Bork (Selm)

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Landschaftsschutzgebiet Passbachniederung, Bereich Netteberge in Bork

Bork ist ein Ortsteil der nordrhein-westfälischen Stadt Selm im Kreis Unna.

Im Ort steht eine von zwei erhaltenen Landsynagogen Westfalens. Weiter beherbergt Bork das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW, die ehemalige Bereitschaftspolizei.

Das Industriegebiet in der Nähe des Bahnhofs wurde in den Jahren von 1970 bis 1972 erschlossen.[1]

Sehenswert ist die denkmalgeschützte katholische Pfarrkirche St. Stephanus.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur ehemaligen Gemeinde Bork gehörten neben dem Dorf Bork auch die Bauerschaften Altenbork und Hassel sowie der Ort Cappenberg mit der Bauerschaft Netteberge.

Nachbarorte sind – im Norden beginnend – Selm, Cappenberg, das zu Lünen gehörende Alstedde (alle zum Kreis Unna gehörend), Waltrop, Datteln (beide im Kreis Recklinghausen) und das zu Olfen im Kreis Coesfeld gehörende Vinnum.

Auf dem benachbarten Gebiet der Städte Waltrop und Datteln befinden sich die Rieselfelder. Südwestlich von Bork fließt der Fluss Lippe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals Erwähnung fand der Name Bork im 9. Jahrhundert.

Das alte Wappen des Amtes Bork zeigt das mit drei Rosen ergänzte gold-rot-goldene Balkenwappen des Fürstbistums Münster. Die Rosen erinnern an das Wappen der Familie vom Stein, und an deren prominenten Vertreter Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein, der in Cappenberg seinen Alterswohnsitz hatte.

Im Siebenjährigen Krieg fand am 28. und 29. September 1758 das Gefecht bei Bork statt.[2]

In Bork lebte jahrelang der Baumeister Ferdinand Zangerl, (1813–1865).

Seit der Eingemeindung Borks am 1. Januar 1975[3] wird Cappenberg als selbständiger Ortsteil der Stadt Selm angesehen.

Die Gemeinde Bork gehörte mit ihrem "Altortsteil" Cappenberg sowie Selm und dem ehemaligen Altlünen zum früheren Amt Bork. Die frühere Amtsverwaltung Bork wurde im Jahr 1975 zur Gemeindeverwaltung der Gemeinde Selm, die zwei Jahre später das Stadtrecht erhielt. Altlünen (mit den Ortsteilen Alstedde, Nordlünen und Wethmar) wurde 1975 nach Lünen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Bork

Jahr Einwohner
1815[1] 1565
1830[1] 2041
1900[1] 2592
1920[1] 3612
1940[1] 4203
1946[1] 5081
1961[3] 6542
1970[3] 6776
1974[4] 7175

Ortsteil Selm-Bork

Jahr Einwohner
ohne
Cappenberg
Einwohner
mit
Cappenberg
1987[5] 5591 7460
2013[6] 7555 9635

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die denkmalgeschützte Hasseler Kapelle (Heilig-Kreuz-Kapelle).

Über der Eingangstür steht lateinisch: "Effigiem Christi cum semper honora" und "Non tamen effigiem sed quem designat adora". Frei übersetzt: "Erweise Christus immer die Ehre" und "Erweise sie jedoch nicht, wenn die Verehrung angeordnet ist".

Auf der Tafel vor der Kapelle steht geschrieben:

"1725 vom Cappenberger Probst Engelbert von Ketteler auf dem 'Hilgenknapp' zu Ehren des Heiligen Kreuzes erbaut. Im Inneren ein romanisches Kruzifix von außerordentlicher Schönheit und hohem künstlerischem Wert aus dem 12. Jahrhundert (Zeit der Kreuzzüge) sowie eine Tafel mit verschiedenen Votivgaben mittelalterlicher Art."

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bork liegt an der B 236, die in Olfen beginnt und über Selm weiter nach Lünen und Dortmund führt. Am Bahnhof Bork (Westf) der Strecke Dortmund–Enschede hält 2-mal stündlich die Westmünsterland-Bahn.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der örtliche Sportverein ist der Polizeisportverein Bork (PSV Bork). Angeboten werden zum Beispiel Fußball, Handball, Judo, Schwimmen und viele andere Sportarten. Der PBC Bork 73 spielte mehrere Jahre in der 1. Poolbillard-Bundesliga.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bork hatte bis Ende 1974 die Postleitzahl 4711 (Kölner Duftwasser).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Udo Kaiser (Bearb.): Das Feuer-Societäts-Cataster der Bürgermeisterei Bork: ein Beitrag zur Siedlungs-, Familien- und Sozialgeschichte des ehemaligen Amtes Bork. Schriftenreihe des Stadtarchivs Selm, Stadtdirektor, 1997
  • Franz-Josef Schnieder: Handwerk, Handel und Gewerbe in Bork an der Lippe: ein Beitrag zur Ortsgeschichte von 1815 bis 1980 . Schriftenreihe des Stadtarchivs Selm, 1999

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bork (Selm) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Heinrich A. Mertens und Josef Limbach: Aus der Geschichte des Kreises Lüdinghausen 1803–1974. Verlag Lonnemann, Selm, 1974, ohne ISBN
  2. borisogleb.de
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 314.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 151.
  5. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (Hrsg.): Bevölkerung und Privathaushalte sowie Gebäude und Wohnungen. Ausgewählte Ergebnisse für Gemeindeteile. Regierungsbezirk Arnsberg. Düsseldorf 1990, S. 292.
  6. Einwohner in den Ortsteilen der Städte und Gemeinden des Kreises Unna (PDF)

Koordinaten: 51° 40′ N, 7° 28′ O