Borșa (Cluj)

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Borșa
Kolozsborsa
Borșa (Cluj) führt kein Wappen
Borșa (Cluj) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Cluj
Koordinaten: 46° 56′ N, 23° 40′ OKoordinaten: 46° 56′ 5″ N, 23° 39′ 48″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 328 m
Fläche: 62,4 km²
Einwohner: 1.600 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahl: 407110
Telefonvorwahl: (+40) 02 64
Kfz-Kennzeichen: CJ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Borșa, Borșa-Cătun, Borșa-Crestaia, Ciumăfaia, Giula
Bürgermeister: Mariana Secară (PNL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 262
loc. Borșa, jud. Cluj, RO–407110
Website:

Borșa (ungarisch Kolozsborsa) ist eine Gemeinde im Kreis Cluj, in Siebenbürgen, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Borșa im Kreis Cluj

Die Gemeinde Borșa befindet sich etwa in der Nordhälfte des Siebenbürgischen Beckens beidseitig am gleichnamigen Fluss ein linker Zufluss des Someșul Mic (Kleiner Somesch). Die eingemeindeten Dörfer liegen etwa drei bis fünf Kilometer vom Gemeindezentrum Entfernt. Der Ort Borșa befindet sich an der Kreisstraße (drum județean) DJ 109 etwa 30 Kilometer südwestlich von Gherla (Neuschloss) und etwa 35 Kilometer nördlich von der Kreishauptstadt Cluj-Napoca (Klausenburg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Borșa wurde erstmals 1317 urkundlich erwähnt und gehörte der ungarischen Adelsfamilie Haller.[2]

Mehrere archäologische Funde auf dem Areal des eingemeindeten Dorfes Ciumăfaia (ung. Csomafája) deuten nach Angaben von E. Orozs, I. Marțian, M. Roska u. a. auf eine Besiedlung in der Römerzeit (bei den Einheimischen Dealului Dombor (ung. Domborhegy) genannt) bis in die Jungsteinzeit (bei Răzăriște (ung. Bórsód)) zurück.[3] Auch im eingemeindeten Dorf Giula (ung. Kolozsgyula) wurden Bronzeteile aus der Hallstattzeit gefunden.[4]

Nach etwa 1337 gehörte der Ort der ungarischen Adelsfamilie Bánffy, welche hier auch ein Gutshaus errichtete, in dessen Besitz die Familie bis nach dem Zweiten Weltkrieg war.

Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde dem Stuhlbezirk Kolozsvár im Komitat Klausenburg, anschließend dem historischen Kreis Cluj und ab 1950 dem heutigen Kreis Cluj an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 2.781 2.177 480 1 123
1941 4.713 3.851 745 1 116
1992 2.119 1.868 207 2 42
2002 1.865 1.650 164 1 50
2011 1.600 1.376 135 - 89 (45 Roma)

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl 1941 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Rumänen (3961) wurde 1956, der Magyaren wurde 1941, die der Roma (85) 1941 und die der Rumäniendeutschen (16) wurde 1900 registriert. Des Weiteren wurden einzelne Einwohner als Ukrainer, Serben oder Slowaken registriert.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Gemeindezentrum das Gutshaus Bánffy, im 19. Jahrhundert errichtet, steht unter Denkmalschutz. Im Anwesen befindet sich heute ein Krankenhaus für Psychiatrie.[6]
  • Im eingemeindeten Dorf Ciumăfaia die reformierte Kirche,[7] nach unterschiedlichen Angaben, im 13. Jahrhundert mit gotischem Chor und der Kanzel von Dávid Sipos 1745 errichtet[2] oder im 16. Jahrhundert und im 19. erneuert, steht unter Denkmalschutz.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Borșa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. a b Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  3. Institute Of Archaeology − Ciumăfaia abgerufen am 17. Juli 2017 (rumänisch)
  4. Institute Of Archaeology − Giula abgerufen am 17. Juli 2017 (rumänisch)
  5. Volkszählung, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (ungarisch; PDF; 525 kB)
  6. a b Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (rumänisch; PDF; 12,7 MB)
  7. Angaben zur Kirche in Ciumăfaia bei biserici.org abgerufen am 17. Juli 2017 (rumänisch)