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Boris Zernikow

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Boris Zernikow (* 12. August 1964 in Bochum) ist ein deutscher Kinder- und Jugendarzt, der auf dem Gebiet der Schmerztherapie und Palliativmedizin tätig ist. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin an der Universität Witten/Herdecke sowie Chefarzt an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln.

Nach dem Zivildienst an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln studierte Zernikow von 1986 bis 1993 Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Das praktische Jahr absolvierte er am Kantonsspital St. Gallen, Schweiz und an der Harvard Medical School, Boston, USA. Für den Zeitraum 1987 bis 1993 erhielt er ein Stipendium des Cusanuswerks.

Nach dem Medizinstudium wurde Zernikow an den Universitätskliniken Bonn, Datteln und Münster zum Facharzt für Kinder und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Kinderonkologie sowie den Zusatzbezeichnungen Spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin ausgebildet. 2004 habilitierte er zum Thema Schmerz-Therapie in der Onkologischen Pädiatrie (STOP) – Ergebnisse eines bundesweiten Qualitätsmanagement-Programms.

Zusammen mit einem multiprofessionellen Team baute Zernikow 2002 in Datteln an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik das Vodafone Stiftungsinstitut für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin (VIKP) auf. Aus diesem Institut sind mittlerweile das Deutsche Kinderschmerzzentrum sowie das Kinderpalliativzentrum Datteln hervorgegangen. 2008 wurde Zernikow von der Universität Witten/Herdecke auf den europaweit ersten Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin berufen. Er ist Vertrauensdozent des Cusanuswerks.

Neben der Patientenversorgung an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln - Universität Witten/Herdecke verfolgt Zernikow in seiner Arbeit auch das Ziel, die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen und lebenslimitierenden Erkrankungen strukturell zu verbessern. Gemeinsam mit seinem Team bildet er Fachleute für Kinderpalliativversorgung und Schmerzmedizin weiter und richtet regelmäßig Kongresse (Dattelner Kinderschmerztage[1]) aus. Im Juni 2010 wurde das weltweit erste Kinderpalliativzentrum an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln unter der ärztlichen Leitung von Zernikow eröffnet.

Der seit November 2008 bestehende und von Zernikow geleitete Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin an der Universität Witten/Herdecke verfolgt die Spezialisierung der Themengebiete Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin. Hierzu werden drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte in den Bereichen Diagnostik, Therapieforschung und Versorgungsforschung durchgeführt.

Als Lehrstuhlinhaber bringt Zernikow seit vielen Jahren Studierenden die Themen Palliativversorgung und Schmerztherapie bei Kindern und Jugendlichen nahe. Hierzu engagiert er sich in den Querschnittsfächern Q 13 Palliativmedizin und Q14 Schmerzmedizin,[2] in Seminaren und bei der Betreuung von Doktorandinnen und Doktoranden. Zernikow leitet die ärztlichen Weiterbildungskurse für Spezielle Schmerztherapie und die multiprofessionellen Angebote Pädiatrische Palliativversorgung an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik als anerkannte Weiterbildungsstätte.

Ein weiteres innovatives Projekt von Professor Zernikow war die Forschungswerkstatt Palliativversorgung.[3] Die Idee der Forschungswerkstatt war es, Versorgende aus den Bereichen Pflege, Psychologie, Medizin, Seelsorge, Pädagogik und anderen Fachrichtungen darin anzuleiten, ihre eigenen klinischen Fragen in selbst durchgeführten Projekten zu beantworten, die neu erworbenen Erkenntnisse durch Zeitschriftenartikel oder Kongressbeiträge zu verbreiten und auf lange Sicht Forschungsstrukturen zu etablieren.

Öffentlichkeitsarbeit

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Ein weiterer Schwerpunkt von Zernikows Arbeit ist die Aufklärung über chronische Schmerzen und über Palliativversorgung. Verschiedene Edukationsfilme erklären in unterhaltsamer und leicht verständlicher Art und Weise die wichtigsten Fragen zu den beiden Themen. Eine wichtige Publikation für betroffene Kinder und deren Eltern sowie Geschwister ist die sogenannte ROTE KARTE.[4] Zernikow und sein Mitarbeiter Michael Dobe erklären darin in verständlicher Weise Kindern, Jugendlichen und Eltern Grundlagen chronischer Schmerzen und wie sie ihnen aktiv begegnen können.

Zernikow engagiert sich in folgenden Institutionen ehrenamtlich:

Auszeichnungen & Preise

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Zernikow publizierte mehr als 200 wissenschaftliche Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften mit Peer-Review-Verfahren zu den Themen Schmerztherapie und Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen. Als Herausgeber und Autor betreut Zernikow die Lehrbücher:

  • Schmerztherapie für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2015.
  • Palliativversorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 2. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2013.
  • mit M. Dobe: Therapie von Schmerzstörungen im Kindes- und Jugendalter: Ein Manual für Psychotherapeuten, Ärzte und Pflegepersonal. 2. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2019.
  • mit M. Dobe: Practical Treatment Options for Chronic Pain in Children and Adolescents: An Interdisciplinary Therapy Manual. 2. Ed. Springer International, 2019.
  • Boris Zernikow als Inhaber des Lehrstuhls für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin, Universität Witten/Herdecke

Einzelnachweise

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  1. Kinderpalliativzentrum Datteln. Abgerufen am 6. Februar 2026.
  2. Approbationsordnung für Ärzte vom 27. Juni 2002 (BGBl. I S. 2405). Abgerufen am 18. Februar 2016.
  3. J. Wager, H. Weinert-Sprissler: Forschungswerkstatt Palliativversorgung – „Forschung ist ja gar nicht nur anstrengend und trocken!“ In: Z. Palliativmedizin. 13(3), 2012, S. 114.
  4. M. Dobe, B. Zernikow: Rote Karte für den Schmerz: Wie Kinder und ihre Eltern aus dem Teufelskreis Schmerzen ausbrechen. 6. Auflage. Carl Auer Verlag, 2021.
  5. Vertrauensdozentinnen und Vertrauensdozenten des Cusanuswerks (Memento des Originals vom 7. Juni 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Website des Cusanuswerks: Abgerufen am 7. Juni 2019.