Boris Wsewolodowitsch Gromow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Generaloberst Boris Wsewolodowitsch Gromow
Foto: Michail Jewstafjew

Boris Wsewolodowitsch Gromow (russisch Борис Всеволодович Громов; * 7. November 1943 in Saratow) ist ein russischer Militär und Politiker. Er war Generaloberst der Sowjetunion, Stellvertretender Innenminister der UdSSR, Stellvertretender Verteidigungsminister Russlands und von 2000 bis 2012 Gouverneur der Oblast Moskau.

Boris Gromow wurde 1943 in Saratow an der Wolga geboren. Er besuchte die Suworow-Militärschule in Kaliningrad[1] und durchlief dann die verschiedenen Stufen der Kommandeur- und Stabsausbildung bis zum Generalstab - zunächst an der S.M.Kirow-Offiziershochschule für Kommandeure der motorisierten Schützentruppen in Leningrad, dann an der Militärakademie „M.W. Frunse“ und an der Militärakademie des Generalstabes der Streitkräfte der UdSSR „K.J. Woroschilow“. Während seiner Militärlaufbahn sammelte Gromow Erfahrungen in verschiedenen Teilen der Sowjetunion - im Baltikum, im nordöstlichen Kaukasus und im mittelasiatischen Turkestan. Von Januar 1980 bis Juli 1982 wurde er im Afghanistan-Krieg eingesetzt, danach in den Karpaten. 1987 wurde er Kommandeur der 40. Armee. Gromow leitete bis zum 15. Februar 1989 den endgültigen Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan ein. Von Februar 1989 kommandierte er bis 1990 den Kiewer Militärbezirk (Ukraine). Für seine Verdienste wurde ihm der Titel „Held der Sowjetunion“ verliehen.

Präsident Gorbatschow belohnte ihn 1990 mit dem Aufstieg in die Ministerialbürokratie als Erster Stellvertretender Innenminister der UdSSR.

Zweimal versuchte man Gromow aus der Armee zu entfernen:

Im März 1995 wurde Gromow als Militärexperte ins russische Außenministerium abkommandiert.

Außerdem stand er an der Spitze der patriotischen Bewegung „Mojo Otetschestwo“ (Mein Vaterland) und dem Bund der Afghanistan-Veteranen, der übrigens gegen den Krieg in Tschetschenien auftrat und humanitäre Hilfe für Kriegsinvaliden und deren Familien organisierte.

Boris Gromow wurde im Jahr 2000 Gouverneur der Oblast Moskau und Abgeordneter der Duma.

2001 war er ein Befürworter des Terrorkampfes der USA in Afghanistan und für eine engere Zusammenarbeit mit den USA.

Im Juli 2002 verhängte er über 22 von 35 Landkreisen der Oblast den Ausnahmezustand wegen schwerer Waldbrände. 200 große Brandherde wurden von etwa 2.000 Feuerwehrleuten und weiteren 3.000 Soldaten bekämpft.

Am 7. Dezember 2003 siegte Gromow erneut bei den Gouverneurswahlen mit über 75 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Im Frühjahr 2005 erklärte Gromow in Berlin, dass er als taktischer Berater der USA in Afghanistan das Kaufen von Gegnern der Taliban als wirksame Methode empfohlen habe.

Im Juli 2005 unterzeichnete Gromow im Beisein des derzeitigen Bundesratspräsidenten Matthias Platzeck (SPD) eine Vereinbarung zur engeren Kooperation der Luftfahrtausstellungen ILA in Berlin-Schönefeld und MAKS in Moskau.

2007 wurde seine Amtszeit um weitere fünf Jahre verlängert, 2012 wurde er jedoch nicht wieder zum Gouverneur ernannt und am 11. Mai 2012 von Sergei Schoigu abgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lebenslauf von Boris W. Gromow (russ.) (abgerufen am 22. April 2011)