Bordelum

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Bordelum führt kein Wappen
Bordelum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bordelum hervorgehoben
Koordinaten: 54° 38′ N, 8° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Mittleres Nordfriesland
Höhe: 11 m ü. NHN
Fläche: 34,71 km2
Einwohner: 1976 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 25852, 25821, 25842
Vorwahl: 04671
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 014
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor-Storm-Straße 2
25821 Bredstedt
Webpräsenz: www.bordelum.de
Bürgermeister: Peter Reinhold Petersen (CDU)
Lage der Gemeinde Bordelum im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
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Bordelum (nordfriesisch Boorlem) ist eine Gemeinde am Stollberg im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Sie ist verwaltungsmäßig angeschlossen an das Amt Mittleres Nordfriesland. Das Gemeindegebiet befindet sich zu beiden Seiten des landschaftlichen Übergangs von der Marsch zur Hohen Geest.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Bordelum erstreckt sich zu drei Seiten des den gesamten Landschaftsraum des mittleren Nordfrieslands prägenden Stollbergs. Während die südlichen und westlichen Ausläufer direkt in die Nordfriesische Marsch hinabgleiten, gehen die östlichen Ausläufer in Richtung des Ortsteils Dörpum in das Sandergebiet der Schleswigschen Geest über.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst die folgenden Ortsteile:

  • Addebüll (dänisch Adebøl)
  • Büttjebüll (dänisch Byttebøl, nordfriesisch Bötjebel)
  • Dörpum (dänisch Dørpum, nordfriesisch Toorpem) mit Dörpumfeld
  • Ebüll (dänisch Ebøl, nordfriesisch Äbel)
  • Margarethenberg[2]
  • Ost-Bordelum mit Ost-Bordelumfeld
  • Sterdebüll (dänisch Sterdebøl)
  • Stollberg (dänisch Stolbjerg)
  • Uphusum (dänisch Ophusum)
  • West-Bordelum

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenhorn Lütjenholm
Langenhorn Nachbargemeinden Högel
Reußenköge Bredstedt Sönnebüll

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet Bordelums gehört verschiedenen geologischen Formationen an. Der im Gemeindegebiet liegende Marschstreifen wird gebildet durch die folgenden vier Köge (Eindeichungsjahr in Klammern)[3]:

  • Sterdebüller Alter Koog (um 1466)
  • Sterdebüller Neuer Koog (um 1520)
  • Bordelumer Koog (um 1520)
  • Frau-Metten-Koog (1721)

Nordöstlich daran schließt sich mit dem Stollberg ein Teilbereich der Hohen Geest an. Der Stollberg ist eine Endmoräne aus der Saale-Eiszeit. Auf dessen nördlichen Ausläufern schließen im Grenzbereich zur Gemeinde Langenhorn weiträumige Heideflächen an. Der östliche Gemeindebereich um den Ortsteil Dörpum ist aufgrund seiner Landschaftsgenese als Grundmoräne der Saale-Eiszeit nur schwach reliefiert. Dieser sogenannte Sanderstreifen ist Teil der Schleswigschen Geest.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Nikolai zu Bordelum wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Der Bau des separat stehenden Glockenturms folgte erst 1793. Die Kirche liegt auf einem Feld außerhalb des Ortes − vermutlich an der Stelle eines älteren friesischen Heiligtums. Archäologische Untersuchungen im Jahr 1951 haben nachweisen können, dass in der Umgebung der Kirche die ersten Siedlungsplätze des 12./13. Jahrhunderts lagen, die im Verlauf des 15. Jahrhunderts von ihren Bewohnern verlassen wurden.[4]

Der Ortsname ist erstmals im Jahr 1300 dokumentiert worden. Der Name geht zurück auf dän. bord in der Bedeutung am Rand und -holm für Erhebung. Wahrscheinlich ist eine Siedlung am Geestrand bzw. Geestabhang beschrieben. Das Suffix -holm hat sich wie bei anderen Ortsnamen zu -lum weiter entwickelt (vgl. Bondelum).[5]

Das Quellwasser, das auf der kircheneigenen „Brunnenkoppel“ am Fuß des Stollbergs entspringt, wurde um 1770 als heilend gelobt und zog besonders zwischen 1808 und 1810 viele Besucher an. Die erwarteten Heilerfolge stellten sich nicht ein und schon bald blieben die Besucher aus.[6]

Der Ort liegt historisch in der Nordergoesharde. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und der Gründung der preußischen Provinz Schleswig-Holstein 1866 wurde aus dem Gebiet des Kirchspiels Bordelum eine Kirchspielslandgemeinde gebildet. Sie umfasste die sieben Dorfschaften Addebüll, Büttjebüll, Dörpum, Ebüll, Oster-Bordelum, Sterdebüll und Wester-Bordelum.

Im Jahr 1934 wurden die Kirchspielslandgemeinden aufgelöst und aus der Kirchspielslandgemeinde Bordelum sollten die Landgemeinden Bordelum, Büttjebüll, Dörpum und Sterdebüll gebildet werden. Doch mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 verblieb es bei der Landgemeinde Bordelum.[7]

Die „Bordelumer Rotte“

Bordelum, Dörpum und Bargum waren die Zentren der sogenannten Bordelumer Rotte, einer radikal-pietistischen Bewegung, die 1737 von zwei ehemaligen Theologiestudenten, dem Kandidaten Franz Barsonius und dem aus Frankenhausen stammenden Hauslehrer David Bähr,[8] ins Leben gerufen wurde. Ihre Mitglieder, etwa zwanzig Personen, nahmen nicht an den Gottesdiensten teil, weil sie ihnen zu „wüst“ waren, sondern versammelten sich in eigenen Konventikeln. Zudem blieben sie dem Abendmahl fern und verachteten die Taufe. Sich selbst sahen sie als Heilige, die von göttlichen Offenbarungen und einem inneren „Trieb“ geleitet wurden. Sie arbeiteten am heiligen Sonntag und hatten eigene Vorstellungen von der Ehe: Trat der Partner nicht zum richtigen Glauben über, sahen sie die Ehe als aufgelöst an. Stattdessen lebten sie oft in „wilder Ehe“. Die Prediger beschwerten sich bei der Obrigkeit, die daraufhin eine Untersuchung durchführte und die Sekte im Juni 1739 verbot. Die Anführer flohen, aber die Sekte soll in Dörpum bis ins 19. Jahrhundert Bestand gehabt haben.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 6. Mai 2018 ergab sich folgende Sitzverteilung in der Gemeindevertretung. Die CDU errang davon sechs Sitze, die Wählergemeinschaft BDW vier und die SPD drei.[10]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2018–2023 wurde zum wiederholten Mal Peter Reinhold Petersen (CDU) zum Bürgermeister gewählt.[11] Darüber hinaus wurde er vom Amtsausschuss des Amt Mittleres Nordfriesland auch zu dessen Vorsitzenden gewählt.[12]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaftsstruktur der Gemeinde Bordelum ist sehr ländlich und somit kleinteilig geprägt. Die Wirtschaftskraft wurde lange Zeit von der Landwirtschaft und dem dazugehörigen Nebengewerbe erbracht. So existieren in der Gemeinde heute zwei Betriebe für Verkauf, Wartung und Reparatur von Landmaschinen. Inzwischen spielen aber die erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle. In der Gemeinde gibt es mehrere Windparks und Biogasanlagen, so dass Bordelum als „umweltfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet wurde.

In Bordelum gibt es ein Mutter- und Kind-Kurheim des deutschen Arbeitskreises für Familienhilfe.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Bordelum stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bordelum ist über die Bundesstraße 5 und die Landesstraße 191 erreichbar. Die Bahnstrecke der Marschbahn verläuft östlich des Siedlungskerns Bordelum und westlich des Ortsteils Dörpum. Der nächstgelegene Bahnhof ist Bredstedt.

Die Grundschule Bordelum liegt in der Straße „An der Schule“.[13]

Naturerlebnisraum Stollberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 43,4 m hohe Stollberg, die vierthöchste Erhebung in Nordfriesland, wurde 2002 als Naturerlebnisraum anerkannt. Urnengräber deuten auf eine vorgeschichtliche Besiedlung des Bergs hin. Obwohl Raseneisenerz vorhanden ist, war es bis in die 1950er Jahre mit Sanddünen bedeckt, so dass seine Existenz erst sehr spät bekannt wurde. Die Stollbergquelle steht heute als „heilige Quelle“ unter Denkmalschutz.

Personen, die mit Bordelum verbunden sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bordelum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2017 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Zur Namensherkunft vgl. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag: 1831 hingerichtet: Margaretha Hansen - Mord aus Leidenschaft, vom 11. November 2008; abgerufen am: 31. März 2016; Der Berg ist nicht mit dem nicht sehr weit entfernten Nonnenberg bei Flensburg zu verwechseln, der manchmal ebenfalls Margarethenberg genannt wird.
  3. Kunz/Panten, Die Köge Nordfriesland, Nordfriisk Instituut, Bredstedt 1997
  4. Albert Panten: Der Stollberg - ein altes friesisches Zentralheiligtum? Irrwege der Forschung. In: Jahrbuch für die Schleswiger Geest, 41. Jahrgang 1993, S. 51–57
  5. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 169
  6. Die heilige Quelle (Memento vom 27. Februar 2013 im Internet Archive)
  7. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 250.
  8. Willi Temme: Krise der Leiblichkeit, Vandenhoeck & Ruprecht (1998); S. 425
  9. Bordelumer Rotte (Memento vom 27. Februar 2013 im Internet Archive)
  10. Bekanntmachung des Gemeindewahlergebnisses der Gemeinde Bordelum. Abgerufen am 25. September 2018 (pdf).
  11. Niederschrift über die konstituierende 1. Sitzung der Gemeindevertretung Bordelum. Abgerufen am 25. September 2018 (pdf).
  12. Bredstedt: Amtsausschuss tritt in neuer Besetzung an – Quelle: https://www.shz.de/20336382 ©2018. Abgerufen am 25. September 2018.
  13. Homepage der Grundschule, abgerufen am 4. Mai 2016