Boris Nikolajewitsch Nikonorow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Boris Nikolajewitsch Nikanorow)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Boris Nikolajewitsch Nikonorow (russisch Борис Николаевич Никоноров; 25. Januar 1939 in Moskau; † 30. August 2015[1]) war ein sowjetischer Boxer. Er wurde 1963 Vize-Europameister der Amateure im Leichtgewicht.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boris Nikonorow begann als Jugendlicher in seiner Heimatstadt Moskau mit dem Boxen. Als Erwachsener startete er für die Sportorganisation Arbeiterreserven Moskau. Trainiert wurde er hauptsächlich von A. Karpuschin, A. Tschebotarjew, M. Bndarsky und W. Ogurenkow. Bei einer Größe von 1,60 Metern kämpfte er zunächst im Federgewicht und ab 1962 im Leichtgewicht. Seine erfolgreiche Karriere als Boxer dauerte von 1959 bis 1966. In dieser Zeit bestritt er 265 Kämpfe, von denen er 250 gewann. Nach 1966 absolvierte er eine Trainerausbildung und arbeitete danach bis weit in die 1990er Jahre beim russischen Box-Verband und bei diversen Box-Vereinen als Trainer.

Seinen ersten erfolgreichen Start bei den sowjetischen Meisterschaften absolvierte er 1958. Er kämpfte sich in diesem Jahr im Federgewicht bis in das Finale, in dem er Wladimir Safronow unterlag und deshalb den 2. Platz belegte. 1959 wurde er mit einem Sieg im Finale über Dscharbek Kwantaliani erstmals sowjetischer Meister und gleichzeitig Spartakiade-Sieger, ein Titel, der in der ehemaligen Sowjetunion einen sehr hohen Stellenwert hatte. Boris Nikanorow wurde auch 1960 sowjetischer Meister im Federgewicht. Dabei besiegte er u. a. im Halbfinale Stanislaw Iwanowitsch Stepaschkin und im Finale Alexander Sassuchin. Dieser Titelgewinn war sehr wichtig, denn damit hatte er sich auch die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen 1960 in Rom erkämpft. Beim olympischen Boxturnier in Rom siegte er im Federgewicht über Nick Spanakos aus den Vereinigten Staaten und über Carlos Aro aus Argentinien jeweils mit 5:0 Richterstimmen. Im Viertelfinale traf er auf Francesco Musso aus Italien, der diesen Kampf knapp mit 3:2 Richterstimmen nach Punkten gewann. Boris Nikonorow musste deshalb ausscheiden und kam auf den 5. Platz.

1961 wechselte er in das Leichtgewicht. Bei der sowjetischen Meisterschaft dieses Jahres verlor er im Viertelfinale gegen Welikton Barannikow. Ein Jahr später, 1962, gelang ihm bei der sowjetischen Meisterschaft im Finale gegen Wilikton Barannikow die Revanche für die Niederlage von 1961, nachdem er im Halbfinale auch schon den starken Gennadi Kakoschkin besiegt hatte. Auch 1963 wurde Boris Nikanorow sowjetischer Meister (und gleichzeitig Spartakiade-Sieger) im Leichtgewicht. Im Finale besiegte er dabei B. Kubasow. Im Mai 1963 wurde er dann in Moskau bei der Europameisterschaft der Amateurboxer im Leichtgewicht eingesetzt. Er besiegte in Moskau Vladimir Kucera aus der Tschechoslowakei durch Tech. K.O. in der 1. Runde und Malcolm McKenzie, Schottland, durch Techn. K.O. in der 2. R. Im Halbfinale besiegte er Giuseppi Sabri aus Italien nach Punkten. Im Finale traf er auf János Kajdi aus Ungarn gegen den er nach Punkten verlor. Er wurde damit Vize-Europameister.

Bei der sowjetischen Meisterschaft 1964 verlor Boris Nikonorow im Halbfinale gegen Gennadi Kakoschkin und belegte bei dieser Meisterschaft den 3. Platz. Er hatte damit keine Chancen, für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert zu werden. In den Jahren 1965 und 1966 wurde er aber noch einmal sowjetischer Meister im Leichtgewicht. 1965 besiegte er im Finale Welikton Barannikow und 1966 W. Plotnikow. Zur Europameisterschaft 1965 wurde aber trotzdem nicht er, sondern Welikton Barannikow entsandt.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
1960 5. OS in Rom Feder nach Punktsiegen über Nick Spanakos, USA (5:0) und Carlos Aro, Argentinien (5:0) und einer Punktniederlage gegen Francesco Musso, Italien (2:3)
1963 2. EM in Moskau Leicht nach Techn. K.O.-Sieg in der 1. Runde über Vladimir Kucera, Tschechoslowakei, Techn. K.O.-Sieg in der 2. Runde über Malcolm McKenzie, Schottland, einem Punktsieg über Giuseppe Sabri, Italien und einer Punktniederlage im Finale gegen Janos Kajdi, Ungarn

Länderkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ort Begegnung Gewichtsklasse Ergebnis
1958 Moskau Sowjetunion gegen Bundesrepublik Deutschland Feder Punktsieg über Manfred Hahner
1960 Stockholm Skandinavien gegen Sowjetunion Feder Punktsieg über Borge Krogh (Dänemark)
1960 Moskau Sowjetunion gegen Bundesrepublik Deutschland Leicht Punktsieg über Rolf Johannesson
1962 Moskau Sowjetunion gegen Japan Leicht Sieg über A. Somea
1962 London England gegen Sowjetunion Leicht Punktniederlage gegen Brian Whelan
1962 Wolverhampton England gegen Sowjetunion Leicht Punktsieg über Gordon McAteer
1962 Köln Bundesrepublik Deutschland gegen Sowjetunion Leicht Punktsieg über Wolfgang Schmitt
1962 Bonn Bundesrepublik Deutschland gegen Sowjetunion Leicht Techn. K.O.-Sieg 3. Runde über Horst Herper
1963 Moskau Sowjetunion gegen England Leicht Punktsieg über Billy Wilson
1963 Lodz Polen gegen Sowjetunion Leicht Punktniederlage gegen Józef Grudzien (1:2)

Sowjetische Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnisse
1958 2. Feder Punktniederlage im Finale gegen Wladimir Safronow
1959 1. Feder Punktsieg im Finale über Dscharbek Kwantaliani
1960 1. Feder Punktsieg im Halbfinale über Alexander Sassuchin und Punktsieg im Finale über Stanislaw Stepaschkin
1961 5. Leicht Punktniederlage im Viertelfinale gegen Welikton Barannikow
1962 1. Leicht Punktsieg im Halbfinale über Gennadi Kakoschkin und Punktsieg im Finale über Welikton Barannikow
1963 1. Leicht Punktsieg im Halbfinale über Gennadi Kakoschkin und Punktsieg im Finale über B. Kubasow
1964 3. Leicht Punktniederlage im Halbfinale gegen Gennadi Kakoschkin
1965 1. Leicht Punktsieg im Finale über Welikton Barannikow
1966 1. Leicht Punktsieg im Finale über W. Plotnikow
Erläuterungen
  • OS = Olympische Spiele, EM = Europameisterschaft
  • Federgewicht, damals Gewichtsklasse bis 57 kg und Leichtgewicht, bis 60 kg Körpergewicht

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Box Sport
  • BOX-ALMANACH 1920 - 1980, herausgegeben vom Deutschen Amateur-Box-Verband e.V., 1980

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ушел из жизни легендарный советский боксер и тренер Борис Николаевич Никоноров

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]