateshead Central Library.
  4. Tom Ottway: What is a booksprint? And introduction..
  5. Boris Hänßler: Die Neuerfindung eines alten Mediums – Das Buch als ein Ort der Begegnung. In: BuB – Forum Bibliothek und Information. September 2013; abgerufen am 21. Februar 2014.
  6. Adam Hyde: HISTORY. In: FLOSS Manuals. Abgerufen am 21. Februar 2014.
  7. FLOSS Manuals: Introduction to the Command Line. Abgerufen am 21. Februar 2014.
  8. OpenOil: Oil Contracts. How to read and understand them. Abgerufen am 21. Februar 2014.
  9. International Senior Lawyers Project, OpenOil, Vale Columbia Center on Sustainable International Investment, Revenue Watch Institute-Natural Resource Charter: Mining Contracts. How to read and understand them. Abgerufen am 21. Februar 2014.
  10. FoCAS: Adaptive Collective Systems. Herding Black Sheep. Abgerufen am 21. Februar 2014.
  11. On Turtles & Dragons. And the Dangerous Quest for a Media Art Notation System. Abgerufen am 21. Februar 2014.
  12. HR Innovation - Eine Initiative zur Entwicklung neuer Lebenswelten in der Organisationskultur. Abgerufen am 16. Mai 2014.
  13. Imaginary Museums, Computationality & the New Aesthetic. Abgerufen am 21. Februar 2014.