Bordères-et-Lamensans

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Bordères-et-Lamensans
Bordères-et-Lamensans (Frankreich)
Bordères-et-Lamensans
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Adour Armagnac
Gemeindeverband Pays Grenadois
Koordinaten 43° 46′ N, 0° 22′ WKoordinaten: 43° 46′ N, 0° 22′ W
Höhe 52–90 m
Fläche 15,60 km2
Einwohner 360 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 23 Einw./km2
Postleitzahl 40270
INSEE-Code
Website www.borderes-et-lamensans.fr

Pfarrkirche Saint-Sigismond

Bordères-et-Lamensans ist eine französische Gemeinde mit 360 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Adour Armagnac (bis 2015: Kanton Grenade-sur-l’Adour).

Der Name Bordères lautet in der gascognischen Sprache Bordèras. Er ist eine Ableitung des Wortes Bòrda (deutsch Bauernhof).[1]

Die Einwohner werden Bordériens und Bordériennes genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bordères-et-Lamensans liegt ca. 20 km südöstlich von Mont-de-Marsan im Landstrich Pays de Marsan der historischen Provinz Gascogne am südöstlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Bordères-et-Lamensans von den Nachbargemeinden:

Castandet
Grenade-sur-l’Adour Nachbargemeinden Cazères-sur-l’Adour
Larrivière-Saint-Savin Renung

Bordères-et-Lamensans liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour an dessen rechtem Ufer. Der Ruisseau de Gioulé und der Ruisseau de Laguibaou, zwei rechte Nebenflüsse des Adour, münden in diesen auf dem Gebiet der Gemeinde.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserin Eugénie

Speerspitzen und Sporne belegen die Existenz eines Lagers in gallorömischer Zeit. Aber die herausragende Stellung des Ausgrabungsgebiets erlangte es durch den Fund eines Münzschatzes aus dem vierten Jahrhundert n. Chr. und von Schmuck. Die verbriefte Geschichte der beiden Pfarrgemeinden Bordères und Lamensans erfolgte 1141 mit der erstmaligen Erwähnung eines Landguts des Grundherrn. 1821 wurde eine Fusion der beiden ehemaligen Gemeinden vollzogen. Die Gemeinde erlangte noch einmal landesweites Aufsehen, als Kaiserin Eugénie de Montijo die Pfarrkirche in den Jahren 1867 und 1868 errichten ließ.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl zeigte in der Mitte des 19. Jahrhunderts Höchststände von rund 610. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1980er Jahren auf rund 290 Einwohner, bevor eine moderate Wachstumsphase einsetzte, die bis heute andauert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 356 351 313 291 331 344 342 349 360
Bis 1831 nur Einwohner von Bordères, ab 1836 von Bordères-et-Lamensans
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2006[6][7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche, geweiht dem heiligen Sigismund. Nachdem der Vorgängerbau durch ein Hochwasser des Adour zerstört worden war, ließ die französische Kaiserin diese Kirche in den Jahren 1867 bis 1868 errichten. Eine Tafel an der Wand der Apsis erinnert an diese Spende.[8]
  • Kapelle von Lamensans. Sie wurde im 12. Jahrhundert ursprünglich als Kapelle von den Grundherrn von Lamensans auf einer Anhöhe über dem Tal des Adour errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgestaltet. Im 17. Jahrhundert wurde sie gänzlich neu gebaut mit zwei kleinen Fenstern, die den Innenraum ausleuchten. Eine erste Erweiterung fand auf der Westseite statt, als ein erster Glockengiebel gebaut wurde, von dem der Eingang fortbesteht. Die letzte Vergrößerung fand im 19. Jahrhundert statt, als die südliche Seite verbreitert wurde, das Gebäude im Ganzen erhöht und der Dachreiter neu ausgerichtet wurde. Bemerkenswert sind im Inneren der Kapelle eine Litre funéraire aus dem 17. Jahrhundert, eine Wandmalerei aus dem 18. Jahrhundert, ein gemaltes Wappen des Grundherrn von Castandet und ein Gemälde mit dem Schutzpatron der Kapelle, dem heiligem Martin, der zusammen mit Maria am Fuße des Kreuzes steht.[9][10]
  • Schloss Marrast. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte es Adolphe Marrast, einem reichen Händler und Bürgermeister von Mont-de-Marsan. Nach seinem Tod vermachte er es dem Neffen seiner Frau und berühmten Pianisten Francis Planté. Die Zimmer des Anwesens, wie auch das Hauptschlafzimmer, zeigen eine Gestaltung, die an die ursprüngliche herankommt. Die Außenanlagen, wie der Park und sein Springbrunnen oder eine Tafel, die an eine deportierte Widerstandskämpferin erinnert, stellen ein interessantes Kulturerbe dar.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen Bonduelle hat einen Standort zur Konservierung von Gemüse in Bordères-et-Lamensans. Ein ehrgeiziges Projekt der Errichtung einer Biogasanlage, die u. a. die Produktionsabfälle der Fabrik von Bonduelle verarbeiten sollte, wurde im Jahre 2017 aufgegeben.[12]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[13]
Gesamt = 42

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vorschule mit 42 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[14]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Teil des Gemeindegebiets von Bordères-et-Lamensans liegt im Naturschutzgebiet Les saligues de l’Adour. Auf einer Fläche von 220 Hektar haben die Verlagerungen des Wasserlaufs des Adour eine Landschaft mit einzigartiger Flora und Fauna geschaffen.[15][16]
  • Ein mittlerer Rundweg mit einer Länge von 8 km führt ohne Höhenunterschied von Lamensans durch das Gemeindegebiet und das angrenzender Nachbargemeinden.[17]
  • Die Reitschule L’Accalmie in Bordères-et-Lamensans bietet Kurse und Ausritte speziell zum Westernreiten für Erwachsene und Kinder ab vier Jahren an. Die Einrichtung ist auch eine Zuchtstation für American Quarter Horses und eine Pferdepension.[18]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bordères-et-Lamensans ist erreichbar über die Routes départementales 55, 398 und 824, der ehemaligen Route nationale 124.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bordères-et-Lamensans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bordères (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  2. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  3. Ma commune : Bordères-et-Lamensans (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  4. Bordères-et-Lamensans (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  5. Notice Communale Bordères-et-Lamensans (fr) EHESS. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  6. Populations légales 2006 Commune de Bordères-et-Lamensans (40049) (fr) INSEE. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  7. Populations légales 2015 Commune de Bordères-et-Lamensans (40049) (fr) INSEE. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  8. l’église et la chapelle (fr) Gemeinde Bordères-et-Lamensans. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  9. Patrimoine Culturel (fr) Communauté de communes du Pays Grenadois. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  10. Brochure (fr) Communauté de communes du Pays Grenadois. S. 6. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  11. Château de Marrast (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  12. Nelly Assénat: Landes : le projet d’un site de méthanisation à Bordères-et-Lamensans est abandonné (fr) France Bleu. 6. März 2017. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  13. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Bordères-et-Lamensans (40049) (fr) INSEE. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  14. École maternelle (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  15. les saligues de l’Adour (fr) Gemeinde Bordères-et-Lamensans. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  16. Patrimoine Naturel (fr) Communauté de communes du Pays Grenadois. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  17. A Borderes-et-Lamensans, circuit de Lamensans (fr, PDF) Comité Départemental du Tourisme des Landes. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  18. L’Accalmie (fr) Comité Départemental du Tourisme des Landes. Abgerufen am 5. Februar 2018.