Borgo a Mozzano

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Borgo a Mozzano
Wappen
Borgo a Mozzano (Italien)
Borgo a Mozzano
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Lucca (LU)
Koordinaten: 43° 59′ N, 10° 33′ OKoordinaten: 43° 59′ 0″ N, 10° 33′ 0″ O
Höhe: 97 m s.l.m.
Fläche: 72 km²
Einwohner: 7.136 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einw./km²
Postleitzahl: 55023
Vorwahl: 0583
ISTAT-Nummer: 046004
Volksbezeichnung: Borghigiani
Schutzpatron: Madonna dei Ferri (zweiter Sonntag nach Ostern)[2]
Website: Gemeinde Borgo a Mozzano
Panorama von Borgo a Mozzano
Panorama von Borgo a Mozzano

Borgo a Mozzano ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Lucca in der Toskana mit 7136 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Borgo a Mozzano in der Provinz Lucca

Der Ort liegt im Serchiotal in der Garfagnana ca. 16 km nördlich der Provinzhauptstadt Lucca und ca. 62 km nordwestlich der Regionalhauptstadt Florenz in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 2 020 GG[3]. Wichtige Gewässer im Gemeindegebiet sind neben dem Serchio (14 km im Gemeindegebiet) die Torrenti Lima (2 km im Gemeindegebiet), Turrite Secca (2 km im Gemeindegebiet), Celetra (4 km im Gemeindegebiet), Pedogna (4 km im Gemeindegebiet), Pizzorna (4 km im Gemeindegebiet) und Socciglia (6 km im Gemeindegebiet).[4]

Zu den Ortsteilen (frazioni) gehören Anchiano (100 m, ca. 270 Einwohner), Chifenti (111 m, ca. 430 Einwohner), Corsagna (401 m, ca. 650 Einwohner), Cune (515 m, ca. 180 Einwohner), Diecimo (76 m, ca. 750 Einwohner), Domazzano (190 m, ca. 130 Einwohner), Gioviano (280 m, ca. 120 Einwohner), Motrone (683 m, ca. 30 Einwohner), Oneta (317 m, ca. 100 Einwohner), Partigliano (252 m, ca. 200 Einwohner), Pedogna (120 m, ca. 120 Einwohner), Piano della Rocca (110 m, ca. 350 Einwohner), San Romano (440 m, ca. 60 Einwohner), Tempagnano (246 m, ca. 130 Einwohner) und Valdottavo (100 m, ca. 1200 Einwohner). Der Ort Borgo a Mozzano hat ca. 1500 Einwohner.[5]

Die Nachbargemeinden sind Bagni di Lucca, Capannori, Coreglia Antelminelli, Fabbriche di Vergemoli, Gallicano, Lucca, Pescaglia und Villa Basilica.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort 879 von Gherardo I., Bischof von Lucca. Im 12. Jahrhundert war der Ort von Pisa und Lucca umkämpft, die im 13. Jahrhundert den Ort ins Vikariat von Coreglia Antelminelli (Vicaria di Coreglia) einteilten. Im 14. Jahrhundert kam es zu Konflikten zwischen Lucca und Florenz und Borgo a Mozzano gelangte ab 1342 für wenige Jahre in den Machtbereich der Fiorentiner. Danach gelangte der Ort wieder in das Vicaria di Coreglia und ab 1562 in das eigene Vicaria di Borgo a Mozzano.[6] Bis 1837 gehörte noch Pescaglia zum Gemeindegebiet, wurde dann aber selbständig.[7] Im Zweiten Weltkrieg lag der Ort an der Gotenstellung.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ponte del diavolo (Teufelsbrücke)
Die Kirche San Jacopo im Ortskern
Die Kirche San Rocco im Ortskern
Die Pieve di Santa Maria im Ortsteil Diecimo
Die Burgruine Rocca di Mozzano im Ortsteil Rocca
  • Ponte della Maddalena, genannt Ponte del Diavolo (Teufelsbrücke), mittelalterliche Brücke über den Serchio und Wahrzeichen der Gemeinde. Der Tradition nach soll Mathilde von Tuszien den Bau veranlasst haben. Der linke Bogen (von Borgo a Mozzano flussaufwärts gesehen) wurde beim Bau der Eisenbahnstrecke Lucca-Aulla ergänzt.
  • Ponte delle Catene (dt. Kettenbrücke), Brücke über den Lima zwischen Borgo a Mozzano und Fornoli (Ortsteil von Bagni di Lucca). Entstand durch Lorenzo Nottolini und wurde 1860 fertiggestellt.
  • Chiesa di San Jacopo, Kirche im Ortskern aus dem 11./12. Jahrhundert, die im 16. Jahrhundert erweitert wurde. Der heutige Campanile gehörte wahrscheinlich früher zu einer Befestigungsanlage.[9]
  • Chiesa di San Rocco, Kirche im Ortskern, die 1525 entstand. Der Campanile ist aus dem Jahr 1690.[10]
  • Convento di San Francesco, Kloster in Borgo a Mozzano, das seit 1526 besteht[6] und heute als Altenheim genutzt wird.[11]
  • Oratorio del Crocifisso, Kirche im Ortskern, enthält Skulpturen aus dem 16. Jahrhundert.[11]
  • Oratorio della Madonna dei Ferri (auch Madonna delle Grazie genannt), um 1597/98 entstandene Kirche im Ortskern.
  • Pieve di San Giovanni Battista a Cerreto (auch Pieve a Solazzo genannt[8]), bereits 995 erwähnte Pieve bei Cerreto.[12]
  • Pieve di Santa Maria Assunta a Diecimo, Pieve im Ortsteil Diecimo. Gehörte wahrscheinlich zu den 28 von Frediano von Lucca gegründeten Kirchen und wurde 919 erstmals durch Peter II., Bischof von Lucca, dokumentiert. Wurde am Anfang des 12. Jahrhunderts auf Bestreben von Mathilde von Tuszien erweitert.[13]
  • Chiesa di San Martino in Greppo, Kirche in Diecimo, die um das 10./11. Jahrhundert entstand.[8]
  • Rocca di Mozzano, ehemalige Burg und heutige Burgruine der Apuaner, die später durch die Römer und die Langobarden erweitert und verstärkt wurde.[14]
  • Chiesa di Santa Maria Assunta, bereits 1260 erwähnte Kirche nahe der Rocca.[14]
  • Chiesa di San Pietro, Kirche im Ortsteil Anchiano, die ab dem 15. Jahrhundert erbaut wurde.[15]
  • Chiesa di San Frediano, Kirche im Ortsteil Chifenti, die im 15. Jahrhundert entstand.[16]
  • Chiesa di San Michele Arcangelo, Kirche in Corsagna, die bereits 1260 erwähnt wurde und im 15. Jahrhundert stark verändert und vergrößert wurde.[17]
  • Santuario di Serra (Nostra Signora della Consolazione), Sanktuarium aus dem 15. Jahrhundert nahe Corsagna. Enthält von Jacopo Mantovani das Werk Madonna in trono con Bambino (1596 entstanden).[18]
  • Torre del Bargiglio (auch Occhio di Lucca genannt), Turmruine am Berg Monte Bargiglio (866 m) nahe dem Ortsteil Cune.[19]
  • Chiesa di San Bartolomeo, Kirche außerhalb des Ortsteils Cune, die seit mindestens 1387 besteht.[20]
  • Chiesa di Santa Elisabetta, Kirche in Dezza Alta. Die antike Kirche wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts umgestaltet.[21]
  • Chiese dei Santi Lorenzo e Donato, Zwillingskirchen im Ortsteil Domazzano. San Donato mit freistehendem Campanile auf der anderen Straßenseite befindet sich vor dem Ort im unteren Teil, San Lorenzo am Ortseingang. Beide Kirchen entstanden im 12. Jahrhundert und unterstanden damals der Pieve a Diecimo.[22][23]
  • Chiesa di Santa Maria Assunta, Kirche im Ortsteil Gioviano aus dem 13. Jahrhundert.[24]
  • Chiesa di San Giusto, Kirche im Ortsteil Motrone, die seit mindestens 1260 existiert.[8]
  • Chiesa di Sant’Ilario, Kirche im Ortsteil Oneta, die seit mindestens 1260 existiert.[8]
  • Chiesa dei Santi Giusto e Clemente, Kirche im Ortsteil Partigliano. Enthält Werke von Giuseppe Antonio Luchi (Diecimino genannt, 1709–1774[25]) das Werk Madonna col Bambino e i santi Clemente, Lucia, Giusto, Caterina d’Alessandria.[26]
  • Chiesa di San Romano (San Romano in Turrite), Kirche aus dem 15. Jahrhundert im Ortsteil San Romano.[27]
  • Pieve di San Pietro, bereits 1072 erwähnte Pieve im Ortsteil Valdottavo.[28]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Borgo a Mozzano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Comuni Italiani und Tuttitalia
  3. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 29. Februar 2016 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  4. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Borgo a Mozzano, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  5. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Ortsteilen und Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Lucca, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  6. a b Contado Lucchese: Borgo a Mozzano. Abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  7. Contado Lucchese: Pescaglia. Abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  8. a b c d e Pro Loco Borgo a Mozzano
  9. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa San Jacobo in Borgo a Mozzano, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  10. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa San Rocco in Borgo a Mozzano, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  11. a b Touring Club Italiano: Toscana.
  12. Sacrum Luce zur Pieve di San Giovanni Battista a Cerreto, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  13. Contado Lucchese: Pieve di S.Maria Assunta Diecimo (Borgo a Mozzano). Abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  14. a b Contado Lucchese: I borghi di Borgo a Mozzano. Abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  15. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa San Pietro in Anchiano, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  16. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa San Frediano in Chifenti, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  17. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa di San Michele Arcangelo in Corsagna, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  18. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa di San Michele Arcangelo in Corsagna, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  19. Mondi Medievali zum Torre del Bargiglio, abgerufen am 8. März 2016 (italienisch)
  20. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa di San Bartolomeo in Cune, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 6. März 2016 (italienisch)
  21. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa di Santa Elisabetta in Dezza, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 8. März 2016 (italienisch)
  22. Lucca Terre zur Kirche San Donato in Domazzano, abgerufen am 8. März 2016 (italienisch)
  23. Lucca Terre zur Kirche San Lorenzo in Domazzano, abgerufen am 8. März 2016 (italienisch)
  24. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa di Santa Maria Assunta in Gioviano, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 8. März 2016 (italienisch)
  25. Sacrum Luce: Giuseppe Antonio Luchi, detto Diecimino, 1709/ 1774., abgerufen am 8. März 2016 (italienisch)
  26. Sacrum Luce zur Chiesa dei SS. Giusto e Clemente, abgerufen am 8. März 2016 (italienisch)
  27. Arcidiocesi di Lucca zur Chiesa di San Romano, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)
  28. Arcidiocesi di Lucca zur Pieve San Pietro in Valdottavo, Webseite des Erzbistum Lucca, abgerufen am 7. März 2016 (italienisch)