Books on Demand

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Dieser Artikel handelt vom deutschen Unternehmen Books on Demand GmbH. Zum Thema „Bücher auf Bestellung“ siehe Book-on-Demand.
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Die Books on Demand GmbH (kurz BoD) ist eine Self-Publishing-Plattform, die Publikationsdienstleistungen für Verlage und sich selbstverlegende Autoren anbietet. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Norderstedt bei Hamburg und gilt als europäischer Marktführer. Es bietet seine Dienstleistungen in Deutschland, Frankreich, Finnland, Dänemark, Österreich und der Schweiz an.

Eigentümer[Bearbeiten]

Die Books on Demand GmbH ist seit 2001 eine Tochterfirma der Libri GmbH. Diese wiederum ist seit 1993 eine Tochtergesellschaft der Athena IP Vermögensverwaltung GmbH & Co KG, Hamburg, die der maxingvest ag der Familie Herz gehört (bekannt durch Tchibo und Beiersdorf).

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Jahr
1997
  • Der Buchgroßhändler Libri entwickelt die Idee „Books on Demand“ und ein erstes Marketingkonzept.
1998
  • Im Juli erscheint der erste BoD-Titel „Die Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg – eine kommentierte Fassung“ als Paperback.
1999
  • Im Dezember wird der tausendste BoD-Titel veröffentlicht.
  • Im Juni erhält BoD den 10. Computerworld Smithsonian Award in der Kategorie "Manufacturing". Mit diesem Preis werden Unternehmen ausgezeichnet, die Visionen umsetzen und eine führende Rolle bei der innovativen Nutzung von Informationstechnologien spielen.
2001
  • Am 1. Januar wird aus dem „BoD-Projekt“ das Unternehmen Books on Demand GmbH, ein Tochterunternehmen der Libri GmbH.
2002
  • BoD führt das Digital-Farbbuch on Demand ein und setzt damit Maßstäbe auf dem Gebiet der Just-in-Time-Buchproduktion.
2003
  • Zur Buchmesse in Leipzig stellt BoD erstmals farbige Faksimile-Drucke vor und führt eine neue Ausstattungsvariante ein: gebundene Bücher mit kaschiertem Einband, mit geradem oder rundem Buchrücken und Leseband. Der farbige Buchdruck wird auf Hardcover-Ausgaben ausgeweitet.
2004
  • Zum 1. Juli führen BoD und Libri die Remissionsmöglichkeit ein.
2005
  • Zur Leipziger Buchmesse im März veröffentlicht BoD mit der Edition BoD eine Buchreihe mit ausgewählten Neuerscheinungen.
  • Zum 1. März tritt BoD in den dänischen Markt ein (www.bod.dk).
2006
  • BoD bringt das fünfmillionste Buch in den Buchhandel.
  • Zur Frankfurter Buchmesse im Oktober startet BoD das Internetportal myBoD, mit dem Verleger und Autoren ihre Buchprojekte online abwickeln und verwalten können.
  • Vito von Eichborn wird neuer Herausgeber der Edition BoD und präsentiert im Juni die ersten drei Titel. Gleichzeitig wird das neue Hörbuch-Angebot audioBoD vorgestellt.
  • Im Mai gelangt "Lucy mit c" von Markolf H. Niemz als Direkteinstieg auf Platz 13 der Taschenbuch-Bestsellerliste der Zeitschrift "Gong". Im September folgt der zweite BoD-Bestseller: "Die 7 Sünden beim Gründen" von Reinhard Rossmann, Daniel Schandl und Thomas Fuchs erreicht Platz 17 der Wirtschafts-Bestsellerliste des "manager magazins".
  • Im April zeichnet die Bundesregierung im Rahmen der Kampagne „Deutschland - Land der Ideen“ BoD als „Ausgewählten Ort“ aus.
2007
  • Im Mai tritt BoD in den finnischen Markt ein (www.bod.fi). Die Anbindung an den Buchhandel erfolgt durch eine Kooperation mit dem finnischen Buchgroßhändler Kirjavälitys Oy.
2008
  • Anfang März weitet BoD das Geschäft auf Frankreich aus, im Mittelpunkt steht die französische Website www.bod.fr.
2014
  • Laut eigenen Angaben nutzen das Unternehmen inzwischen 25.000 Autoren und 1.600 Verlage, die darüber 18 Millionen gedruckte Bücher und über 17.000 E-Books veröffentlicht haben. Alle gedruckten Bücher sind zudem seit mehreren Jahren FSC®-zertifiziert.[1]

Geschäftsmodell[Bearbeiten]

Das Geschäftsmodell basiert auf der Print-on-Demand-Idee: Anstatt eine feste Auflage vorzufinanzieren und zu produzieren, werden die Inhalte digitalisiert. Erst auf Bestellung – on demand – wird das Buch dann gedruckt. BoD bietet den Druck und die Lieferung der Bücher an und deckt als Systemdienstleister auch den Vertrieb ab. Durch direkte Anbindung an die wesentlichen Barsortimente im Buchhandel (Libri, KNV, Umbreit) sind alle bei BoD gespeicherten Titel flächendeckend im stationären Buchhandel und in über 1.000 Online-Shops erhältlich. Zum Kundenkreis zählen Privatpersonen sowie mehr als 300 Verlage, die Titel für das eigene Sortiment produzieren lassen. Über Schnittstellen zu verschiedenen Verlagsauslieferungen ist es außerdem möglich, Bücher als Streckengeschäft direkt aus der Produktion im Namen der Verlagsauslieferungen an den Besteller auszuliefern.

Nutzung durch Autoren[Bearbeiten]

Über die Website des Unternehmens können Kunden Buchveröffentlichungen für den Selbstverlag als Hardcover, Paperback oder/und E-Book online in Auftrag geben. Die Kunden entscheiden selbst über Inhalt, Form und Erscheinungszeitpunkt ihrer Titel, behalten das Urheberrecht und bestimmen den Ladenpreis und damit ihr Honorar bzw. ihre Gewinnspanne pro verkauftem Exemplar. Weitere Dienstleistungen wie persönliche Beratung, Lektorat oder Einbandgestaltung können gegen Extra-Honorar gebucht werden.

Vermutlich in Konkurrenz zu den Gratisanbietern unter den als Self-Publishing-Plattformen auftretenden Bezahlverlage hat BoD zwischen 2012 und 2014 seine Preise für das unter BoD Classic firmierende Basisangebot (inkl. Mastering und ISBN-Vergabe) von 158,40 Euro plus Folgekosten nach 5-jähriger Mindestvertragslaufzeit auf nunmehr einmalig zu entrichtende 19 Euro ohne weitere Folgekosten für den Erhalt eines Datensatzes nach einer nur noch einjährigen Mindestvertragslaufzeit hinaus gesenkt.[2]

Zu den Autoren, die das System zur Veröffentlichung ihrer Titel nutzen, gehören Wissenschaftler, Special-Interest-Autoren, Schriftsteller mit Veröffentlichungen in traditionellen Verlagen, die in dem Unternehmen Neuausgaben ihrer vergriffenen Buchtitel herausbringen, und nicht zuletzt mehrheitlich so genannte „Vanity publisher“. Außerdem nutzen viele Menschen den Online-Service, um allein für das private Umfeld z. B. Geschenkbücher, Tagebücher, Lebens- oder Urlaubserinnerungen in Buchform herzustellen.

Obwohl das angewandte Publikationsverfahren eigentlich für Kleinstauflagen entwickelt wurde, gelangten drei Titel auf anerkannte Bestsellerlisten:

  • Markolf H. Niemz: Lucy mit c; der populärwissenschaftliche Roman belegte im Mai 2006 als Neueinstieg Platz 13 der Taschenbuch-Bestsellerliste der Zeitschrift Gong.
  • Reinhard Rossmann, Daniel Schandl und Thomas Fuchs: Die 7 Sünden beim Gründen; der in Märchenform erzählte Ratgeber für Existenzgründer kam wenige Monate später auf Platz 17 der Wirtschafts-Bestsellerliste des Manager Magazins.
  • Jennifer Cranen: Ich will nicht, dass ihr weint; das Krebs-Tagebuch schaffte es im November 2008 auf die Taschenbuch-Bestsellerliste von Spiegel Online.

Sonstige typische Einsatzfelder

  • Pflichtexemplare von wissenschaftlichen Texten wie Studien, Seminar-, Diplom- oder Doktorarbeiten
  • Bedienungsanleitungen, Schulungsunterlagen, Festschriften und Tagungsbände

Edition BoD[Bearbeiten]

Vito von Eichborn, Gründer des Eichborn Verlags und heute als freischaffender Publizist tätig, wählt aus den Neuerscheinungen der Kunden monatlich einen Titel aus, den er in der Edition BoD herausgibt. Bei der Titelauswahl sind für ihn innere Qualität und Originalität entscheidend: „In der Mitte konkurrieren alle – an den Rändern entsteht das Neue.“ Da diese Titel auf Kosten des Unternehmens herausgebracht werden und mit deren Autoren ein Verlagsvertrag (z. B. in Deutschland nach § 1 Verlagsgesetz) geschlossen wird, übernimmt BoD mit dieser Edition das unternehmerische Risiko eines Verlages.

Nutzung durch Verlage[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben werden die Leistungen von mittelständischen Verlagen bis zu internationalen Verlagsgruppen genutzt. Neben Wissenschafts- und Sachbuchverlagen werden auch Titel für Belletristik-Verleger produziert, z.B. seit 2008 für den Suhrkamp-Verlag.

Typische Einsatzfelder

  • Erstauflagen mit kleiner Auflage und/oder hohem Auflagenrisiko
  • Nachauflagen
  • Wiederauflage vergriffener Titel
  • Langsam drehende Dauerseller
  • Backlist-Titel
  • Regelmäßige Aktualisierungen
  • Personalisierte Inhalte

Vorteile für Verlage

  • Nutzung des Long-Tail-Prinzips mit positivem Effekt auf den Unternehmensgewinn
  • Rentabilitätssteigerung, da sowohl die Auflagenvorfinanzierung als auch Lager- oder Handlingkosten entfallen
  • Titelvielfalt und dadurch Schärfung des Verlagsprofils
  • Das Vermeiden von Verramschung und Makulatur
  • Effizienzsteigerung durch Drop-Shipment mit vollelektronischer Anbindung an Verlagsauslieferungen
  • Investition in die Autorenbindung und die Sicherung von Titelrechten
  • Zielgruppenspezifisches Marketing mit individuellen Lese- und Testauflagen für Autoren, Journalisten u. a.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1999: Computerworld Smithsonian Award
  • 2006: Deutschland – Land der Ideen für die innovative Idee, Bücher erst nach eingegangener Bestellung zu drucken
  • 2006: Golden Pixel Award in der Kategorie „Buch-Projekte“ für das von der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (HGKZ) herausgegebene BoD-Buch Aufträge.
  • 2011: Querdenker-Award für das innovative Publikationskonzept verliehen, das jedem die Chance gibt, das eigene Buch gedruckt und als E-Book zu veröffentlichen.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Books on Demand-Webseite: BoD in Zahlen
  2. Books on Demand-Webseite: Produkte und Preise; Aktuelle Preistabellen

Weblinks[Bearbeiten]